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Bertelsmann

Stehen RTL und Gruner + Jahr vor Großfusion?

Thomas Rabe und Julia Jäkel – Fotos: Bertelsmann / G+J

Die beiden Medienhäuser RTL und Gruner + Jahr wollen offenbar enger zusammenrücken. Dazu prüft Bertelsmann-Chef Thomas Rabe ergebnisoffen verschiedene Optionen – denkbar ist wohl auch eine Fusion der beiden Tochtergesellschaften zu einem neuen Medienkonzern.

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Der Gütersloher Bertelsmann-Konzern will sein Mediengeschäft umstrukturieren. Vorstandschef Thomas Rabe lotet eine engere Zusammenarbeit der Fernsehtochter RTL und dem Hamburger Magazin-Verlag Gruner + Jahr aus. Dabei ist auch ein Zusammenschluss beider Gesellschaft möglich. „Wir stehen am Beginn eines ergebnisoffenen Prozesses, in dem es keine Vorfestlegungen, aber auch keine Denkverbote gibt. Wichtig ist, dass wir gemeinsame Potenziale erschließen und noch mehr Wachstum ermöglichen. Die dafür erforderlichen Mittel stehen bereit“, erklärt Rabe in einer Meldung im hausinternen Intranet.

Damit ist offenbar auch nicht ausgeschlossen, dass die RTL Group der Hamburger Bertelsmann-Tochter ein Übernahmeangebot unterbreitet. MEEDIA hatte bereits Anfang des Jahres über entsprechende Branchengerüchte berichtet. Durch eine engere Zusammenarbeit will Bertelsmann-Chef Rabe dem Verlag Gruner + Jahr eine Wachstumsperspektive verschaffen, der in den vergangenen Jahren durch massive Verkäufe im In- und  Ausland immer mehr an Gewicht im Gütersloher Medienreich verloren hat.

„Ziel ist neben der noch engeren Kooperation auf verschiedenen Feldern auch die Entwicklung einer gemeinsamen Wachstumsstrategie. Aufbauen können die Partner dabei auf eine bereits intensivierte Zusammenarbeit. Sie reicht von der gemeinsamen Inszenierung ihrer starken Marken über den journalistisch-redaktionellen Austausch bis hin zur Entwicklung neuer Formate“, teilen beide Unternehmen mit. Dabei ist Bertelsmann offenbar bereit, Geld in die Hand zu nehmen. „Wichtig ist jetzt, dass wir gemeinsame Potenziale erschließen und noch mehr Wachstum ermöglichen. Die dafür erforderlichen Mittel stehen bereit“ betont Rabe.

Hintergrund für die Maßnahme ist, dass Bertelsmann seit Längerem im Mediengeschäft in den jeweiligen Ländern eine Marktführerschaft anstrebt, um sich im globalen Wettbewerb gegen die Tech-Riesen Google & Co. zu behaupten: „Bertelsmann muss eigene Antworten finden auf den Wettbewerb mit den globalen Tech-Plattformen. Alleine und auf sich gestellt werden unsere Geschäfte in diesem Wettbewerb langfristig kaum bestehen. Unsere Antwort heißt daher: mehr Zusammenarbeit, um an Größe, Ressourcen und Kompetenz zu gewinnen“, heißt es bei den am Prozess beteiligten Gesellschaften. Bertelsmann hatte daher bereits vor einigen Jahren damit begonnen, Allianzen und Partnerschaften zu schaffen. Auch auf dem französischen Markt könnte sich einiges tun. Rabe lotet derzeit für seine TV-Tochter M6 ein weiteres Zukunftsmodell aus. So könnte der TV-Kanal mit dem Konkurrenten TF1 enger kooperieren oder sich vielleicht zusammenschließen, heißt es in Branchenkreisen.

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