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"Spiegel Start"

„Spiegel“ plant Karriereportal als Print-Magazin

Der „Spiegel“-Verlag will die Inhalte des Karriereportals „Spiegel Start“ in einem gedruckten Magazin noch 2021 an den Kiosk bringen. Neue Digitalprojekt sind bislang allerdings Fehlanzeige.

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Das an die Stelle von „Bento“ getretene Karriereportal „Spiegel Start“ bekommt Nachwuchs. Die beiden „Spiegel“-Geschäftsführer Thomas Hass und Stefan Ottlitz wollen in diesem Jahr einen Printableger des Jobportals starten. Das sagte die „Spiegel“-Spitze dem „Hamburger Abendblatt“ (€). Weitere Magazine-Newcomer schließt das „Spiegel“-Duo offenbar nicht aus. Damit würde das Hamburger Medienhaus erneut versuchen, die Marke mit gedruckten Produkten auszubauen.

Hier hatte der Verlag an der Ericusspitze in der Vergangenheit wenig Glück. So floppten Print-Innovationen in Serie: „Spiegel Fernsehen“, das Best-Ager-Heft „Spiegel Classic“ oder die Gesundheitsbeilage „Wohl“ verschwanden sang- und klanglos vom Markt, auch „Spiegel Literatur“ wurde eingestellt, schreibt das „Abendblatt“. 

Von großen Innovationsvorhaben im Digitalen ist keine Spur. Hier will die Geschäftsführung offenbar keine großen Risiken eingehen. „Es ist wichtiger, in die kontinuierliche Innovation unserer bestehenden Produkte zu investieren als in das eine neue Portal, das eine große Ding, das dann womöglich scheitert“, sagt Ottlitz. Und fügt hinzu: „Innovation ist immer auch Kärrnerarbeit am Bestehenden, Business Development aus dem Kern heraus.“ So wolle Ottlitz vor allem die Leseransprache verbessern. Damit erhofft sich der frühere „SZ“-Mann, mehr Digital-Abos. Denn Ottlitz hat ehrgeizige Pläne. „Unser Ziel ist es, die Zahl der vollzahlenden Digitalabonnenten bis 2025 von jetzt 100.000 auf 200.000 zu verdoppeln“, sagte er der Zeitung. Daher investiere das Unternehmen stärker in die „Datenlandschaft“. Das Digitalwachstum macht bemerkbar. „Wir sind mit SPIEGEL+ 2020 im Vergleich zu 2019 um rund 6,5 Millionen Euro gewachsen, wenn man Steuereffekte herausrechnet, und in diesem Jahr sollen es weitere rund 7 Millionen Euro mehr sein“, ergänzt eine Verlagssprecherin.

Für das laufende Geschäftsjahr wagt der Spiegel keine konkrete Prognose: „Wir müssen weiterhin mit der Unsicherheit umgehen, nicht zu wissen, wie die Pandemie sich entwickelt. Wir planen immer konservativ, mit Blick darauf, dass wir zwar erwarten, dass sich der Werbemarkt 2021 erholt, es aber noch offen ist, wie schnell. Von den positiven Erfahrungen der vergangenen zwölf Corona-Monate und dem erfolgreichen Geschäftsjahr 2020 werden wir im laufenden, voraussichtlich nicht weniger anstrengenden Jahr profitieren.“ In 2020 soll der Umsatz der „Spiegel“-Gruppe nach voraussichtlichen Angaben um drei Prozent sinken. Das Unternehmen hatte auf die Corona-Krise mit einem strikten Sparkurs reagiert. So verringerte das Medienunternehmen seine Kosten um rund zehn Millionen Euro – unter anderem durch den Abbau von Sachkosten.

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