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Gegen Belästigung im öffentlichen Raum

L’Oréal-Initiative: Stehe auf und wehr Dich!

Keyvisual StandUp – © L'Oréal Paris/Hollaback!

In Partnerschaft mit der NGO Hollaback! entwickelt L’Oréal Paris eine Initiative, die eine Million Menschen über Eingriffe durch Beobachter aufklärt, um gegen Belästigung im öffentlichen Raum vorzugehen.

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Ein internationalen Umfrage – die in Zusammenarbeit mit Ipsos und der Cornell University im Auftrag von L’Oréal Paris durchgeführt wurde – ergab, 78 Prozent der Frauen Erfahrungen mit sexueller Belästigung im öffentlichen Raum. Lediglich 25 Prozent der Opfer meinten, ihnen hätte in der Situation jemand geholfen. Und 86 Prozent der Befragten meinte nicht zu wissen, was sie tun sollten, wenn sie Zeuge eines derartigen Übergriffs würden. Für die Studie wurden 15.500 Menschen aller Altersgruppen aus acht verschiedenen Ländern – und zwar von zwei Seiten. Als Opfer und als Zeugen.

Die Ergebnisse der Studie bestätigen die Entschlossenheit von L’Oréal Paris, für das Selbstwertgefühl aller Frauen weiter einzutreten und gegen sexuelle Belästigung im öffentlichen Raum im Alltag entgegenzuwirken. Dazu entwickelte das Beauty-Unternehmen zusammen mit der NGO Hollaback! das Schulungsprogramm „Stand Up Against Street Harassment“ (Eintreten gegen sexuelle Belästigung im öffentlichen Raum).

Die fünf Ds

Insgesamt sollen so mindestens eine Million Menschen umfassende Gemeinschaft aufgebaut werden, die bereits sind, sich für die Sache einzusetzen und die „5 Ds“ bekannt zu machen.

„5 Ds“ ist ein von Experten genehmigtes und für Hollaback! entwickeltes Trainingsprogramm für Bystander Intervention (Einmischen von Umstehenden). Wobei die Ds für Direct, Delegate, Document, Distract, Delay (Anweisen, Delegieren, Dokumentieren, Ablenken, Verzögern) stehen. „Wie viele von uns schauen weg, weil sie einfach nicht wissen, wie sie helfen können? Wir arbeiten mit L’Oréal Paris zusammen, um Menschen auf der ganzen Welt, Männern und Frauen aller Herkunft und aller Generationen, die ,5 Ds’ nahezubringen. Dies sind einfache Werkzeuge, die dabei helfen, Situationen im Alltag zu erkennen und dann einzugreifen. Diese Partnerschaft hat die Macht, eine wirkliche Transformation dieses Problems herbeizuführen. Gemeinsam können wir Belästigungen ein Ende setzen, um den öffentlichen Raum für Mädchen und Frauen sicher zu machen“, sagt Emily May, Gründungsmitglied und Executive
Director von Hollaback! zur gemeinsamen Aktion.

Stand Up-Kampagne zum Roll out in USA

Die Zusammenarbeit startete übrigens bereits im vergangenen Jahr. Wegen der Corona-Pandemie hatte man sich allerdings dazu entschlossen, den Roll-out noch einmal nach hinten zu schieben, weil die Menschen aktuell ganz andere Themen hatten und das Leben im öffentlichen Raum sowieso stark eingeschränkt war. Inzwischen habe man aber gemerkt, heißt es von Seiten L’Oréal Paris, dass sich die Situation wieder „normalisiert“, das Thema also wieder vermehrt in den Vordergrund tritt.

Prominente Unterstützung

Für den Start der Aktion in Deutschland hat sich L’Oréal Paris prominente Unterstützungs ins Boot geholt. So beispielsweise die vielfach ausgezeichnete Natalia Wörner, die besonders im vergangenen Jahr vor allem durch ihr Engagement für sicherheim.org im Gespräch war und für die die Unterstützung der Stand-Up-Aktion ein Anliegen ist. „Ich bin in einem Frauenhaushalt, wie ich es immer sage aufgewachsen, mit meiner Ur-Oma, meiner Oma und meiner Mutter. Von ihnen habe ich eine große Selbstverständlichkeit im Abgrenzen gelernt“, so die Schauspielerin. Ihr sei bewusst, dass sie in dieser Hinsicht privilegiert ist, aber auch, dass man sich darauf nicht ausruhen darf. Dass man immer wieder darauf aufmerksam machen muss, dass andere dieses Selbstverständnis nicht hätte und ihnen geholfen werden müsse. Denn Übergriffe im öffentlichen Raum dürften nicht zur Selbstverständlichkeit verkommen.

Der Zweite im Bunde der prominenten Unterstützer ist der aktuell omnipräsente Designer und Frauenversteher Guido Maria Kretschmer. Er stieß als Botschafter der DKMS Life dazu, die von L’Oréal Paris seit nunmehr 15 Jahren unterstützt wird. Bei der DKMS Life geht es darum Krebspatientinnen mit dem Programm „look good, feel better“ beizustehen. Kretschmer hilft hier den Patientinnen vor allem dabei, mit ihrem Aussehen trotz Chemo wieder eins zu werden. Und erlebt, nach eigenem Bekunden dabei immer wieder, wie stark die Krebspatientinnen sind. „Ich glaube an die Stärke der Frauen“, so Kretschmer.

Als dritte starke Botschafterin konnte Iris Berben gewonnen werden. Die Schaupielerin ist seit Jahren Markenbotschafterin des Beauty-Labels und engagiert sich in unterschiedlichster Weise für die Belange von Frauen. Hier dabei zu sein sei ihr ein besonderes Anliegen, sagt sie darum auch. Und weil Iris Berben ungern mit Worthülsen agiert, hat sie das Standup-Training nach eigenem Bekunden auch schon mitgemacht. „Ich war beeindruckt, wie einfach die Methode, diese fünf Ds erdacht sind. Man kann sie leicht umsetzen und ich ich finde, dass L’Oréal Paris und Hollaback! mit ihrer Initiatorin Emily May da etwas ganz Starkes und Wichtiges gelungen ist. Es ist eine Initiative, die nicht nur für Mädchen und Frauen wichtig, sondern auch für Männer. Sie ist für alle verständlich gemacht und leicht umzusetzen. Und das hat mir wirklich imponiert.“ Dennoch will Berben den Zusammenhalt der Frauen nicht auf diese Initiative beschränken. Vielmehr ist sie der Meinung, dass der Zusammenhalt der Frauen über alle Bereiche des Lebens hinweg gebraucht wird. Um das Thema Female Empowerment weltweit weiter nach vorne zu bringen, müssten sich Frauen noch viel mehr vernetzen, zuhören, diskutieren, aber auch respektieren und akzeptieren. „Ich glaube, es gibt viele Möglichkeiten und Wege und es ist relativ unwichtig, dass es da unterschiedliche Wege und Vorstellungen hat, wie man da vorankommen will. Es muss auf der Basis stimmen“, so Berben. Dabei hält sie es für elementar, die Männer mit einzubeziehen. „Wir haben viele gute, starke Männer an unserer Seite. Und für die Jungs, die es immer noch nicht kapiert haben, für die machen wir das jetzt hier.“

Start zum internationalen Frauentag 2021

Das Programm startet anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März zunächst in Frankreich, Spanien, Argentinien, Kanada und den USA. Sechs weitere Länder sollen noch in diesem Jahr folgen. Ausgerollt werden soll es überall dort, wo öffentliche Übergriffe am häufigsten stattfinden: an Schulen, in öffentlichen Verkehrsmitteln und auf Festivals.

Außerdem wird es für alle kostenlose Online-Kurse geben, in denen jeder lernen kann, wie er anderen hilft, wenn er eine vermeintlich übergriffige Situation beobachtet.

Auch in Deutschland startet die „Stand Up“-Initiative pünktlich zum internationalen Frauentag. Zunächst allerdings nur mit einer eigenen Landingpage und dem Aufruf an die Community, sich ein D auf die Innenfläche der Hand zu malen und das in den sozialen Medien zu posten. Weitere Aktionen sollen folgen.

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