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Medienpolitik

Künstler wehren sich gegen Urheberrechtsreform

Foto: Imago

Eine Gruppe von knapp 600 Künstlern wehrt sich gegen eine Reform des Urheberrechts, dass z.B. Musik bis zu 20 Sekunden, Remixe und Samples frei nutzbar sein solle. Das berichtet “Heise Online” und bezieht sich auf einen Brief der Künstler an Politiker, der dem Portal vorliegt.

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Die Künstler stemmen sich bei dem Entwurf des Bundesjustizministeriums speziell gegen die vorgesehenen neuen Ausnahmen von den exklusiven Verwertungsrechten. „Die Corona-Krise hat uns hart getroffen“, schreiben die Künstler laut Heise Online. Umso mehr schmerze es, „dass wir auf dem einzigen nicht eingeschränkten Markt“ der Online-Plattformen „immer noch keine angemessene Vergütung für unsere Werke erhalten“. Das EU-Parlament habe hier den Mut gehabt, mit der umstrittenen Urheberrechtsrichtlinie und dem damit verschärften Haftungsregime „das ungleiche Machtgefälle“ ein Stück weit in Richtung einer neuen Balance zu verschieben.

Und die „Bagatellschranke“, mit der Inhalte-Schnipsel wie Meme in sozialen Medien lizenzfrei und vergütungsfrei werden sollen, müsse fallen, fordern die Verfasser. Zu den Unterzeichnern des Briefs gehören AnnenMayKantereit, Antilopen Gang, Beatsteaks, die Berliner Philharmoniker, die Ärzte, die Toten Hosen, Feine Sahne Fischfilet und Kraftwerk. Dazu kommen Musiker, Sänger und DJs wie Blixa Bargeld, Herbert Grönemeyer, Joy Denalane, Leslie Mandoki, Paul van Dyk und Tim Bendzko.

Auch 48 Social-Media-Bekanntheiten wie PietSmiet, Gronkh, Le Floyd, Rewi, Rezo und Tilo Jung melden sich zu Wort. Sie beklagen aber, dass die Künstlerinitiative „zwischen Inhabern von Urheberrechten und Nutzern von Upload-Plattformen“ eine Grenze ziehe, „die nicht der gelebten Praxis entspricht“, so Heise Online. Als „Content Creator“ seien sie beides und hätten „als Kreative und als Unternehmen der Kulturwirtschaft“ gegen den damaligen Artikel 13 (jetzt 17) der Richtlinie protestiert.

Verbraucherschützer loben einerseits das Bundesjustizministerium, das die Gestaltungsspielräume von Artikel 17 aktiv nutzen wolle. Andererseits würden Upload-Filter mit dem vorliegenden Vorschlag nicht verhindert werden – was die Regierung laut Koalitionsvertrag aber wollte.

rk

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