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Bericht über internes Gutachten

Springers Printgeschäft drohen ab 2023 rote Zahlen

Der Axel-Springer-Neubau in Berlin – Foto: Imago

Der Fachdienst „Kresspro“ berichtet von einem Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY, das im Zuge der Abfindung der Aktionäre beim Einstieg des Finanzinvestors KKR angefertigt wurde. EY hat für das Gutachten auf die internen Prognosen für Umsatz und Ergebnis des Konzerns bis 2024 Zugriff gehabt. Und diese Prognosen haben es in sich. Demnach droht das nationale Print-Geschäft von Springer ab 2023 in die Verlustzone zu rutschen.

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Zwar rechne Springer bis 2024 mit stabilen Erlösen für die Sparte News Media National. Brisant wird das Gutachten aber, wenn man die Prognosen innerhalb der Sparte aufschlüsselt. Zu News Media National gehören nämlich auch das Preisvergleichsportal Idealo und Radiobeteiligungen. Für das nationale Print-Geschäft mit „Bild“ und „Welt“ sieht es dagegen vergleichsweise düster aus, was die Prognosen betrifft.

So erwarte Springer einen Umsatzrückgang bei der Printsparte von 798 Millionen Euro in 2019 auf 520 Millionen Euro in 2024. Beim Vorsteuerergebnis erwartet man 2022 noch eine schwarze Null, ab 2023 drohen dann rote Zahlen im nationalen Printgeschäft. 2024 erwartet der Konzern hier laut dem Bericht sogar ein Minus von 29 Mio. Euro. „Kresspro“ zitiert aus dem Gutachten: „Der Rückgang der Vertriebserlöse ist vor allem auf die dem Markttrend folgende, sinkende Nachfrage nach Printprodukten zurückzuführen. Der geplante Anstieg der Vertriebserlöse aus dem digitalen Verlagsangebot kann diesen Rückgang, verglichen mit den historisch generierten Vertriebserlösen, nicht vollständig kompensieren.“ Ab 2022 rechne Springer laut dem Gutachten freilich mit einer leichten Erholung der Vertriebserlöse. 

Die Digitalsparte präsentiert sich da wenig überraschend besser. Hier rechnet Springer mit Umsatz-Zuwächsen von 413 Millionen Euro in 2020 auf 658 Millionen Euro 2024. Hier gehört allerdings auch Idealo dazu, nicht nur die journalistischen Digitalmarken des Konzerns. 

Das Ganze sind natürlich Prognosen, die – wie jeder Blick in die Zukunft – mit großer Vorsicht zu genießen sind. Außerdem weist auch „Kresspro“ mit Recht darauf hin, dass die Zahlen der journalistischen Marken „Bild“ und „Welt“ sich gar nicht sauber in Digital und Print aufdröseln lassen, da die Redaktionen crossmedial arbeiten und es somit auch eine Frage der Kosten-Verschiebung ist, wie gut oder schlecht Print oder Digital jeweils abschneiden.

swi

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