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Spekulationen über das "iCar"

Das Apple-Auto könnte 2024 Realität werden

Apple-Store in Hong Kong: Die Strahlkraft des Apfels – Foto: Imago / VCG

Die Gerüchte reichen bis in die Mitte des vergangenen Jahrzehnts zurück: Apple könnte an einem Elektroauto arbeiten. Nachdem das Projekt vor dem Aus gestanden haben soll, kommt nun offenbar neue Bewegung in die Mobilitätspläne: Nach Angaben von Reuters könnte der elektrisch betriebene PKW bereits 2024 in Produktion gehen

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Bekommt Tesla Konkurrenz aus der kalifornischen Nachbarschaft? Diese Gerüchte gehen zurück bis ins Jahr 2014. Mehrere US-Medien berichteten seinerzeit von einer geheimen Apple-Unit namens „Titan“, in der etliche Hundert Mitarbeiter an einem Elektroauto arbeiten würden. „Apple schaltet beim Elektroauto einen Gang höher, um Tesla herauszufordern“, titelte das Wall Street Journal damals. „Es ist ziemlich schwer, aber Unternehmen wie Apple werden wahrscheinlich ein überzeugendes Elektroauto herstellen“, erklärte Tesla-CEO Musk seinerzeit gegenüber der BBC.

Sechs Jahre später ist davon nichts zu sehen – im Gegenteil. Tesla ist gefragter und wertvoller denn je und nach Jahren als Insidertipp für gut betuchte Hipster längst im Mainstream angekommen. Knapp 500.000 Fahrzeuge dürfte der von Elon Musk geführte Elektroautopionier im Corona-Jahr 2020 verkaufen – bis 2025 könnten es gar 5 Millionen sein.

„Project Titan“ vorübergehend auf Eis gelegt 

Entsprechend offen scheint der Markt für Elektromobilität in dieser Dekade. Dass Apple dabei als Fahrzeughersteller eine Rolle spielen könnte, galt in den vergangenen Jahren allerdings als eher unwahrscheinlich, nachdem das „Project Titan“ empfindliche Rückschläge erlitten hatte. Projektchef Steve Zadesky verließ Apple überraschend nach 17 Jahren, worauf Apple-Haudegen Bob Mansfield die Leitung übernahm und sie 2018 wieder an Tesla-Manager Doug Field übergab.

Das Steuer wurde indes zunächst nicht herumgerissen: Es sei nicht mehr klar, ob der wertvollste Konzern der Welt noch selbst ein Auto entwickeln wolle oder sich auf die Entwicklung einer Softwareplattform für einmal selbstfahrende Autos beschränke, war vor vier Jahren zu hören. „Es gab ein unglaubliches Führungsversagen“, erklärte gar eine mit dem Vorgang vertraute Person gegenüber Bloomberg. 

Kommt das „iCar“ schon 2024 auf die Straßen?

Entsprechend wurden die Ambitionen nach Presseberichten in der Folge immer weiter heruntergefahren. Anfang 2019 berichtete CNBC von einer Kündigungsrunde von hunderten Mitarbeitern. „Wir glauben weiter, dass in autonomen (Fahr-)Systemen eine große Chance liegt, Apple in dieser Hinsicht einzigartige Fähigkeiten besitzt und dass dies das ambitionierteste Projekt im Bereich des maschinellen Lernens aller Zeiten ist“, erklärte ein Apple-Sprecher seinerzeit nur noch verhalten.

Doch in zwei Jahren kann bekanntlich einiges passieren. So überraschte nun die Nachrichtenagentur Reuters mit dem Bericht, dass Apple durchaus weiter an der Produktion eines Autos für den Massenmarkt festhalte und mit der Produktion schon 2024 beginnen könne. Zwei mit dem Vorgang vertraute Personen räumten gegenüber Reuters ein, dass sich der Produktionsstart wegen den Folgen der Corona-Pandemie auch bis 2025 verzögern könne.

Revolutionäre Batterie-Technik

Herzstück eines Apple-Autos könnte eine neuartige Batterie-Technik sein, die einem Elektroauto „designed in Cupertino“ zu bislang ungeahnter Reichweite verhelfen könnte. Der Akku soll ein einzigartiges „Monocell“-Design besitzen und Platz sparen. „Es ist das nächste Level. Wie das erste Mal, als man das iPhone gesehen hat“, erklärt ein Insider. Gefertigt werden soll das Apple-Auto von einem Zulieferer.

„Wenn es ein Unternehmen auf dem Planeten gibt, das über die nötigen Ressourcen verfügt, dann ist es wahrscheinlich Apple. Allerdings handelt es sich diesmal nicht um ein iPhone“, erklärte die mit dem Vorgang vertraute Person, die am „Project Titan“ mitgearbeitet hat, gegenüber der Nachrichtenagentur.

Der erste echte Tesla-Herausforderer?

Allerdings räumt der Reuters-Bericht ein, dass Apple seine Bemühungen im Verlauf der kommenden Jahre auch lediglich auf die Entwicklung der Software für autonomes Fahren beschränken könnte. Loup Ventures-Gründer Gene Munster erklärte in einer Einschätzung nach dem Bericht, er halte ein Apple-Auto, das „der erste echte Tesla-Herausforderer“ wäre, weiter für „ein wahrscheinliches Szenario“.

Die Apple-Aktie reagierte auf den kurz vor Handelsschuss veröffentlichten Reuters-Bericht mit einem nachbörslichen Kurssprung von mehr als zwei Dollar 130 Dollar.

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