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Berichtssaison

Alibaba-Bilanz: Chinas E-Commerce-Gigant steigert Umsatz um 37 Prozent

Alibaba: Die Posse um Gründer Jack Ma hat die Schlagzeilen bestimmt – Foto: Imago

Ausrufezeichen nach schwierigen Monaten: Alibaba konnte bei Vorlage der neusten Geschäftszahlen für das vierte Quartal 2020 erneut die Analystenschätzungen übertreffen. Der chinesische Online-Marktplatz-Betreiber steigerte seine Umsätze um 37 Prozent und vermeldet erstmals die Profitabilität des hoch gewetteten Cloud-Geschäfts.

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Hinter dem E-Commerce-Riesen Alibaba liegen die turbulentesten Monate seit dem Börsengang 2014. Anfang November sah es noch so aus, als sollte der damals wertvollste Konzern Chinas erneut seine Stärke demonstrieren – in Form des Börsengangs des Fintechs Ant Financial, an dem Alibaba zu rund einem Drittel beteiligt ist.

Zwei Tage vor dem Handelsstart wurde das IPO wegen fehlender Regularien abgesagt, nachdem Äußerungen von Alibaba-Gründer Jack Ma im Vorfeld für Unmut bei der chinesischen Regierung gesorgt hatten. Alibaba selbst rückte in den Fokus kartellrechtlicher Untersuchungen.

Der Umstand, dass Alibaba-Gründer Jack Ma zudem über mehrere Monate öffentlich nicht mehr in Erscheinung trat, befeuerte den Absturz der Alibaba-Aktie an den Kapitalmärkten: Der Vorzeige-E-Commerce-Konzern Chinas büßte in der Spitze knapp ein Drittel seines Börsenwertes ein – mehr als 300 Milliarden Dollar.

Umsatz deutlich über Erwartungen

Dass sich an Alibabas Geschäftsentwicklung fundamental nichts verändert hat, demonstrierte der 22 Jahre alte Internetpionier heute bei Vorlage seiner neusten Geschäftsbilanz für das abgelaufene Weihnachts-Quartal.

Zwischen Oktober und Dezember legten die Erlöse des größten Online-Marktplatz-Betreibers der Welt erneut um beachtliche 37 Prozent auf 221 Milliarden Yuan (33,2 Milliarden Dollar) zu. Die Analystenschätzungen, die bei 214 Milliarden Yuan gelegen hatten, wurden damit deutlich übertroffen.

Nettogewinn von knapp 12 Milliarden Dollar

Alibabas Nettogewinn konnte die Erwartungen der Wall Street ebenfalls deutlich überbieten: Im Schlussquartal des Kalenderjahres 2020 steigerte Alibaba den Konzerngewinn auf bereits 77,9 Milliarden Yuan (11,9 Milliarden Dollar).

Unter dem Strich wuchs das Konzernergebnis im Weihnachtsquartal damit um 48 Prozent. Der Gewinn je Aktie betrug 4,42 Dollar je Aktie und übertraf damit die Konsensschätzungen, die noch bei 2,57 Dollar je Anteilsschein gelegen hatten, deutlich.

Cloudsparte erstmals profitabel

Das E-Commerce-Geschäft bleibt naturgemäß weiterhin Alibabas großer Geschäftstreiber und war weiterhin für 89 Prozent der Umsätze verantwortlich. Per Ende Dezember verzeichnete Alibaba auf seinem chinesischen Online-Marktplatz bereits 902 Millionen mindestens einmal im Monat aktive Mobilnutzer – ein Plus von 21 Millionen Kunden binnen drei Monaten. Die mindestens einmal im Jahr auf den chinesischen Marktplätzen aktiven Kunden vergrößerten sich im Vergleich zum Vorjahr um 22 Millionen auf 779 Millionen Käufer.

Die jüngeren Geschäftsbereiche entwickeln sich unterdessen noch dynamischer: Wie beim einheimischen Rivalen Tencent boomt die Cloudsparte, deren Umsätze um 50 Prozent auf 16,11 Milliarden Yuan (2,47 Milliarden Dollar) zulegten und damit schneller wuchsen als US-Rivale Amazon (AWS) und genauso schnell wie Microsofts Azure. Erstmals in der Konzerngeschichte verbuchte die zukunftsträchtige Cloudsparte einen Vorsteuer-Gewinn (EBITDA). Anleger reagierten vor Handelsstart in den USA trotzdem mit leichten Abschlägen.

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