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"Großer Reporter"

„Bild“-Kolumnist Mainhardt Graf von Nayhauß gestorben

Bonn: Mainhardt Graf von Nayhauß posiert im Wohnzimmer seines Hauses – Foto: picture alliance / dpa

Der langjährige „Bild“-Kolumnist Mainhardt Graf von Nayhauß ist tot. Er starb am Freitag im Alter von 94 Jahren.

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Dies bestätigte ein Sprecher des Medienkonzerns Axel Springer am Mittwoch auf Anfrage der dpa. „Bild“ berichtete zuvor darüber und bezeichnete die Texte von Mainhardt Graf von Nayhauß als legendär. Der Journalist galt als Meister der politischen Homestory. Viele Top-Politiker besuchte er zuhause. Nur zwei Beispiele: Mit Franz Josef Strauß fuhr er einst Motorboot, bei Helmut Kohl schaute er sich dessen Weinkeller an.

Der 1926 in Berlin geborene Mainhardt Graf von Nayhauß-Cormòns schrieb in seiner journalistischen Karriere für viele Medien. In den 1950er Jahren war er zeitweise für den „Spiegel“ tätig. Es folgten viele weitere Stationen, unter anderem bei „Stern“, „Quick“, „Bunte“, „Welt“ und „Bild“. Bei der Boulevardzeitung wurde er sehr vielen Lesern über Jahrzehnte ab den 1980er Jahren bekannt mit seiner Kolumne „Bonn vertraulich“ und später dann „Berlin vertraulich“.

Nachruf auf einen „großen Reporter“

In einem dpa-Interview aus dem Jahr 2013 sagte der Kolumnist einmal: „Um einen Politiker beschreiben zu können, gehört dazu doch auch sein Zuhause – was hat er für Bücher, was hat er für Bilder, wie ist er eingerichtet, wie geht er mit Frau und Kindern um? Doch die Tendenz, dass sich Politiker abkapseln, wird immer stärker.“

Die „Süddeutsche Zeitung“ bezeichnete ihn in einem Nachruf als großen Reporter und schrieb: „Wenn er 120 Mal in der Kanzlermaschine mitflog, mit Helmut Kohl wanderte, mit Franz Josef Strauß trank, mit Walter Scheel eine Riesenportion Spanferkel verzehrte, entmachtete er regelmäßig die Macht, die sich von ihm porträtiert wähnte.“

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