Anzeige

Agentur-Gruppe

M&C Saatchi will mit neuer Struktur wieder durchstarten

Moray MacLennan (CEO) kündigten umfassende Neuerungen bei M&C Saatchi an – Foto: M&C Saatchi

Als Aktiengesellschaft ist es auch für M&C Saatchi obligatorisch, zum Anfang eines jeden Jahres eine Veranstaltung für institutionelle Anleger und Analysten zu veranstalten. Davon hängt ab, wie die Aktie eingestuft wird – und damit der Wert der Gesellschaft. Dieses Jahr hatte der Vorstand dem Fachpublikum allerdings mehr zu berichten als blanke Zahlen. Es gab Neuigkeiten zu mittelfristigen Finanzzielen, zur Strategie und vor allem zum neuen Betriebsmodell.

Anzeige

M&C Saatchi lud die Analysten und institutionelle Anleger – Corona bedingt – nicht wie sonst nach London sondern an die heimischen Bildschirme. So konnte jeder für sich das bewerten, was Moray MacLennan, Chief Executive Officer der Agenturgruppe in seiner Eröffnungsrede sagte: „Heute verkünden wir den Beginn eines neuen Zeitalters für M&C Saatchi: ein Zeitalter des tiefgreifenden Wandels. Dies wird klar im Zentrum unseres Kundenangebots stehen und für die Kunden als auch für die Führung und das Wachstum des Unternehmens von zentraler Bedeutung sein.“ Um dann, wie nebenbei, zu erwähnen, dass M&C Saatchi 2019 die schwerste Zeit seiner Geschichte durchgemacht hat. Womit er neben der Pandemie wohl vor allem die Zahlen meinte. M&C Saatchi hatte – wenn man sich die Bilanzen auch vor 2019 anguckt – keine rosigen Zeiten. 2018 hatte die Entdeckung eines schweren Buchhaltungsfehlers die Bilanz verhagelt, 2019 war es Corona. Das summiert sich.

Umstrukturierung soll Erfolg bringen

Darum hat sich M&C Saatchi nach eigenem Bekunden bereits frühzeitig 2019 drangemacht eine neue Struktur zu erarbeiten, die die Agentur wieder auf finanziell sichere Füße stellt.

Moray MacLennan erinnerte daran, dass die Agenturgruppe seit seiner Gründung 1995 inzwischen insgesamt 95 Standorte gegründet hat, wovon 29 bereits wieder geschlossen wurden. Dass aber vor allem die Gründungen davon zeugen würden, wie begeistert man noch immer davon sei, das Potenzial auszunutzen, Kreativität und unternehmerisches Talent miteinander zu verbinden. Und dass man weiter Menschen an sich binden wolle, die mitmachen anstatt wieder auszusteigen, die aufbauen wollen, anstatt etwas zu erhalten. Womit er wohl – wenn auch etwas kompliziert – auf die diversen personellen Veränderungen in den vergangenen zumindest zwei Jahren anspielte.

MacLennan ging aber auch darauf ein, dass sich nicht nur in der M&C-Saatchi Gruppe einiges getan hat, sondern dass sich die Welt im Allgemeinen verändert. Und auf all das wolle man eben mit dieser grundlegend neuen Struktur reagieren.

Wobei die anvisierten Neuerungen, bei genauer Betrachtung, den Begriff „neue Struktur“ nicht wirklich treffen. Sie sind tiefgreifender als beispielsweise die vor erst zwei Jahren in Düsseldorf vollzogene Strukturänderung, bei der Units gegründet wurden. Hier geht es darum, das gesamte Network einmal auf links zu kehren.

Fünf Spezialbereiche

So wurde das operative Geschäft in fünf Spezialbereiche gegliedert. Jeder Spezialbereich definiert quasi eine Kundenanforderung und baut erst zweitrangig auf den vorhandenen Kompetenzbereichen auf: Global & Social Issues konzentriert sich „auf den Einsatz von Expertise zur Erzielung von Verhaltensänderungen sowie auf strategische Kommunikation, um einige der drängendsten weltweiten Probleme zu lösen“. Was nichts anderes bedeutet, als dass es hier um Themen wie wie Klimawandel, nationale Sicherheit, Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und Konfliktverhütung geht. Brand, Experience & Innovation beschäftigt sich mit Markenstrategie, Identität, Customer Experience Design und Innovation. Connected Creativity steht für die Entwicklung von Creative Content und Brand Messaging für das komplette digitale Ökosystem entlang der gesamten Customer Journey als Basis der Brand Reputation. Media legt den Fokus auf die Vernetzung von Marken mit den heutzutage Always-on-Connected-Konsumenten. Passion Marketing beschreibt die On- und Offline-Vernetzung von Marken mit Menschen über deren Leidenschaften.

Das Große Ganze im Visier

Diese fünf Spezialbereiche werden wiederum von einem Großen/Ganzen gedeckelt. Bei M&C Saatchi heißt das „Connected Growth“ und meint nichts anderes, als dass New Business gruppenweit gebündelt wird. Das Ziel: Steigerung des Umsatzwachstums und ein einheitlicher Gesamtauftritt nach außen. Im Februar diesen Jahres soll mit der neuen M&C Saatchi Data Consultancy, Fluency eine neue Beratungseinheit an den Start gehen, die die Kunden bei der Datenanalyse unterstützen soll. Außerdem sollen die Ad-Tech-Kompetenzen weiter ausgebaut werden. Ebenfalls in diesem Jahr soll, so das Vorhaben, eine neue Generation des digitalen Innovation-Studios 2021 für Design, Prototyping und Inkubation schnell auf den Markt drängender Unternehmen / Start-ups mit dem Ziel des schnellen Umsatzwachstums an den Start gehen. Last but not least hat M&C Saatchi sich dann selbst noch die Einführung einer Nachhaltigkeitsstrategie, sozusagen als Blaupause für die Kunden, auf die Agenda geschrieben.

Neue Struktur liegt im Trend

Damit, sich eine neue Struktur zu verpassen, steht M&C Saatchi nicht allein da. Zum Ende des vergangenen Jahres hatte das WPP-Netzwerk mit den Zusammenlegungen von Grey und AKQA oder Geometry Global und VMLY&R vorgelegt. Auch wenn der Vergleich vordergründig etwas hinken mag, Parallelen sind dennoch zu erkennen. Die Vordergründigste ist die Zusammenlegung einzelner Bereiche von vielen Standorten an einen. Aber auch der Aufbau von Spezialkompetenzen unterscheidet sich bei den Dreien nicht besonders. Damit ist im noch jungen 2021 M&C Saatchi also die dritte Agentur-Gruppe, die mit neuer Struktur in Zukunft wieder mehr Geschäft machen will.

Anzeige