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Apple Watch-Herausforderer

Facebook soll Smartwatch entwickeln

Facebook: Unter Dauerdruck von kartellrechtlichen Untersuchungen Foto: imago

Mark Zuckerberg könnte die Rivalität mit Apple verschärfen. Wie das Techportal The Information berichtet, soll Facebook an einer Smartwatch arbeiten, die bereits im kommenden Jahr auf den Markt kommen könnte. Das Wearable soll eng mit den Messengerdiensten verzahnt sein.

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Der Mutterkonzern des weltgrößten Social Networks ist bekanntermaßen mehr als ein Internetunternehmen. Seit der Übernahme von Oculus im Jahr 2014 hat der nach Amazon und Alphabet drittwertvollste Internetkonzern der Welt VR-Headsets im Angebot. Vor zweieinhalb Jahren folgte in den USA dann der Launch von Portal – einem Videotelefonie-Speaker, der bislang allerdings kaum für große Schlagzeilen sorgte.

Glaubt man dem gewöhnlich gut informierten Premium-Tech-Portal The Information, das von der früheren „Wall Street Journal“-Reporterin Jessica Lessin betrieben wird, konnte im nächsten Jahr ein weiteres Hardwareangebot folgen – nämlich eine Smartwatch.

Facebook-Smartwatch kommt schon 2022

Nach Angaben von The Information entwickelt Facebook eine Android-basierte Smartwatch mit Fitness- und Gesundheitsfunktionen, die direkt eine Mobilfunkverbindung herstellt, ohne dass ein Smartphone nötig ist. Facebooks Smartwatch soll erwartungsgemäß in enger Verzahnung mit den eigenen Messengerdiensten daherkommen und sich auch mit externen Fitnessanwendungen wie von Peloton verbinden.

Ob Facebook mit seiner Smartwatch Marktführer Apple angreifen kann, erscheint indes fraglich. Nach Berechnungen des Apple-Experten Neil Cybart, der das Blog Above Avalon betreibt, dürfte Apple inzwischen die 100-Millionen-Gerätemarke überschritten haben. (Apple macht seit dem Launch 2015 keine genauen Angaben über die verkauften Einheiten.) Apple führt das Smartwatch-Segment mit einem Marktanteil von 28 Prozent an.

Die Rivalität zwischen den beiden Silicon Valley-Giganten ist unterdessen intensiver geworden. Tim Cook attackierte Facebook in den vergangenen Jahren wiederholt für den Umgang mit den Nutzerdaten und Privatsphäreeinstellungen. Der wertvollste Konzern der Welt verschärfte die Auseinandersetzung mit dem neuen mobilen Betriebssystem iOS 14, dessen Voreinstellungen die Ausspielung von personalisierter Werbung erschwert.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg ging daraufhin bei Verkündung der jüngsten Quartalsbilanz gegenüber Analysten in die Offensive und bezeichnete Apple als „signifikanten zukünftigen Wettbewerber„. Sogar eine Klage gegen Apple wegen der App Store-Politik werde laut The Information aktuell erwogen.

Mark Zuckerberg: „Wir müssen Apple Schmerzen zufügen“

Wie persönlich die Animositäten zwischen den Konzernchefs geworden sind, geht unterdessen aus einem Bericht des „Wall Street Journals“ vom Wochenende hervor. So ist in der Wirtschaftszeitung zu lesen, dass Mark Zuckerberg sich in privaten Unterhaltungen erklärt hätte, „wir müssen Apple Schmerzen zufügen“.

Nach Auffassung von Jessica Lessin geht es bei der Fehde im Hoheitskampf um die nächste Computing-Plattform – nämlich Augmented bzw. Virtual Reality. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll Apple seit Jahren an einer Datenbrille für Augmented Reality-Anwendungen arbeiten, die branchenintern als „Apple Glass“ die Runde macht und 2022 oder 2023 erscheinen könnte. Facebook wiederum hat sich längst mit Oculus Rift positioniert. Eine eigene Smartwatch aus Menlo Park könnte im kommenden Jahr den Vorgeschmack auf den neuen Titanen-Kampf des Silicon Valley bieten.

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