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Twitter-Analyst-Day

Twitter geht mit zahlreichen neuen Funktionen in die Offensive

Mit Super-Followers schafft Twitter ein Unterstützermodell für Creator.

Mit Super-Followers schafft Twitter ein Unterstützermodell für Creator. Foto: Twitter

Twitter Communitys, Super Follows, Business-Profile und vieles mehr – auf dem Twitter Analyst Day hat CEO Jack Dorsey zahlreiche neue Features vorgestellt, die den Dienst grundlegend verändern werden. MEEDIA hat zugehört und verrät euch die neuesten Funktionen.

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Knapp einen Monat bevor das 15-jährige Jubiläum von Twitter ansteht, will sich der Dienst in großen Schritten neu erfinden. Der Begriff Microblogging für Twitter dürfte mit den anstehenden Veränderungen bald der Vergangenheit angehören. Beim #TWTRAnalystDay – einem Großevent, das sich vor allem an die Investoren des sozialen Netzwerks richtet – wurde innerhalb von dreieinhalb Stunden nicht nur über aktuelle Wachstumszahlen und Ziele gesprochen, es wurden auch einige neue Features vorgestellt. Wir zeigen die wichtigsten Neuerung bei Twitter. 

Twitter-CEO Jack Dorsey stellt beim Twitter Analyst Day die neuesten Features für das Netzwerk vor
Twitter-CEO Jack Dorsey stellte beim Twitter Analyst Day die neuesten Features für das Netzwerk vor – Foto: Twitter

Die neue Gruppen-Funktion Communities

Twitter geht in die Offensive, in mehrere Richtungen. Mit Spaces versucht Twitter Clubhouse die Position des Platzhirschen im Drop-In-Audio-Markt streitig zu machen (lesen Sie hier die ausführliche Analyse). Mit der neuen Communitys-Funktion geht Twitter aber auch auf direkten Konfrontationskurs zu Facebook. Denn die Communitys erinnern in Aufbau und Funktion stark an Facebook-Gruppen. Nutzer können Communities erstellen und beitreten, zugeschnitten auf ein bestimmtes Interessengebiet. Zum Beispiel: Hunde, Katzen oder Pflanzen oder Surfen wie im Beispiel gezeigt.

Twitter Communitys soll die Diskussion auf dem Netzwerk leichter gestalten
Foto: Twitter

Unterstützermodell Super-Follows

Außerdem arbeitet Twitter – wie seit einigen Wochen vermutet – an einem Unterstützermodell für Creator. Follower können gegen eine monatliche Gebühr Super-Follower werden. Im Gegenzug erhalten sie exklusive Zugänge zu Tweets, Communities oder speziellen Newslettern. Für die Newsletter könnte Twitter Revue verwenden. Revue erlaubt es Nutzern, einfach Newsletter mit oder ohne Bezahlschranke aufzusetzen. Zu den Kunden von Revue gehören namhafte Digitalmedien wie Vox Media und The Markup. Vor einigen Monaten kaufte Twitter das Start-Up (MEEDIA berichtete).

Mit Super-Followers schafft Twitter ein Unterstützermodell für Creator.
Foto: Twitter

Revue ist bereits Teil der Twitter-Umwelt und bietet Nutzern jetzt schon die Möglichkeit längere Texte zu verfassen. CEO Jack Dorsey sprach in seinem Eingangsstatement davon, welche Relevanz der Newsletterdienst für Twitter hat. Dorsey möchte eine „Collection of experiences and products“ um Spaces, Tweets und Revue bauen. Audio, Tweet, Newsletter – die drei Features sollen als Trias den Kern der neuen Twitter-Welt bilden.

Mit Revue erweitert Twitter das eigene 280-Zeichen Netzwerk um die Longform Newsletter
Foto: Twitter

Business-Accounts

Twitter diversifiziert die Accounts. Zukünftig soll es drei Arten geben: Menschen, Bots und Business. Je nach Format besitzt der Account verschiedene Funktionen und Eigenschaften. Businesses können zum Beispiel ihren Standort inklusive Öffnungszeiten prominent auf der Twitter-Seite vermerken.

Mensch, Bot, Business - Zukünftig gibt es drei verschiedene Arten von Twitterprofilen
Foto: Twitter

Neue Funktionen gegen Hate-Speech

Im Kampf gegen Hate-Speech kündigte Twitter eine neue Funktion an. Falls ein Tweet viel negative Aufmerksamkeit bekommt, schickt Twitter eine Benachrichtigung an den Betroffenen. Außerdem gibt es einen neuen Safety-Modus. Wenn aktiviert, filtert Twitter Accounts, die beleidigen oder Spam verbreiten und schränkt die Interaktionsmöglichkeiten dieser Accounts mit dem eigenen ein, zunächst für sieben Tage. Außerdem werden dessen Antworten auch dem Rest der Community seltener angezeigt. Bei Bedarf kann ein Schalter betätigt werden, der diese Accounts automatisch blockt und stumm schaltet.

Twitter Safety
Foto:Twitter

Mehr Kontrolle über Themen und bessere Steuerung

Laut Twitter wird die Marke von 100.000 Themen in den kommenden Jahren überschritten. Im Zuge dessen erhalten Nutzer mehr Kontrollfunktionen, um die Themen besser auf sich zuzuschneiden.

Themen und Interessen erhalten einen größeren Stellenwert auf Twitter
Foto: Twitter

Twitter Spaces für Android

Auf Twitter kursieren Fotos von Twitter Spaces auf Android-Geräten. Eigentlich ist die Drop-In-Audio-Anwendung bis jetzt nur für iOS-Geräte verfügbar. Im offiziellen Spaces-Q&A ist nach wie vor die Rede von iOS-Geräten. Andere User schreiben, dass die Android-Version von Twitter Spaces für diejenigen verwendbar sei, die am Beta-Programm des Google Play Store teilnehmen. Als solcher müsse man nur die App updaten und hätte Zugriff auf Spaces.

Große Ziele für den Twitter-Umbau

Die neuen Features sind Teil eines größeren Plans Twitter innerhalb der kommenden zwei Jahre einer Wachstumskur zu unterziehen. Jack Dorsey möchte bis Ende 2023 die Zahlen der monetarisierbaren täglichen aktiven Nutzer (mDAU ist eine eigene Twittergröße) auf 315 Millionen hochschrauben, aktuell liegt die Zahl bei 192 Millionen (Stand Q4 2020), der Umsatz soll im selben Zeitraum von aktuell 3,7 Milliarden US-Dollar auf 7,5 Milliarden US-Dollar verdoppelt werden. Die neuen Features sind ein großer Bestandteil dieser Offensive.

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