Anzeige

Eklat bei der Satire-PARTEI

Sonneborn entschuldigt sich für rassistischen Chinesen-Witz

Martin Sonneborn – Foto: Imago

Nachdem sein Partei-Genosse Nico Semsrott aus Protest seine Mitgliedschaft in der Satire-Partei DIE PARTEI niedergelegt hat, machte der PARTEI-Vorsitzende Martin Sonneborn einen ungewöhnlichen Schritt: Er entschuldigte sich öffentlich für einen missratenen Witz.

Anzeige

Sonneborn, der wie Semsrott für die PARTEI im EU-Parlament sitzt, hatte auf Twitter mit einem T-Shirt posiert auf dem zu lesen war:  „AU WIEDELSEHERN, AMLERIKA! abem Sie Guter FrLug runtel! Printed in China für Die PARTEI“. Nachdem der Tweet wegen Rassismus kritisiert wurde, reagierte Sonneborn auf Twitter nach Meinung von Semsrott irgnorant. Semsrott verkündete daraufhin öffentlich seinen Austritt aus der PARTEI, sein EU-Mandat will er freilich behalten. Er findet die Reaktion von Sonneborn auf die Kritik „falsch und inakzeptabel“. Dies sei ihm in der Vergangenheit mit Sonneborn schon häufiger so passiert: „Natürlich kann Martin Sonneborn Witze v e r s u c h e n, wie er will. Aber ich bin raus, wenn er kein Mitgefühl zeigt und weder versteht, wo oben und unten ist, noch, dass seine Verantwortung als Vorsitzender von Die PARTEI mit 50.000 Mitgliedern und zuletzt 900.000 Wähler*innen weit über das hinaus geht, was ein Titanic-Chefredakteur vor 20 Jahren können musste.“

Martin Sonneborn hatte die kritisierten Tweets und den Tweet mit dem T-Shirt da schon gelöscht. Später entschuldigte sich Sonneborn ungewohnt ernsthaft auf Facebook. Bei der Gestaltung dieses Shirts habe er sich sprachlicher Stereotype bedient und „ein billiges Klischee aufgenommen“. Sonneborn: „Die Wirkung dieses Shirts habe ich unterschätzt. Ich war so überzeugt davon, dass die Stoßrichtung des Aufdrucks klar ist, dass mir nicht bewusst war, dass sich jemand davon rassistisch diskriminiert fühlen könnte.“

Und: „Wenn ein Witz aber zu rassistischer Verletzung führt, statt Reflexionsanstöße zu geben oder zumindest ein befreiendes Lachen nach sich zu ziehen, dann ist es ein misslungener Witz.Es tut mir leid, dass Menschen durch die Reproduktion dieser Stereotype verletzt wurden.“

Am Ende bedankt er sich bei Nico Semsrott für die „deprimierende Zusammenarbeit“ und wünscht ihm für die Zukunft viel Erfolg. Das „deprimierend“ ist eine Anspielung auf die Kunstfigur Semsrotts als dauer-deprimierter Jugendlicher mit Kapuzenpulli. Soviel Humor darf dann doch sein.

Anzeige