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"In letzter Instanz"

Nach Rassismus-Shitstorm: WDR und Teilnehmer entschuldigen sich

Nach Rassismus-Vorwürfen entschuldigte sich der WDR für die Talkshow "Die letzte Instanz" – Foto: WDR

Schauspielerin und Moderatorin Janine Kunze („Hausmeister Krause“) und Micky Beisenherz haben sich nach Rassismus-Vorwürfen für ihre Worte in der WDR-Sendung „Die letzte Instanz“ entschuldigt. Zuvor hatte sich auch schon der Sender entschuldigt. Die Sendung wurde kritisiert, weil ausschließlich weiße Promis über Rassismus diskutierten. In der Mediathek hat der Sender die Show mit einer Hinweistafel versehen.

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„Mir ist klar geworden, dass ich Menschen, insbesondere die der Sinti und Roma Community, mit meinen unbedachten Äußerungen zutiefst verletzt, als auch diskriminiert habe», schrieb die 46-Jährige Kunze am Sonntag bei Instagram. Gerade als Mutter von drei Kindern sollte sie aufgeklärter sein, schrieb sie weiter. Sie werde künftig ihre Wortwahl überdenken. „Mein Wunsch ist es, dass wir voneinander lernen“. Ihr Statement versah sie mit dem skizzenhaften Bild eines Herzens.

Auch Micky Beisenherz entschuldigt sich. Er sagte am Montag in seinem Podcast „Apokalypse und Filterkaffee“: „Wenn ich Leute enttäuscht habe, dann tut mir das aufrichtig leid, denn das möchte ich nicht.“ In der Talkrunde bei Moderator Steffen Hallaschka hatten am Freitagabend die Gäste Micky Beisenherz, Thomas Gottschalk, Janine Kunze und Jürgen Milski aktuelle gesellschaftliche Themen diskutiert, darunter auch die Frage: „Das Ende der Zigeunersauce: Ist das ein notwendiger Schritt?“

Auf Twitter empörten sich im Anschluss viele Zuschauer darüber, dass die Gäste „empathielos“, „unkritisch“ und „naiv“ mit dem Thema Alltagsrassismus umgegangen seien und rassistische Begriffe verteidigt hätten. Auch der Umstand, dass zu einer Diskussion über Rassismus ausschließlich weiße Gäste in die Talkrunde eingeladen waren, wurde heftig kritisiert. Besonders im Fokus stand eine Aussage von Kunze, die sagte, sie habe sich „über viele Worte nie Gedanken gemacht“. „Haltet mich für naiv, nein, sie gehören dazu“, führte sie weiter aus. Scharfe Kritik gab es auch an Thomas Gottschalk, der angab, bei einer Kostümparty in Los Angeles mit Jimi-Hendrix-Verkleidung das erste Mal erfahren zu haben, „wie sich ein Schwarzer fühlt“.

Am Sonntag hatte der Sender Fehler eingeräumt: Die Sendung – die erstmals im November linear ausgestrahlt wurde, aber keine Aufmerksamkeit erregte – sei nicht so gelaufen, „wie wir es geplant und uns vorgestellt hatten“. In der „letzten Instanz“ sollten kontroverse Themen auf unterhaltsame Weise diskutiert werden, und dabei dürfe natürlich jeder Gast seine Meinung äußern. „Aber rückblickend ist uns klar: Bei so einem sensiblen Thema hätten unbedingt auch Menschen mitdiskutieren sollen, die andere Perspektiven mitbringen und/oder direkt betroffen sind“, hieß es in der Stellungnahme. „Daraus haben wir in jedem Fall gelernt“, sagte eine WDR-Sprecherin.

Der WDR hat die Sendung trotz der Kritik in der Mediathek belassen. allerdings mit einer Hinweistafel versehen. Dort heißt es u.a.: „Bei so einem sensiblen Thema hätten unbedingt auch Menschen mitdiskutieren sollen, die andere Perspektiven einbringen und/oder direkt davon betroffen sind.“ Das wolle man künftig besser machen. Aus „Transparenzgründen“ bleibe die Sendung aber in der Mediathek stehen.

Deutlicher wurde Beisenherz: „Wenn da vier Kartoffeln sitzen und über Rassismus mit Karten abstimmen, dann ist im Kern ja schon mal etwas falsch, das kannst du so einfach nicht machen“, sagte er in seinem Podcast. Als Gesellschaft sei man deutlich weiter, „als im Jahr 2021 noch ernsthaft über dieses verdammte Schnitzel zu diskutieren und zu sagen, ich möchte unbedingt das Z-Wort benutzen, wenn ich bestelle.“

dpa/swi

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