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Arbeitsgemeinschaft privater Rundfunk

Saarland: APR kritisiert Corona-Werbeverbote

Foto: Imago

Werbung für Produkte, die nicht zum täglichen Bedarf oder zur Grundversorgung gehören, soll im Saarland verboten werden. Die Arbeitsgemeinschaft privater Rundfunk (APR) sieht das kritisch.

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Ab dem 22. Februar soll es Händlern im Saarland für die verbleibende Zeit im Lockdown nicht mehr erlaubt sein, für Kleidung, Elektronik und Co. zu werben. Gelten solle das für alle Handelsbetriebe, die momentan ohne Einschränkungen ihr komplettes Sortiment anbieten dürfen, solange der Lebensmittelhandel ihr Schwerpunkt ist, hieß es in einer am vergangenen Freitagabend herausgegebenen Mitteilung des Wirtschaftsministeriums in Saarbrücken.

„Werbeverbot bremst nicht das Virus“

Olaf Hopp, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft privater Rundfunk (APR), sieht darin ein Problem: „Ein Werbeverbot bremst nicht das Virus, sondern schränkt die Leistungsfähigkeit journalistisch-redaktioneller Angebote im privaten Radio ein.“ Hopp kritisiert, nicht die Werbung führe zur Ungleichbehandlung von Geschäftsinhabern, sondern „widersprüchliche Regeln des Lockdowns und deren Überwachung“.

Der Verband weist außerdem darauf hin, dass im ersten Pandemiejahr Bund und Länder gerade das Medium Radio wegen seiner Bedeutung für die Information im regionalen Bereich unterstützt haben, so auch das Saarland: „Radio wird auch nach diesem Lockdown das Restart-Medium sein, mit dem Handel und Dienstleistung vor Ort unkompliziert und schnell auf ihr Angebot aufmerksam machen können.“ Statt eines Werbeverbots sollten Bund und Länder bei den anlaufenden Hilfen für die Wirtschaft Werbeaufwendungen in den klassischen Medien als besonderen Aufwand berücksichtigen, so Hopp.

sns

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