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#trending Nummer 772 - Montag, 16. November 2020

Österreichs Online-Shops, besondere Helden, „Constantine 2“

Jens Schröder – Illustration: Bertil Brahm

Guten Morgen! Ich muss nochmal loswerden, was für eine großartige Serie „The Mandalorian“ doch ist. Klar, es passiert nicht soooo viel pro Folge, aber allein die Optik der Serie, die Figuren, Raumschiffe, Fahrzeuge, Lebewesen. Hach.

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#trending // Österreichs Online-Shops

Ein Thema aus Österreich verdrängte am Wochenende die Themen aus Deutschland von der Spitze der Social-Media-News-Charts. Das Thema war natürlich der verschärfte Lockdown in Österreich aufgrund hoher Coronazahlen.

Interessant: Der erfolgreichste Artikel war dabei einer vom Standard: „Lockdown 2.0 – Online-Shopping ohne Amazon: Wo Österreichs Webshops zu finden sind„. 17.400 Facebook- und Twitter-Interaktionen gab es für das Servicestück mit jeder Menge Links zu Online-Shops, Verzeichnissen und Marktplätzen. Kein anderer deutschsprachiger journalistischer Artikel sammelte am Wochenende so viele Reaktionen ein.

Warum der Text so erfolgreich war? Auch, weil die Meinungen zu Amazon weit auseinander gehen. Zu beobachten u.a. auf der Facebook-Seite des Standards, wo unter dem Link zum Artikel Kommentare wie „Dort, wo etwas mit Abstand am billigsten ist — dort kauft der Kunde. Das hat mit Loyalität nichts zu tun. Wenn ich ein Produkt bei Amazon um ein Drittel oder die Hälfte billiger und gratis zugestellt bekomme (was so gut wie immer der Fall ist), dann kaufe ich es sicher nicht woanders. Gerade JETZT schaut jeder auf‘s Geld. In Österreich online kaufen muss man sich leisten können, nicht wollen“ ebenso zu lesen sind wie Kommentare im Stil von „Die „Geiz ist geil“-Fraktion hier in den Kommentaren zeigt sehr deutlich, dass so etwas politisch gelöst werden muss, weil der/die Einzelne einfach zu egoman ist, um über den Tellerrand zu schauen und auch nur den geringsten Abstrich im Sinne des Gemeinwohls zu machen.“

#trending // besondere Helden

Mit einem ungewöhnlichen Spot wirbt die Bundesregierung im Netz dafür, die Corona-Maßnahmen zu befolgen. Ein älterer Mann erzählt von damals, vom Corona-Winter 2020, so als würde er vom Krieg erzählen. Damals, als er in Chemnitz studierte und eigentlich „feiern“, „mit Freunden einen trinken gehen“ wollte. Aber: „Eine unsichtbare Gefahr bedrohte alles, woran wir glaubten“. „Also fassten wir alle unseren Mut zusammen und taten, was von uns erwartet wurde. Das einzig Richtige“. Die Pointe verrate ich jetzt nicht, die müssen Sie sich schon selbst anschauen.

Ich selbst finde den Spot richtig gut, er erreicht die junge Zielgruppe im Netz mit einer Prise Humor – und damit sicher besser als irgendwelche sachlichen Informationsfilmchen. Regierungssprecher Steffen Seibert, der den 96-Sekünder als erstes auf Twitter teilte, sammelte damit am Wochenende 1,2 Millionen Views ein, weitere Millionen kamen über andere Posts und Tweets zusammen. Spannend: Über das Twitter-Account von Axel Antoni, der den Film mit englischen Untertiteln versah, kamen erstaunliche 2,7 Millionen Abrufe zusammen. Am Sonntag kam dann noch ein zweiter Spot dazu, in der die Frau des älteren Mannes von damals erzählt.

Zwar kam der Spot überwiegend gut an, doch es gab auch diverse negative Stimmen – zum Beispiel als Antwort auf Seiberts Tweet. Das Filmchen sei „geschmack- und respektlos den Menschen gegenüber, die im HomeOffice und Homeschooling mehr als 100 Prozent geben“ und „eine dermaßene Dreistigkeit, die Existenz- und Zukunftssorgen junger Menschen ins Lächerliche zu ziehen“. Und: „Für solche Werbefilme gibt die Regierung Geld aus?“

Letztlich fasst Sascha Lobo es aber perfekt zusammen: „Deutsches Twitter selten knalldackeliger (und deutscher), als wenn diese brillanten Corona-Spots auf Krampf scheiße gefunden werden. Manche Leute erreicht man so und nur so, also lasst eure innere Abiturientenkonferenz EINMAL für 10 Minuten NICHT raushängen.

#trending // „Constantine 2“

Constantine, ein Action-Horror-Film mit Keanu Reeves aus dem Jahr 2005, hat auch 125 Jahre später noch extrem viele Fans. Damals spielte der Film 230,9 Millionen US-Dollar in den weltweiten Kinos ein, in Deutschland sahen ihn 1,1 Millionen Leute, was einem Umsatz von 7,2 Millionen Euro entsprach.

Nun, 15 Jahre später, kommt die Meldung, dass an einer Fortsetzung gearbeitet wird. Zumindest behauptet das Peter Stormare, einer der Hauptdratseller im ersten Teil, auf Instagram. Echte Details zu Constantine 2 gibt es noch keine, dennoch schrieb u.a. das Magazin Screenrant einen langen News-Artikel und sammelte mit „Keanu Reeves’ Constantine 2 Is Happening, Says Star“ extreme 788.000 Facebook- und Twitter-Interaktionen ein.

#trending // Deutsche Tops des Tages

Story nach Social-Media-InteraktionenDer Standard – „Lockdown 2.0 – Online-Shopping ohne Amazon: Wo Österreichs Webshops zu finden sind“ (17.400 Interaktionen bei Facebook und Twitter)

Story nach Likes & Shares bei TwitterWelt – „Bundesbildungsministerin beklagt Druck muslimischer Schüler auf Lehrer“ (3.700 Likes und Shares)

Podcast (Apple Podcasts): Baywatch Berlin – „Blue Jeans für Günther Jauch

Google-SuchbegriffJacques Brel (2.000.000+ Suchen) [wegen eines Google-Doodles]

Wikipedia-SeiteFranziska Giffey (32.200 Abrufe am Samstag)

Youtube-Video: Dazn Länderspiele – „2 Elfmeter nicht nur verschossen sondern verschenkt: Schweiz – Spanien 1:1 | Nations League | DAZN

Serie (Netflix): Star Trek: Discovery

Song (Spotify): Bonez MC – Angeklagt (465.100 Stream-Abrufe aus Deutschland am Samstag)

Musik (Amazon): AC/DC – Power Up (Audio CD)

DVD/Blu-ray (Amazon): Harry Potter: The Complete Collection (DVD)

Game (Amazon) [ohne Gutscheinkarten und Hardware]: FIFA 21 (Playstation 4)

Buch (Amazon): Eva Eich – „Escape Room. Das Geheimnis des Spielzeugmachers. Das Original: Der neue Escape-Room-Adventskalender“ (Kalender)

#trending // Feedback

Anmerkung: Alle in #trending genannten Zahlen beziehen sich wenn nicht anders vermerkt auf den Vortag der Newsletter-Veröffentlichung (Stand: 24 Uhr)

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