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Quartalsbilanz

Anhaltender Werbeboom beschert Snap Umsatz von 911 Mio. Dollar

Der Siegeszug der zweiten Reihe geht im Social Media-Sektor weiter. Im Windschatten von Facebook blüht der lange Zeit abgeschriebene Stories-Pionier Snap in der Pandemie förmlich auf. Die jüngste Quartalsbilanz unterstreicht eindrucksvoll, warum

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Eine der bemerkenswertesten  Internet-Erfolgsgeschichten des Jahres ist um ein Kapitel reicher. Knapp vier Jahre nach dem IPO, der Snap-Aktionären zunächst jede Menge geplatzte Börsenträume einbrachte, klettert der Mutterkonzern von Snapchat von Allzeithoch zu Allzeithoch, das erst gestern auf Notierungen jenseits der 60 Dollarmarke verbessert wurde.  

Der Grund dafür ist eine neue Wachstumsdynamik, die in den Lock- und Shutdowns im Coronajahr immer weiter an Konturen gewann, wie auch das Schlussquartal 2020 beweist. So konnte CEO Evan Spiegel auch mit der Bilanz für den Zeitraum von Anfang Oktober bis Ende Dezember die Wall Street-Schätzungen deutlich überbieten.

Umsatzexplosion auf über 900 Millionen Dollar

Die Snapchat-Mutter konnte in den letzten drei Monaten des abgelaufenen Geschäftsjahres den Rekordumsatz von 911 Millionen Dollar ausweisen und damit die Analystenschätzungen, die noch bei 857 Millionen Dollar gelegen hatten, deutlich pulverisieren. 

Im Vorjahreszeitraum hatte das US-Unternehmen noch lediglich Erlöse in Höhe von 560 Millionen Dollar eingefahren. CEO Evan Spiegel kann damit ein beschleunigtes Umsatzwachstum von satten 62 Prozent präsentieren. Im Gesamtjahr 2020 brachte es das knapp zehn Jahre Internet-Unternehmen nunmehr auf Erlöse in Höhe von 2,51 Milliarden Dollar – ein Plus von 46 Prozent.

Weiter Verluste von 113 Millionen Dollar 

Unklar bleibt indes weiterhin, wie Snap einmal Geld verdienen möchte.  Immerhin: Der Social Media-Pionier hat seine Verluste gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 53 Prozent verringert. Unter dem Strich hat der Stories-Erfinder im vierten Quartal allerdings immer noch happige 113 Millionen Dollar netto verloren.

Vor Abschreibungen, Steuern und Zinsen (EBITDA) konnte Snap indes erneut ein positives Konzernergebnis von nun bereits 165,6 Millionen Dollar ausweisen, das einem Gewinn je Aktie von 9 Cent entspricht. Analysten hatten dagegen lediglich mit einem Gewinn von 7 Cent je Anteilsschein gerechnet. 

22 Prozent mehr Nutzer als vor einem Jahr 

Punkten konnte CEO Evan Spiegel zudem bei der kritisch beäugten Nutzerentwicklung. Bereits in den vergangenen Quartalen konnte die App mit dem Geister-Logo wieder einen starken Nutzerzuwachs verbuchen, der zuletzt immer mehr an Dynamik gewann.

Im vierten Quartal 2020 konnte Snapchat mit nunmehr 265 Millionen täglich aktiven Nutzern einen Zuwachs von 16 Millionen Snapchattern bzw. sechs Prozent gegenüber dem Vorquartal verzeichnen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum zählte Snapchat insgesamt 47 Millionen mehr Nutzer – ein Zuwachs von 22 Prozent.

Dass die Wall Street dennoch enttäuscht auf Snaps neues Zahlenwerk reagierte, dürfte am zurückhaltenden Ausblick auf das laufende Quartal liegen, in dem Evan Spiegel gar vor Abschreibungen, Steuern und Zinsen (EBITDA) mit Verlusten zwischen 50 und 70 Millionen Dollar rechnet. Die Aktie wird nachbörslich entsprechend abverkauft und verliert knapp 10 Prozent auf nunmehr 52 Dollar.

 

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