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Wechsel in Chefredaktion

Sebastian Matthes folgt beim „Handelsblatt“ auf Sven Afhüppe

Sebastian Matthes – Foto: HMG

Bei der Handelsblatt Media Group (HMG) war zuletzt schon viel Bewegung drin: Nun tut sich auch was bei der Chefredaktion des „Handelsblatts“. Sebastian Matthes wird neuer Chefredakteur. Sein Vorgänger Sven Afhüppe verlässt das Unternehmen.

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Seit Anfang 2018 ist Matthes Digitalchef des Düsseldorfer Wirtschaftsblatts und Stellvertreter des Chefredakteurs Sven Afhüppe. Dessen Rolle wird der 43-jährige Journalist zum 1. Januar 2021 übernehmen. Der Wechsel an der Spitze wurde der Belegschaft am Mittwoch in einer digitalen Townhall mitgeteilt. Betont wird in der Mitteilung zum Wechsel, dass er in seinen Rollen und basierend auf den Schritten seines Vorgängers, die redaktionellen Abläufe auf eine konsequente Digital-First-Arbeitsweise umgestellt habe. Wie der Spiegel schreibt, soll auch Afhüppes Stellvertreter, Thomas Tuma, vor dem Abgang stehen. Eine offizielle Bestätigung hierfür gibt es aber nicht.

Langjähriger Chefredakteur Afhüppe verlässt das Unternehmen

Sven Afhüppe, seit Januar 2015 Co-Chefredakteur beim Handelsblatt und seit 2016 alleiniger Chefredakteur, verlässt dagegen das Unternehmen im Dezember. Neben seinen redaktionellen Aufgaben war er seit 2018 assoziiertes Mitglied der Geschäftsführung. Er will sich, heißt es in der Mitteilung, künftig neuen Aufgaben widmen. Wo es ihn hinzieht – und ob es eine Tätigkeit im Journalismus ist – ist derzeit unklar. Die Trennung erfolge „im besten Einvernehmen aufgrund unterschiedlicher Auffassungen zur weiteren strategischen Entwicklung des Handelsblatts„, so der Wortlaut.

Zuletzt konnte die überregionale Tageszeitung bei den Abos und im Einzelverkauf um 2,8 Prozent zulegen, wie die MEEDIA-Analyse der IVW-Zahlen zeigt. Der größere Teil des Gewinns von 2.421 Exemplaren geht dabei zwar wieder auf das Konto der Digital-Kunden, die auch das E-Paper beziehen, doch auch im Einzelverkauf der Papier-Ausgabe verzeichnet das Handelsblatt ein Plus – von 2.737 auf 3.234 Exemplare. Im dritten Quartal dieses Jahres lag die harte Auflage bei 89.579 Exemplaren.

Verleger Dieter von Holtzbrinck sagt zum Wechsel: „Ich danke Sven Afhüppe herzlich für seine langjährige, sehr kraftvolle und mit hoher journalistischer Expertise vorgenommene Führung des Handelsblatts, unter der auch die zukunftsorientierte Zusammenführung von Print- und Digitalredaktionen frühzeitig erfolgte. Gleichzeitig freue ich mich sehr darüber, dass mit Sebastian Matthes ein publizistischer Digitalexperte aus der Chefredaktion heraus das Handelsblatt in seiner publizistischen Kraft weiter ausbauen kann und dabei noch konsequenter die Vorteile der Digitalisierung für Leser und User im Einklang mit verstärkten vertrieblichen Aktivitäten nutzt.“

HMG befindet sich in größerem Umbau

Zu Beginn des nächsten Jahres wird das Handelsblatt zudem einen Herausgeberbeirat bilden. Diesem werden unter dem Vorsitz des Präsidenten des Handelsblatt Research Institutes, Prof. Bert Rürup, weitere Persönlichkeiten aus Publizistik und Wirtschaft mit unterschiedlichen Professionen und Perspektiven angehören, heißt es. Der beratende Herausgeberbeirat soll mit der Chefredaktion gesamtwirtschaftliche und geopolitische Fragen diskutieren.

Die Mediengruppe in Düsseldorf befindet sich derzeit in einem größeren Umbau: Im Oktober wurde bekannt, dass in der gesamten Gruppe bis zu 80 Stellen gestrichen werden sollen. Bei der Zeitung Handelsblatt sollen demnach etwa 20 Jobs wegfallen und acht neu geschaffen werden. Bei der Wirtschaftswoche sollen zehn Stellen gestrichen werden und zwei neu entstehen. In den Redaktionen sollen vor allem „nicht-schreibende“ Mitarbeiter aus Grafik, Infografik und Fotoredaktion von dem Abbau betroffen sein (MEEDIA berichtete).

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