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Medienberichte

Apple könnte einen Premium-Podcast-Dienst starten

Foto: Imago

Mehr als eine halbe Milliarde Dollar hat Spotify in seine Podcast-Sparte investiert – nun könnte auch Apple mit einem Premium-Angebot nachziehen. Nach übereinstimmenden Medienberichten prüft Apple ein kostenpflichtiges Podcast-Angebot mit Eigeninhalten, das noch in diesem Jahr starten könnte.

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Es ist eine der ungelösten Fragen des Apple-Universums: Warum hat der Tech-Pionier aus Cupertino eigentlich so den Podcast-Trend verschlafen? Seit 2005 ist der Bereich „Podcast“ in Apples iTunes-Software eingebettet. Tatsächlich hat der heute wertvollste Konzern der Welt das Genre nach dem Erfolg des iPods, aus dem er namentlich abgeleitet wurde (aus „iPod“ und „Broadcast“), überhaupt erfunden.

Und doch: Weiterentwickelt hat Apple die Podcast-Plattform entgegen dem Boom der vergangenen Jahre kaum. Kostenpflichtige Angebote mit Eigeninhalten wie bei Spotify oder Amazon Audible sind bei Apple bislang nicht zu finden.

The Information: „Apple, der schlafende Gigant im Podcast-Bereich, wacht auf“

Das könnte sich jedoch in Zukunft ändern. Wie das gewöhnlich gut informierte Tech-Portal The Informationen am Wochenende berichtete, könnte Apple nach dem Vorbild von Apple Music oder Apple TV+ schon bald einen kostenpflichtigen Abonnement-Dienst für Podcasts launchen. „Der schlafende Gigant im Podcast-Bereich wacht auf“, mutmaßt das von Jessica Lessin 2013 gegründete Portal.

Apple würde aktuell erörtern, einen neuen kostenpflichtigen Abodienst anzubieten, der noch 2021 starten könne und „Podcastern die Möglichkeit bieten würde, mehr Geld zu verdienen“, heißt es weiter. In welcher Form – etwa eines Premium-Bundles für Original Content oder einer individuellen Bepreisung von Podcast –, bleibt jedoch unklar.

Bloomberg: Apple erwägt Investitionen für neue Podcast-Formate und Marketing

Apples Pläne, die Podcast-Bemühungen zu intensivieren, wurden am Freitag zeitgleich von einem Bloomberg-Bericht bestätigt. Apple habe den Ausbau des Podcast-Segments „mit Partnern diskutiert“ und erwäge, Investitionen für „neue Formate und Marketing“ vorzunehmen, heißt es beim Finanzinformationsdienst. Der Techgigant könne das ausgebaute Podcast-Angebot möglicherweise auch als zusätzlichen Mehrwert in sein neues Bundle-Angebot Apple One integrieren, mutmaßt Bloomberg.

Apple verfügt aktuell weiterhin über den größten Marktplatz für Podcasts, verlangt bislang aber keine Gebühren und bietet keine Eigeninhalte an. Demgegenüber steht neben Amazon mit seinem Audio-Angebot Audible vor allem Streaming-Rivale Spotify, der in den vergangenen Jahren mit erheblichen Zukäufen auf den Podcast-Markt gedrängt ist.

Spotify: Podcast-Übernahmen für über eine halbe Milliarde Dollar

Der schwedische Marktführer hatte 2019 für spektakuläre 230 Millionen Dollar das Podcast-Label Gimlet Media übernommen. Zukäufe der App Anchor (für 100 Millionen Dollar) und des Sport-Podcast-Netzwerks The Ringer (für 200 Millionen Dollar) folgten ebenso wie exklusive Content-Kooperationen.

Im Mai vergangenen Jahres erwarb Spotify für 120 Millionen Dollar die Rechte an der „Joe Rogan Experience“, dem weltweit am meisten abgerufenen Podcast. Der 15 Jahre alte Musik-Streaming-Pionier sicherte sich zudem exklusive Podcast-Deals mit Barack und Michelle Obama sowie mit Prinz Harry und Herzogin Meghan oder etwa im deutschsprachigen Raum mit den Hit-Formaten „Gemischtes Hack“ und „Herrengedeck“.

Citigroup: Spotifys Podcast-Offensive zahlt sich nicht aus

Die Citigroup bezweifelt allerdings, ob sich die Spotify Podecast-Offensive auszahlt. „Bis heute haben wir keinen nennenswert positiven Niederschlag in Form von App-Downloads oder Premium-Abonnements gesehen“, schrieben die Analysten der amerikanischen Großbank in einer Kurzstudie, die CNBC vorliegt und die zuletzt heiß gelaufene Spotify-Aktie am Freitag um sieben Prozent in die Tiefe zog.

Ob sich ein gesteigertes Investment ins Podcast-Segment für Apple am Ende im so wichtigen Geschäft mit Internetdiensten („Services“) auszahlen würde, erscheint entsprechend fraglich.

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