Anzeige

Die IVW-Quartalsauflagen der überregionalen Zeitungen

Zeitungs-Auflagen: „Zeit“ wächst massiv mit Print und Digital, „taz“ überholt „Welt“

Foto: imago images / Rüdiger Wölk

„Die Zeit“ ist bei den Verkaufszahlen laut IVW weiter im Aufwind. 15,4% gewann sie im Vergleich zum Vorjahr hinzu, vor allem, aber nicht nur dank gesteigerter Digital-Abos. Die „taz“ überholte unterdessen die „Welt“, weil sie ebenso bei den Digital-Abos zulegt.

Anzeige

478.985 per Abo und Einzelverlauf abgesetzte Exemplare verzeichnete „Die Zeit“ im vierten Quartal 2020. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem extremen Plus von 15,4%. Ein entscheidender Faktor sind dabei die Digital-Kunden, die auch das E-Paper beziehen. Hier wuchs die Abo-Kartei innerhalb des Jahres von 76.146 auf 125.757. Allerdings – und das ist noch interessanter: Abzüglich der Digitalkunden ging es auch für die Print-Ausgabe der „Zeit“ nach oben, sowohl bei den Abos, als auch im Einzelhandel. Aus 338.512 verkauften Zeitungen wurden 352.737 – ein reines Papier-Plus von 4,2%.

Glimpflicher als zuletzt davon gekommen ist die „Bild am Sonntag“, die mit 607.425 Abos und Einzelverkäufen an der Spitze der Wochen- und Sonntagszeitungen liegt. Sie büßte diesmal nur 6,9% ein, in den vorigen Quartalen waren es immer mehr als 10%. Ähnlich deutlich verloren hat auch die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“, bei nur einem Prozent liegt der Verlust der „Welt am Sonntag“. Bei den kleineren Titel gibt es einen weiteren Gewinner: „der Freitag“ steigerte sich um 3,4%.

Wochen- und Sonntagszeitungen im 4. Quartal 2020 (nur Abo+EV)

Platz Titel Abo+EV 2020-IV vs. 2019-IV absolut vs. 2019-IV in %
1 Bild am Sonntag 607.425 -44.833 -6,9
2 Die Zeit 478.985 63.895 15,4
3 Welt am Sonntag (+kompakt) 205.150 -2.147 -1,0
4 Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 179.273 -12.981 -6,8
5 Katholische SonntagsZeitung für Deutschland (gesamt) incl. Neue Bildpost 27.755 -1.553 -5,3
6 Junge Freiheit 22.564 -111 -0,5
7 Der Freitag 20.986 681 3,4
8 Das Parlament 6.602 -266 -3,9
9 Jüdische Allgemeine Wochenzeitung für Politik, Kultur, Religion und Jüdisches Leben 4.276 -157 -3,5
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA

Bei den überregionalen Tageszeitungen fiel „Bild“ auf inzwischen nur noch per Abo und Einzelverkauf abgesetzte 1,03 Millionen Verkäufe und damit den erneut schwächsten Verkauf seit 1953. Immerhin: Im zweiten und dritten Quartal 2020 sah es im Vergleich zu 2019 noch mieser aus.

Sogar 37,8% verloren hat die „Welt“. Hier spielt zwar auch die Einstellung der „Welt kompakt“ eine Rolle, aber vermutlich nicht die einzige Rolle. Mit nur noch 41.661 Abos und Einzelverkäufen fällt die „Welt“ diesmal sogar hinter die „taz“ zurück, die dank gesteigerter E-Paper-Abos 1,2% hinzu gewann. Ebenfalls im Plus dank Digitalkunden: das „Handelsblatt“. Die „Süddeutsche Zeitung“ verlor verhaltene 0,5%, die „Frankfurter Allgemeine“ deutlichere 8,6%.

Überregionale Tageszeitungen im 4. Quartal 2020 (nur Abo+EV)

Platz Titel Abo+EV 2020-IV vs. 2019-IV absolut vs. 2019-IV in %
1 Bild 1.031.098 -151.601 -12,8
2 Süddeutsche Zeitung 277.561 -1.518 -0,5
3 Frankfurter Allgemeine 176.240 -16.530 -8,6
4 Handelsblatt 89.636 2.076 2,4
5 taz. die tageszeitung 42.604 491 1,2
6 Welt Print Werktag 41.661 -25.296 -37,8
7 Neues Deutschland 17.346 -1.664 -8,8
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA

Anzeige