Anzeige

Clubhouse Hype

Philipp Westermeyer: „Clubhouse ist wie eine Klassenfahrt mit der ganzen Branche“

OMR- Gründer Philipp Westermeyer sieht durchaus Möglichkeiten Clubhouse für das eigene Geschäft zu nutzen, auch wenn eine Monetarisierung noch fehlt.

OMR- Gründer Philipp Westermeyer sieht durchaus Möglichkeiten Clubhouse für das eigene Geschäft zu nutzen, auch wenn eine Monetarisierung noch fehlt. Foto: OMR

Der OMR-Gründer ist bereits vor dem großen Ansturm auf Clubhouse aktiv gewesen. Mit MEEDIA hat Westermeyer darüber gesprochen, wie er die App einschätzt, wie er sie für OMR einsetzen möchte und was ihm bis jetzt bei Clubhouse fehlt.

Anzeige

Philipp, wann hast du das erste Mal von Clubhouse gehört?

Ich habe zum ersten Mal vor einigen Monaten von Clubhouse gehört, als es einen Skandal um die App gab. Über Taylor Lorenz, eine Technologiereporterin von der „New York Times“ und eine unserer OMR-Sprecherinnen von 2019, wurde von Venture Capital Investoren in der App sehr negativ geredet, während sie sogar in dem Raum war. Das war ein großes Thema, über das sie selbst viel gepostet hat. Bei Twitter und Instagram folge ich Lorenz, da habe ich ihren Artikel über den Skandal gesehen, wie sie das beschrieben hat und da ist mir natürlich auch die App aufgefallen. Und dann ging das Anfang letzter Woche los, dass einige Digitalexperten hier in Deutschland darüber gesprochen haben. Dienstag- oder Mittwochabend habe ich erstmals selbst an einer Session teilgenommen und dann ging der Hype auch schon los. Die erste Session habe ich noch auf einem Handy von einem Freund gemacht, weil ich die App noch gar nicht installiert hatte. Am Mittwoch oder Donnerstag hatte ich sie dann selbst.

Hast du selbst einen Room angelegt oder aktiv an Diskussionen teilgenommen?

Ich selbst habe noch keinen eigenen Raum aufgemacht, aber am Sonntag mit Caro Daur, der Influencerin, einen längeren Talk gemacht – eine Art spontaner Live-Podcast. Da waren sogar 1000 Leute in dem Raum, was interessant zu sehen war. 

Wieviel Zeit hast du mit der App verbracht?
Ich habe auch sicherlich überproportional viel Zeit am Handy verbracht. Ein Blick auf die Bildschirmzeit hat mir verraten, dass ich bei plus 30 Prozent war. Das wird dann wohl Clubhouse sein. Aber auch das wird wieder glätten, denke ich. 

Welcher Talk stach für dich dabei besonders heraus?

Der Podcaster Olli Schulz war kurz in der App. Das war lustig und spontan. Und ich war überrascht, wie schnell die Politik vertreten war. Es gab aber nichts mit großem Mehrwert. Interessanter war es zu sehen, wie diese Leute sich positionieren. Das Spannendste für mich war, als am Donnerstag oder am Freitag alles anfing und nachts um halb eins alle alles ausprobiert haben. Das war wie Klassenfahrt mit der ganzen Branche, bei der sich alle erst einmal das Landschulheim ansehen. Am Sonntag war dann schon alles wieder Routine, es wurden schnell Räume aufgemacht und Themen besetzt. 

Planst du, Clubhouse direkt oder indirekt für dein Business zu nutzen und wie könnte das aussehen?

Wir werden Clubhouse sicherlich immer wieder einsetzen. Ich kann mir vorstellen, dass wir mit einigen Gästen Meetings machen und rund um OMR-Themen Räume aufmachen. Am Ende ist Clubhouse aber eine Ergänzung für Medienmarken, die wir sein wollen. Aber die App ist nicht der Ort, an dem Medienmarken entstehen. Man braucht Drittreichweite und vor allem eine sinnvolle Kuratierung. Die tägliche Nutzung halte ich für schwierig, denn wo soll hier eine sinnvolle vorbereitete Nutzung herkommen? Eine Monetarisierung ist auch nicht erkennbar. Wir werden Clubhouse also einsetzen, wenn es passt, aber gemäßigt. Zumal die Nutzung nach Corona sich wieder ändern wird. Das ist ein Effekt, der stark durch die Pandemie geprägt ist, weil man einfach Bock hat, sich auszutauschen. Man sitzt ja eh zuhause. Und: Audio ist heiß. Insofern bleibt auch Clubhouse ein Thema. 

Was ist deine Prognose für Clubhouse?

Ich schaue mir die Entwicklung in den USA an. Da ist Clubhouse schon länger unterwegs und da stellt man fest, dass die größten Accounts tatsächlich von Investoren geführt werden. Die Bereiche, die mich privat interessieren, Sport, Rap oder Aktienthemen, sind da eher wenig vorhanden. Dass Investoren da ganz groß sind, spricht nicht unbedingt für eine Alltagstauglichkeit. Wenn man also die USA als Vorlage nimmt, muss man davon ausgehen, dass sich der Hype um Clubhouse deutlich beruhigen wird.  

Die Fragen wurden schriftlich gestellt.

Anzeige