Anzeige

Alter Streit neu entflammt

Wieder Zoff zwischen ARD und BDZV wegen der „Tagesschau“ im Netz

Foto: NDR

Im Jahr 2018 haben sich die Öffentlich-Rechtlichen und der Zeitungsverleger-Verband BDZV auf einen Kompromiss geeinigt: Weniger Text auf öffentlich-rechtlichen Portalen und dafür mehr Audio- und Videoinhalte. Vor Kurzem stellte die „Tagesschau“ ihren neuen Internetauftritt vor, der dem BDZV gar nicht gefällt.

Anzeige

Nach langem Streit zwischen den Verlegern beziehungsweise deren Verband – dem BDZV (Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger) – und den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, kam es im Jahr 2018 zu einer Einigung. Grund des Konflikts war, dass es aus Verlagssicht zu viele Text-Inhalte auf Portalen wie „Tagessschau.de“ oder „WDR.de“ gab. Das sei Sache von Zeitungen und Zeitschriften, aber nicht von Rundfunksendern.

Der Kompromiss sah wie folgt aus (MEEDIA berichtete): Ausführliche Texte sollen nur noch soweit veröffentlicht werden, wie es beispielsweise aus Gründen der Suchmaschinenoptimierung oder Gewährleistung der Barrierefreiheit notwendig ist. Weiterhin erlaubt bleiben zudem Manuskripte von Radio- oder TV-Beiträgen, auch Aktualisierungen oder weiterführendes Material, beispielsweise um Recherchen zu untermauern, darf veröffentlicht werden. „Nach Möglichkeit“ aber sollten Audio und Video im Vordergrund stehen.

Neue „Tagesschau“-Website: Noch zu viel Text?

Vor Kurzem stellte die „Tagesschau“ eine Beta-Version ihrer neuen Seite online, sie soll „heller und luftiger“ wirken und noch stärker auf Mobil-Geräte optimiert sein. Laut dem Journalisten Daniel Bouhs hat sich der Anteil von Audio- und Videoinhalten kaum verändert. Dem BDZV gefällt die neue Seite aber überhaupt nicht. Eine Sprecherin: „Auf den ersten Blick gibt es zu jedem filmisch aufgegriffenen Thema immer auch einen gleichberechtigt angezeigten, umfangreichen Textbeitrag; daneben aber ebenso zahlreiche reine Textbeiträge beziehungsweise Beiträge, bei denen Audio und/oder Video bloß Beiwerk sind. Das werden unsere Mitglieder prüfen und dann sicher auch das Gespräch mit der ARD suchen.“

ls

Anzeige