Anzeige

Sechs öffentliche Rügen

Werberat rügt erneut sexistische Werbung

Foto: Werberat

Obwohl bald das Jahr 2021 beginnt, halten manche Unternehmen es noch immer für eine gute Idee, mit Sexismus zu werben. In sechs Fällen hat sich jetzt der Deutsche Werberat eingeschaltet.

Anzeige

Fünf Unternehmen haben gegen Ziffer 5 der „Verhaltensregeln des Deutschen Werberats gegen Herabwürdigung und Diskriminierung von Personen“ verstoßen. Danach dürfen in der kommerziellen Werbung keine Aussagen oder Darstellungen verwendet werden, die Personen auf ihre Sexualität reduzieren. Die Fälle waren:

„Genauer hinsehen lohnt sich“

Das Unternehmen RPS Trailer Rental GmbH aus dem thüringischen Triptis hatte mit seiner Fahrzeugwerbung auf sich aufmerksam gemacht: Eine überlebensgroß und über die gesamte Fahrzeuglänge des LKW abgebildete nackte Frau in schwarz-weiß, die sich sinnlich auf dem Boden räkelt, wird von dem Werbetext „Genauer hinsehen lohnt sich“ und einem Verweis auf die Unternehmenswebsite ergänzt.

„Richtig NAGELN will gelernt sein!“

Auch beim Zimmereibetrieb H. Meyer & Sohn GmbH aus Greven im Münsterland geht es um Fahrzeugwerbung, genauer gesagt um die Rückansicht eines weiblichen Torsos in knapper Jeansshorts und Werkzeuggürtel mit dem dazugehörigen Werbetext „Richtig NAGELN will gelernt sein!“.

„Professionell umziehen… da sitzt jeder Handgriff“

Das Umzugsunternehmen Spedition R. Möschner Möbeltransport GmbH aus der Nähe von München bewirbt seine Möbeltransporte in Fahrzeug- und Internetwerbung mit der Abbildung der Rückenpartie einer Frau ohne Kopf, welche im Begriff ist, den Verschluss ihres Rocks zu schließen. Der verwendete Slogan: „Professionell umziehen… da sitzt jeder Handgriff“.

„Mmmhh lecker…“

Die Plakatwerbung der Firma Thomas Brunner Welt der Haustechnik aus Massing im Rottal zeigt einen oberkörperfreien Mann, neben dem der Werbetext „Mmmhh lecker…“ steht. Bereits in der Vergangenheit fiel das Unternehmen durch eine sexistische und frauenherabwürdigende Plakatwerbung auf, für die es öffentlich gerügt wurde.

„…damit hintn a wos scheens dro hängt!“

Die Fahrzeug- und Internetwerbung der Firma Bettina Hotz Spedition aus dem Schwarzwald bewirbt das Angebot mit der überdimensionierten Abbildung eines tätowierten Frauengesäßes in engen Hotpants. Daneben der abgebildete Spruch „…damit hintn a wos scheens dro hängt!“.

Jetzt kommt das Highlight: Ein Unternehmen hat mit seiner Werbung gegen Ziffer 4 der „Verhaltensregeln des Deutschen Werberats gegen Herabwürdigung und Diskriminierung von Personen“ verstoßen. Und zwar so:

„Ist Deine ‚Alte‘ noch zu retten?“

Die Plakat- und Anzeigenwerbemaßnahme der Firma Pfannenbeschichtungen.de Sand & Stein OHG aus Neunkirchen im Saarland zeigt zwei weibliche Models in Dessous und sexualisierter Pose, die jeweils eine Bratpfanne in der Hand halten. Der daneben abgedruckte Slogan lautet: „Ist Deine ‚Alte‘ noch zu retten?“

sns

Anzeige