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Ende des Verlags-Föderalismus

Burda bündelt alle deutschen Verlagsaktivitäten zu einer Einheit

Hubert Burda Media will seine Geschäfte mit journalistischen Inhalten nachhaltig ausbauen sowie seine publizistischen Einheiten enger verzahnen. Dafür führt der Konzern zum 1. Januar 2021 alle deutschen Verlagsaktivitäten zu einer publizistischen Einheit zusammen.

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Konkret heißt das, dass der Konzern die verlegerischen Aktivitäten, die bisher unter mehreren Einheiten laufen, zu einer Gesamt-Einheit zusammenführen wird. Damit gehen Burda Style, Burda News, Burda Home, Burda Life und Burda Studios in einem Burda Verlag auf – und sind laut Ankündigung ab 1. Januar 2021 Geschichte. Ziel der Maßnahme sei es, die journalistischen Inhalten des Verlags nachhaltig auszubauen. Dies will Burda durch eine konzertierte Wachstumsstrategie erreichen.

CEO Paul-Bernhard Kallen: „Wir schöpfen eine immense Kraft aus den millionenfachen  Beziehungen zu den Menschen, für die wir echte Mehrwerte schaffen. Wir werden unsere Kräfte bündeln und zu einer großen, schlagkräftigen und agilen Plattform von Inhalten und Technologien zusammenwachsen.“ Für die publizistischen Bereiche wurden dafür laut Mitteilung „Kompetenz- und Wachstumsfelder definiert“,  die „ab sofort sukzessive gestärkt werden“ sollen. Vorstand Philipp Welte: „Wir erschaffen einen Verlag des 21. Jahrhunderts, der unsere  journalistische Kompetenz und die große Kraft unserer Marken integriert und seine  Wachstumschancen auf dem deutschen Medienmarkt unternehmerisch erschließt.“  

Führungsmannschaft steht fest

Die ab dem 1. Januar integrierte Organisation wird operativ von Philipp Welte verantwortet,  der den deutschen Verlag über ein gemeinschaftliches Board führen soll. Teil des Boards werden Manuela Kampp-Wirtz, die als Chief Publishing Officer alle Produkte in den Themenbereichen Fashion, Lifestyle, News, Food und die TV-Magazine verantworten wird. Dazu gehören etwa Marken wie Bunte, Focus, InStyle, TV Spielfilm sowie Meine Familie und ich

Kay Labinsky wird ebenfalls als Chief Publishing Officer alle Produkte aus den Themenfeldern Entertainment, Women, Living und Garten sowie Gesundheit  verantworten. In seinem Bereich sind Marken wie Freizeit Revue, Mein schöner Garten, Lisa, oder netdoktor.de angesiedelt. Elisabeth Varn wird dagegen als Chief Financial Officer und Chief Operations Officer für alle technischen Themen rund um Herstellung und Produktion, den Vertrieb der Produkte sowie für zentrale kaufmännische Angelegenheiten verantwortlich zeichnen. Burkhard Graßmann übernimmt die Rolle als Chief Marketing Officer und ist dafür künftig für Vermarktung und Innovation zuständig. Er verantwortet als Sprecher der Geschäftsführung das BCN sowie die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. 

Das verbriefte Ende des Föderalismus bei Burda hat auch Auswirkungen auf Burda Forward, dessen Struktur ebenfalls umgebaut wird. Zu Burda Forward gehören unter anderem focus.de und Chip. Der Digital-Publisher wird künfigt in crossfunktionalen Teams operieren, die sich voll und ganz um die Konsumentenbedürfnisse herum formieren sollen.

Print bei Burda, Online bei Burda Forward

Allerdings verfolgen der Burda Verlag und Burda Forward dabei unterschiedliche Strategien in der Monetarisierung, heißt es. Während die Wachstumschancen des Verlags vor allem in einer integrierten  Markenstrategie und damit in der intensiveren Verwertung des Kontakts zum einzelnen Konsumenten liegen sollen, soll Burda Forward eine „innovative Plattform-Strategie mit sehr hohen digitalen Reichweiten“ verfolgen. Diese soll Burda Forward für „stark diversifizierte Geschäftsmodelle“ wie Werbung, E-Commerce und Gebühren für Services nutzen. Die Online-Angebote von Bunte, TV Spielfilm und Fit for Fun agieren künftig ebenfalls unter dem Dach von Burda Forward, während die gedruckten Zeitschriften der Marken vom Burda Verlag betreut werden.

Oliver Eckert, der die BurdaForward als CEO mit seinem Leadershipteam strategisch und operativ verantwortet: „Die Erweiterung unseres Angebots ist ein wichtiger Schritt, um unsere Position als führender deutscher Digital-Publisher auszubauen. Wir wollen unsere starken Marken weiter vernetzen und Einstiegspunkt für verlässliche Informatio nen in Deutschland sein. Dabei steht für uns immer im Mittelpunkt, mit lösungsorien tierten Inhalten das Leben der Menschen in Deutschland zu verbessern.“ 

Wechselseitige Unterstützung

Innerhalb des Vorstands liegt die Verantwortung für das publizistische Geschäft gemeinschaftlich bei Paul-Bernhard Kallen (primärer Ansprechpartner für Burda Forward) und Philipp  Welte (primärer Ansprechpartner für den Burda Verlag), die sich in der Betreuung der künftig eng verzahnten publizistischen Bereiche wechselseitig unterstützen möchten.

Der Verlag ist, laut eigenen Angaben, mit einer Reichweite von 45 Millionen Unique Users und 33 Millionen Zeitschriftenlesern pro Monat einer der größten Anbieter journalistischer Inhalte in Deutschland. Gemeinsam erreichten die Burda-Medien demnach nahezu 75 Prozent der deutschen Bevölkerung ab 16 Jahren.

bek

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