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Aktion gegen Gewalt an Frauen

Terre des Femmes eröffnet in München Kunstaktion

Terre des Femmes mact mit einer Schaufensteraktion in München auf häusliche Gewalt aufmerksam – Foto: © thjnk

Terre des Femmes – Menschenrechte für die Frau macht im Rahmen einer Kunstaktion darauf aufmerksam, dass die Weihnachtszeit für viele Frauen nicht ruhig und beschaulich ist.

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Gemeinsam mit den Agenturen Thjnk und Achtung! Mary, dem Künstler Simon Berger und der langjährigen Terre-des-Femmes-Aktivistin Romy Stangl entstand in der Münchener Innenstadt eine Installation, die die Trümmer, vor denen viele Frauen in ihrem Leben stehen, eindeutig zur Schau stellt.

Unter dem Motto „Unbreak – genauer hinsehen und häusliche Gewalt durchbrechen” ist eine Schaufensterscheibe an mehreren Stellen zersplittert.

Was zunächst nach Vandalismus aussieht, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als das Gesicht einer Frau in der zersplitterten Scheibe. Die Glasscherben ergeben das Portrait von Romy Stangl, die selbst Betroffene von häuslicher Gewalt war. „Ich habe mich aus der Gewalt befreit. Dabei habe ich begriffen, dass ich selbst bestimme, wie mein Leben verläuft und auch nur ich es verändern kann“, so Romy Stangl. „Diesen Mut und dieses Vertrauen in sich selbst möchte ich mit allen Frauen teilen und ihnen im Kampf gegen häusliche Gewalt zur Seite stehen.“

QR-Code erweckt die Installation zum Leben

Scannt der Betrachter oder die Betrachterin mit seinem Smartphone den vor Ort angebrachten QR-Code, erwacht das Kunstwerk virtuell zum Leben.

Die friedvolle Stimmung des Videos wird durch das Knacken der Scheibe gestört. Dann erwacht das Abbild von Romy im Fenster zum Leben und sie spricht in einer AR-Animation die ZuschauerInnen direkt an: „Eine stille Nacht haben leider nicht immer alle.

Gerade zur Weihnachtszeit und während der Pandemie sind viele Frauen von Gewalt betroffen. Und zwar nicht nur im dunklen Park oder am einsamen Bahnhof, sondern vor allem in den eigenen vier Wänden.“ Umso wichtiger ist es genau hinzusehen, denn jede/-r kann helfen. Wie genau diese Hilfe aussehen kann, ist auf der Aktionswebsite dargestellt.

„Diese Aktion soll darauf aufmerksam machen, dass die Weihnachtsfeiertage nicht für alle Frauen eine besinnliche Zeit sind“, sagt Sina Tonk, Bereichsleiterin bei Terre des Femmes. „Jede vierte Frau in Deutschland ist bereits von häuslicher Gewalt betroffen. Der Zeitpunkt der Aktion fällt bewusst auf das Jahresende, denn durch die anhaltende Pandemie und auch rund um Weihnachten nehmen die Fälle von häuslicher Gewalt zu. Aus Scham oder Angst melden viele Frauen diese
Verbrechen jedoch nicht.“

Die Aktion „Unbreak“ findet noch bis zum 06. Januar 2021 in der Feilitzschstraße 15 (Café Occam Deli) in München statt. Sie soll Passanten dazu auffordern, bei Gewalt gegen Frauen nicht wegzuschauen.

cb

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