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Fabel-Quartalsbilanz

Amazon-Chef Jeff Bezos kündigt CEO-Rückzug an

Jeff Bezos – Foto: IMAGO / MediaPunch

Paukenschlag nach Handelsschluss: Amazon lieferte im Weihnachtsquartal Fabelergebnisse, die bei Weitem die Wall Street-Schätzungen übertrafen. Doch selbst Rekordumsätze von 126 Milliarden Dollar wurden angesichts einer vollkommen überraschenden Personalie zur Nebensache: 27 Jahre nach der Gründung tritt Jeff Bezos im Sommer als Amazon-CEO ab

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Es ist der erwartete (vorläufige) Höhepunkt der 27-jährigen Unternehmenshistorie: Corona-Gewinner Amazon konnte im Weihnachtsgeschäft glänzen wie nie zuvor und mit seiner neuen Geschäftsbilanz nach jeder Lesart die Erwartungen der Wall Street überbieten.

Bereits höherer Umsatz als Apple

So setzte Amazon zwischen Anfang Oktober und Ende Dezember enorme 125,6 Milliarden Dollar um, während die Wall Street lediglich mit Erlösen in Höhe von 119,7 Milliarden Dollar gerechnet hatte. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum, als Amazon noch 87,44 Milliarden Dollar erlöst hatte, zogen die Umsätze damit um bemerkenswerte 44 Prozent an. Es war gleichzeitig das erste Quartal, in dem Amazon überhaupt die Umsatzmarke von 100 Milliarden Dollar geknackt hatte.

Auf Jahressicht vermochte Amazon seine Umsätze in der Coronakrise tatsächlich um mehr als 100 Milliarden Dollar zu steigern! Die im Vorjahr erzielten Erlöse von 280,5 Milliarden Dollar konnte der E-Commerce-Riese auf nunmehr bereits 386 Milliarden Dollar ausbauen. Amazon setzt damit inzwischen mehr als Apple oder jedes andere Techunternehmen um. Weltweit erzielte im vergangenen Jahr lediglich Einzelhandelsgigant Walmart höhere Umsätze. 

Amazon verbucht Rekordgewinn

Auch die Gewinne des Internet-Dinos, auf die Konzernchef Jeff Bezos zugunsten des Wachstums lange Zeit verzichtet hatte, explodierten in der Pandemie förmlich. Nach einem Überschuss von 3,27 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum konnte Amazon im vierten Quartal 2020 unter dem Strich nunmehr 7,2 Milliarden Dollar ausweisen – ein Plus von sage und schreibe 120 Prozent.

Der Gewinn je Aktie betrug 14,09 Dollar und pulverisierte die Analystenerwartungen, die lediglich bei 7,23 Dollar je Anteilsschein gelegen hatten, damit regelrecht. Es war gleichzeitig Amazons 19. Quartalsgewinn in Folge und der mit Abstand größte der Konzerngeschichte. Im Gesamtjahr 2020 hat der wertvollste Internetkonzern der Welt netto 21,3 Milliarden Dollar – und damit ebenfalls so viel wie nie – verdient.

Jeff Bezos kündigt überraschenden CEO-Rückzug an

Überschattet wurde Amazons Fabelbilanz indes von einer Personalie, mit der zu diesem Zeitpunkt kaum ein Branchenexperte gerechnet hatte. Nach 27 Jahren als CEO wird Amazon-Gründer Jeff Bezos den Vorstandsposten abgegeben und ab dem dritten Quartal die Rolle des „Executive Chairs“ einnehmen – was der Rolle eines Aufsichtsratschefs entspricht.

Tatsächlich dürfte Bezos, der weiterhin mit einem Anteil von über 20 Prozent mit Abstand größer Aktionär des Internetgiganten ist, im Hintergrund aber mutmaßlich stärker eingebunden sein als die formale Jobbeschreibung zunächst erahnen lässt. 

„Ich beabsichtige, meine Energie und Aufmerksamkeit auf die neuenProdukte und frühe Initiativen zu legen“, erklärte Bezos in einem Schreiben an die Mitarbeiter. Auf Bezos folgt im dritten Quartal der bisherige Chef der boomenden Cloudsparte AWS, Andy Jassy (52).

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