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Quartalsbilanz

Netflix begeistert die Wall Street mit 8,5 Millionen neuen Abonnenten

Der Streaming-Boom geht weiter: Im vierten Quartal des vergangenen Jahres konnte Netflix 8,5 Millionen neue zahlende Abonnenten vermelden und damit die Analystenschätzungen deutlich übertreffen. Noch mehr begeistert die Wall Street die Aussicht auf ein Ende des steigenden Schuldenbergs. Die Aktie haussiert nachbörslich

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Der Streaming-König hat geliefert: Im vierten Quartal konnte Netflix mit seiner Geschäftsbilanz den Erwartungen der Wall Street gerecht werden. Die Umsätze lagen mit 6,64 Milliarden Dollar zwar nur marginal über den Analystenschätzungen von 6,63 Milliarden Dollar. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum konnte Netflix damit einen Erlöszuwachs von rund 21 Prozent verbuchen. Auf Jahressicht legten die Konzernerlöse um 23 Prozent auf 24,9 Milliarden Dollar zu.

Der Gewinn je Anteilsschein fiel jedoch mit 1,19 Dollar unterdessen niedriger aus als die Analystenprognosen, die bei 1,39 Dollar je Aktie gelegen hatten. Netto verdiente Netflix im vierten Quartal mit 542 Millionen Dollar rund 8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Abonnentenzuwachs deutlich über Erwartungen

Das Hauptaugenmerk der Analysten liegt unterdessen seit jeher auf der Nutzerentwicklung. Im Weihnachtsquartal konnte CEO Reed Hastings 8,5 Millionen neue zahlende Abonnenten vermelden. Netflix lag damit zwar knapp unter den Zuwächsen aus dem Vorjahresquartal, als der nach Disney zweitwertvollste Medienkonzern der Welt 8,76 Millionen Neukunden verbucht hatte.

Der Streaming-Pionier von Serien und Filmen, der in den späten 90er-Jahren noch als Versender von DVDs begonnen hatte, konnte aber sehr deutlich die eigenen Schätzungen und Erwartungen der Wall Street übertreffen, die lediglich bei 6,5 Millionen neuen Mitgliedern gelegen hatten.

Insgesamt bringt es Netflix nunmehr auf 203,66 Millionen zahlende Abonnenten, während der neue Streaming-Rivale Disney+ nach rund einem Jahr auf dem Markt immerhin schon über 86 Millionen zahlende Kunden angelockt hat. Im Corona-Jahr 2020 konnte Netflix damit 37 Millionen Neukunden gewinnen – ein Zuwachs von 22 Prozent.

Aussicht auf Ende neuer Schulden erfreut Wall Street

Für das eigentliche Ausrufezeichen sorgte Reed Hastings mit dem begleitenden Statement, dass Netflix seine Geschäftsentwicklung künftig aus eigenen Mitteln bestreiten könne. Seit Jahren hat der US-Konzern für seine aufwendigen Content-Produktionen immer wieder neue Schulden in Milliardenhöhe angehäuft, die nicht in die Bilanzierung des Tagesgeschäfts mit einfließen. Zuletzt beliefen sich die Verbindlichkeiten auf 15,8 Milliarden Dollar.

Der Streaming-Gigant sei nach Aussagen von Hastings „sehr dicht dran, Cashflow-positiv“ zu operieren. In der Folge will Netflix keine neuen Schulden mehr aufnehmen und Überschüsse für Aktienrückkäufe verwenden. Die Wall Street reagierte begeistert auf die Bilanz und schickte die Netflix-Aktie, die 2020 mehr als 60 Prozent an Wert gewonnen hatte, im nachbörslichen Handel um 12 Prozent auf 562 Dollar nach oben.

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