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Content-Netzwerk Funk

Warum ARD und ZDF das beste Programm für die Gen Z haben

Foto: IMAGO / Hanno Bode / Funk

Die öffentlichen-rechtlichen Anstalten sind nicht jung und innovativ genug, heißt es von ihren Kritikern. Dabei sind sie die einzigen, die politisch-relevante und informative Inhalte für eine junge Zielgruppe produzieren.

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Erst kürzlich ließ sich der ehemalige ProSieben-Chef Georg Kofler in „Steingarts Morning Briefing Podcast“ über die Öffentlich-Rechtlichen aus. Ihr Marktanteil sei zu gering und sie erreichten keine jungen Menschen, so der Vorwurf. Mit seiner Meinung ist er nicht allein. Von allen Seiten hagelt es Kritik an ARD und ZDF, die doch vor allem die über 60-Jährigen bedienen würden. Die privaten Sender, heißt es im Gegenzug, seien doch viel besser darin, ein junges Publikum anzusprechen. Die einfache Begründung: Ihr Marktanteil ist höher.

Und ja, das stimmt. Im linearen Fernsehen fehlen Inhalte für ein junges Publikum, außer Krimis gibt es in der Primetime nicht viel zu sehen.

Doch das Bild täuscht. Junge Menschen haben dem Fernsehen schon lange den Rücken gekehrt. Im Gegensatz zu vielen Privatsendern haben ARD und ZDF das begriffen. Bereits seit 2016 gibt es Funk, das junge Angebot der beiden Anstalten, im Internet. Egal, ob auf Instagram, YouTube, Facebook, TikTok oder als Podcast; die Inhalte erscheinen dort, wo sich junge Menschen natürlicherweise aufhalten. Die Abrufzahlen geben den Machern recht.

„Das Bild täuscht“

MEEDIA-Praktikant Luca Schallenberger findet, ARD und ZDF machen – entgegen aller Kritik – gute Inhalte für ein junges Publikum. – Illustration: Bertil Brahm

Wer meint, dass die Reichweite von Funk-Formaten auf belangloser Unterhaltung beruht, der irrt. Und zwar gewaltig. Der Kosmos erstreckt sich von Comedy, über Talk-Formate bis zu aufwendigen Reportagen und politischen Inhalten. Eva Schulz klärt mit ihrem Instagram-Account „Deutschland3000“ über politische und gesellschaftliche Themen auf. Über 100.000 Menschen folgen dem Account. In ihren Podcast kommen prominente Gäste wie die Nachwuchspolitiker Philipp Amthor oder Kevin Kühnert. Der YouTube-Kanal „Y-Kollektiv“ dreht aufwändige, bis zu 45 Minuten lange Reportagen. Die Aufrufe landen selten unter der Marke von 500.000. Insgesamt sind es mehr als 210 Millionen. Und das, obwohl es bei Themen wie Depression oder Polizeigewalt an den EU-Außengrenzen durchaus in die Tiefe geht. Von wegen politisch-desinteressierte Jugend.

Dass RTL, ProSieben und Co. nur ein Problem mit der Ausspielung hätten, stimmt auch nur teilweise. Die Privaten haben Inhalte für eine junge Zielgruppe, was ihnen aber fehlt ist die Tiefe und Relevanz. Politische oder wirtschaftliche Themen? Fehlanzeige. Die Begründung: Das Feld ist schwer zu monetarisieren; es lohnt sich nicht. Ernsthaft, nicht mal der Versuch lohnt sich? Das ist nicht nur traurig, sondern überlässt das gesamte Feld ARD und ZDF, die das Angebot dankend annehmen. Fairerweise: Vereinzelt klappt es doch. Letztes Jahr landete ProSieben mit der Doku „Rechts. Deutsch. Radikal.“ einen Erfolg. Darüber dürfte man bei Funk nur lachen, dort veröffentlicht man nahezu wöchentlich eine solche Doku.

Die Öffentlich-Rechtlichen sind zukunftsorientiert, man sieht es nur nicht, wenn man linear in die Vergangenheit blickt.

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