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Rund 130 Mitarbeiter betroffen

Bauer und Axel Springer stellen Grosso-Betriebe ein

Die Konsolidierung auf dem Grosso-Markt beschleunigt sich. Die beiden Verlagshäuser Bauer Media Group und Axel Springer schließen ihre Hamburger Vertriebstöchter Ende des Jahres. Betroffen von der Maßnahme sind insgesamt fast 130 Mitarbeiter, von denen einige ihre Jobs verlieren.

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Massive Einschnitte auf dem Hamburger Grosso-Markt: Axel Springer und die Bauer Media Group machen ihre Vertriebstöchter in der Elbmetropole Ende des Jahres dicht. Betroffen ist bei Springer die Buch- und Presse-Großvertrieb Hamburg GmbH & Co. KG und bei Bauer die Pressevertrieb Nord KG. Die Vertriebsrechte für das Gebiet Hamburg sollen von den jeweiligen Verlagen an die Verlagsgrosso Nord GmbH & Co. KG übergeben, die ihren Sitz in Langenweddingen hat. 

Bei der Bauer Media Group sind 71 Mitarbeiter betroffen

Von der Maßnahme sind insgesamt fast 130 Mitarbeiter betroffen. Davon entfallen 71 auf die Bauer Media Group, teilte Bauer am Freitag mit. Der Verlag begründet die Schließung mit strukturellen Problemen des Marktes: „Ebenso wie das gesamte Publishing-Geschäft befindet sich der deutsche Grosso-Markt seit Jahren in einer massiven Umbruchphase: Der durch die Auslieferung von Presseprodukten generierte Umsatz ist konstant rückläufig, zudem ist die Branche geprägt von einem starken Konsolidierungstrend, in dessen Zuge allein in den letzten zwei Jahren deutschlandweit 18 Betriebe fusioniert oder übernommen wurden“, erklärt das Medienhaus. 

Ähnlich argumentiert auch Axel Springer: „Seit Jahren befindet sich die Branche des Presse-Grosso in einem gravierenden Veränderungsprozess, der unter anderem durch sinkende Auflagen und rückläufige Umsätze geprägt ist. Um den Herausforderungen des Grosso-Marktes entgegenzutreten, wurden in den vergangenen zwei Jahren bereits zahlreiche Zusammenschlüsse und Übernahmen von Grossisten verzeichnet.“

Medien Special Vertrieb soll neu ausgerichtet werden

Bei Bauer soll ein Großteil der Arbeitsplätze aber erhalten bleiben. „Für die Beschäftigten aus dem gewerblichen Bereich und für einen Teil der Angestellten gibt es eine Weiterbeschäftigungsperspektive“, teilt das Unternehmen mit. Ziel des Pressehauses sei es, möglichst viele betroffene Mitarbeiter auf freie Arbeitsplätze innerhalb des Unternehmens zu vermitteln. In den kommenden Wochen sollen bei Bauer mit dem Betriebsrat Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan stattfinden. 

Auch der Medien Special Vertrieb soll neu ausgerichtet werden. „Während das Kerngeschäft (Literaturbeschaffung für Unternehmen) weiterhin bestehen bleibt, wird der Bereich der Kommissionierung voraussichtlich im Sommer 2021 eingestellt“, so Bauer. Für die 53 betroffenen Mitarbeiter sei eine Weiterbeschäftigungsperspektive gegeben.

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