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Vorwürfe einer freien Journalistin

Kontroverse um angeblichen „Ideenklau“ bei „Business Punk“

"Mister Magic Mushroom" steht als Titelgeschichte von "Business Punk" in der Kritik. Eine freie Autorin wirft dem Magazin "Ideenklau" vor, Foto: Business Punk

Um die aktuelle Titelgeschichte von „Business Punk“ ist eine Kontroverse entbrannt. Eine freie Autorin wirft dem Magazin auf Twitter „Ideenklau“ vor. Der Chefredakteur antwortet persönlich auf ihren Thread.

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„Business Punk“ sieht sich mit Vorwürfen konfrontiert, wonach die Idee zur aktuellen Titelgeschichte geklaut sei. Erhoben hat sie die freie Journalistin Marlene Halser auf Twitter. Konkret geht es um ein Porträt über den Unternehmer und Investor Christian Angermayer, der unter anderem im Biotech-Bereich tätig ist, und sich dort auch mit psychedelische Drogen wie Psylocybin („Magic Mushrooms“) beschäftigt.

Halser beklagt in einem entsprechenden Thread, dass sie das Thema Angermayer im April vergangenen Jahres vorgeschlagen hatte. Der zuständige Redakteur habe ihr damals mitgeteilt, dass er die Geschichte „sehr, sehr gut“ fände. Im Mai sei die Story dennoch abgelehnt worden, weil das Magazin – so heißt es in einer Mail, die Halser ebenfalls veröffentlichte – zu dem Zeitpunkt „noch keine Aufträge raus geben“ durfte. Nun ist die Geschichte, geschrieben vom Chefredakteur des Magazins, erschienen.

Der heißt Alexander Langer und meldete sich unter dem Thread von Halser bereits zu Wort. Er schreibt unter anderem, dass von „Ideenklau nicht die Rede sein“ könne. Er habe die Geschichte nicht geschrieben, weil ihm Halsers Idee vorgelegen habe, sondern weil er Angermayer im Oktober – also ein halbes Jahr nach Halsers Themenvorschlag – getroffen habe.

Tatsächlich ist Angermayer als möglicher Protagonist kein Geheim-Tipp. Texte über ihn sind bisher unter anderem im „Manager Magazin“ und in der „Wirtschaftswoche“ erschienen. Zudem war Angermayer im September 2020 im OMR-Podcast von Philipp Westermeyer zu hören.

MEEDIA wollt es genauer wissen und hat Halser über Twitter kontaktiert. Auf unsere Nachfragen antwortet sie unter anderem: „Ich würde mich freuen, wenn es der Redaktion gelingen würde, zu sehen, dass sie sich hier nicht fair verhalten hat – ob es nun ein Versehen war, oder nicht – und als Entschädigung ein angemessenes Ausfallhonorar bezahlen würde.“

Halser fordert zudem eine „Sorgfaltspflicht“ der Redaktionen gegenüber freien Journalisten und schreibt weiter: „Ich bin sicher, dass ich nicht die einzige bin, der so etwas passiert, auch wenn das ein plakativer Fall ist.“

Mitarbeit: Tobias Singer

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