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Berichtssaison

Rekordbilanz: Apple erlöst 111 Mrd. Dollar in 92 Tagen

Ungebrochene Begehrlichkeit in Corona-Zeiten: Apples iPhone Foto: © Apple

Dass Apple als einer der großen Gewinner aus der Coronakrise gehen wird, ist längst kein Geheimnis mehr – die Dimensionen indes waren es bis nach Handelsschluss. Dann setzte der Techpionier aus Cupertino mit Vorlage seiner neusten Quartalsbilanz ein neues Ausrufezeichen. CEO Tim Cook konnte mit 111 Milliarden Dollar Umsatz und fast 29 Milliarden Dollar Gewinn Fabelergebnisse präsentieren

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Wenn es eines letzten Beweises für die enorme Dominanz von Big Tech bedurft hätte, dann lieferte ihn der wertvollste Konzern der Welt nach Handelsschluss. Bei Vorlage seiner neusten Geschäftsbilanz für das abgelaufene Dezember-Quartal konnte Apple die Erwartungen der Wall Street nämlich deutlich übertreffen.

Zwischen Anfang Oktober und Ende Dezember legten die Umsätze um gleich 21 Prozent von 91,8 auf bereits 111,4 Milliarden Dollar zu und lagen damit sehr deutlich über den Konsensschätzungen der Wall Street, die noch mit Erlösen in Höhe von 103,3 Milliarden Dollar gerechnet hatte. Es waren die höchsten Umsätze, die Apple je im vierten Kalenderquartal, das bereits dem ersten Quartal des neuen Fiskaljahres entspricht, jemals eingefahren hat.

Der Nettogewinn zog mit einem Plus von knapp 30 Prozent unterdessen noch dynamischer an – nämlich von 22,2 auf nunmehr bereits 28,7 Milliarden Dollar. Wegen der beschleunigten Aktienrückkäufe legte der Gewinn je Aktie gar um 35 Prozent von 1,25 auf 1,68 Dollar je Anteilsschein zu. Apple übertraf damit ebenfalls die Analystenschätzungen, die bei 1,41 Dollar je Aktie gelegen hatten.

Erfolgsgarant iPhone

Angeführt wurde die Rekordbilanz von Apples größter und mit Abstand wichtigster Konzern-Unit – der iPhone-Sparte. Apple-CEO Tim Cook gibt seit 2018 keine Auskünfte mehr über die Stückzahlenverkäufe der verschiedenen Produktkategorien, wohl aber über die Umsätze, die im Falle des iPhones deutlich über den Erwartungen der Wall Street gelegen hatten.

Nach Umsätzen von 55,96 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum konnte der Tech-Pionier aus Cupertino mit seinen Smartphones, – angeführt von der im vergangenen Herbst gelaunchten iPhone 12-Serie – nunmehr fast 10 Milliarden Dollar mehr Umsatz generieren – nämlich 65,59 Milliarden Dollar erlösen. Das entspricht einem Umsatzzuwachs von 17 Prozent.

Wearables und Servicesparte boomen weiter

Noch dynamischer legte unterdessen der neu definierte Unternehmensbereich ‘Wearables, Home and Accessories’ zu, der die Apple Watch und die boomenden Drahtlos-Kopfhörer AirPods, aber auch den Smart Speaker HomePod und andere Accessoires wie etwa Apple TV oder den iPod umfasst. Die Erlöse zogen um weitere 29 Prozent von 10,01 auf nunmehr bereits 12,97 Milliarden Dollar an.

Weiter zweistellig auf Wachstumskurs befindet sich auch der hoch gewettete Servicebereich, der die Internetdienste Apple Music, Apple TV+ und etwa die Erlöse des AppStore umfasst, und zum großen Hoffnungsträger des Kultkonzerns aus Cupertino geworden ist. Die Erlöse der Servicesparte legten um 24 Prozent von 12,71 auf nunmehr 15,76 Milliarden Dollar zu und lagen damit ebenfalls über den Wall Street-Schätzungen.

Wegen Corona: iPad-  und Mac-Unit erneut Wachstumstreiber

Ebenfalls weiter massiv im Aufwärtstrend befinden sich zwei der älteren Hardwaresparten, die in den vergangenen Jahren nur noch für eine Randnotiz in den Quartalsbilanzen gut waren. In der Corona-Pandemie jedoch erleben der Mac und das iPad eine vor Jahresfrist noch vollkommen unerwartete Renaissance, weil Lockdowns die Computer-Neuausstattung von Berufstätigen, Studenten und Schülern erfordern.

So schossen die Erlöse der nunmehr auf den Tag genau elf Jahre alten iPad-Unit förmlich durch die Decke. Die Umsätze von Apples Tablet-Sparte legten überraschend deutlich um 41 Prozent von 5,97 auf nunmehr 8,43 Milliarden Dollar zu. Apples ältester Konzernbereich – die Mac-Division – wuchs von 7,16 auf nunmehr 8,67 Milliarden Dollar und damit um 21 Prozent.

Dass Apples Aktie nach dem Fabel-Zahlenwerk im nachbörslichen Handel um knapp 3 Prozent auf 138 Dollar nachgab, gehört zu den Kuriositäten der Kapitalmärkte, an denen Aktien in Erwartung im Vorfeld steigen, um nach dem Eintreten des Ereignisses dann wieder zu fallen (Sell-on-the-news-Effekt).

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