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Werbe-Spendings

Gesamtwerbemarkt 2020 nach drei Quartalen mit 7,0 Prozent im Minus

Dirk Reinbothe, Director Nielsen Media – Foto: Nielsen

Der Werbemarkt weist laut Nielsen Corona-bedingt nach drei Quartalen einen Rückgang von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Demnach beläuft sich der Gesamtbruttowerbemarkt auf 22,88 Milliarden Euro.

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Der deutsche Werbemarkt weist bedingt durch die Corona-Pandemie nach drei Quartalen einen Rückgang von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Das zeigt die aktuelle Bilanz zum Bruttowerbemarkt von Nielsen. Demnach beläuft sich der Gesamtbruttowerbemarkt nach neun Monaten auf 22,88 Milliarden Euro. „Wir sehen anhand des aktuellen Nielsen Werbetrends eine Erholung der Bruttoumsätze in den letzten drei Monaten gegenüber dem stark eingebrochenen zweiten Quartal 2020. Der deutsche Bruttowerbemarkt wird sich im vierten Quartal aufgrund des bevorstehenden Weihnachtsgeschäftes sicherlich weiter erholen, wobei die tatsächliche Entwicklung – bedingt durch die sich aktuell zuspitzenden Entwicklungen der Corona-Pandemie – zum jetzigen Zeitpunkt sehr schwierig zu prognostizieren ist“, so Dirk Reinbothe, Director Nielsen Media. Nachdem einige Medien den Monat August im Vorjahresvergleich mit einem positiven Trend abschließen konnten, erreichte im Monat September lediglich Radio mit +2,8 Prozent ein Wachstum gegenüber September 2019.

Online einzige Mediengruppe mit Plus

Betrachtet man die Werbeausgaben der ersten neun Monate, ist Online die einzige Mediengruppe, die mit einem Plus von 2,1 Prozent abschließen konnte (Werbeausgaben in Höhe von 2,68 Milliarden Euro). Kino dagegen ist die am stärksten von Corona betroffene Mediengruppe mit einem Rückgang von 60,3 Prozent. Mit einem zweistelligen Rückgang folgen Werbesendungen (Direkt Mail) mit -12,7 Prozent (brutto 1,95 Milliarden Euro) und Publikumszeitschriften mit -10,5 Prozent (brutto 2,00 Milliarden Euro). Die Werbeausgaben in Print Gesamt (brutto 5,20 Milliarden Euro) haben sich um -9,5 Prozent reduziert. Zeitungen Gesamt schließt die ersten drei Quartale mit -8,9 Prozent ab. Die überregionalen Zeitungen trotzen Corona und erhöhten die Werbeausgaben gegenüber Vorjahr um 7,5 Prozent.

Die TV-Sender verlieren 6,2 Prozent Werbeausgaben, wobei Pay-TV aufgrund der ausgefallenden Live-Sportangebote in TV gegenüber den öffentlichen-rechtlichen und privaten Free-TV-Sendern die höchsten Rückgänge verzeichnen (Pay TV -18,6 Prozent, Öffentl.-Rechtl. -4,8 Prozent, Privat TV -5,7 Prozent).

Radio konnte nach hohen Verlusten von -22,1 Prozent im zweiten Quartal gegenüber Q2/2019 die Werbeausgaben im dritten Quartal um 8,1 Prozent gegenüber Q3/2019 erhöhen. Die Gesamtwerbeausgaben in Radio (brutto 1,30 Milliarden Euro) reduzieren sich daher nur um -6,0 Prozent für das bisher abgelaufene Jahr.

PKW reduziert die Werbeausgaben im laufenden Jahr um -21,3 Prozent

Werbetreibende Unternehmen einiger Top-Branchen haben ihre Werbeausgaben stark reduziert, insbesondere im zweiten Quartal des Jahres. Die Branche PKW reduziert die Werbeausgaben im laufenden Jahr um -21,3 Prozent (Q2 -51,4 Prozent), Süßwaren gesamt um -14,2 Prozent (Q2 -48 Prozent) und Möbel+Einrichtungen um -5,8 Prozent (Q2 -12,5 Prozent). Top-Branche im Ranking mit Werbeausgaben von insgesamt 1,68 Milliarden Euro bleibt der Lebensmitteleinzelhandel, wobei auch in diesem Bereich weniger in Werbung investiert wurde (-6,6 Prozent / Q2 -13,2 Prozent). Corona-Gewinner sind die Arzneimittel-Hersteller an zweiter Stelle im Branchenranking und einem Plus von insgesamt 4,4 Prozent (Q2 -2,9 Prozent)

Der Tourismus ist die am stärksten betroffene Branche und verzeichnet starke Verluste bei den Werbeausgaben im aktuellen Jahr (-38,6 Prozent). Alle Bereiche dieser Branche bis auf Fremdenverkehrswerbung (+2,6 Prozent) zeigen hohe Rückgänge der Werbeausgaben.

Die Computer- und Software-Branchen haben dagegen profitiert. Werbungtreibende dieser Branchen haben bedingt durch Homeoffice verstärkt ihre Produkte und Services beworben und weisen nach drei Quartalen in 2020 ein hohes Wachstum der Werbeausgaben aus (Software +106,6 Prozent / Computer+Zusatzgeräte +59,6 Prozent).

rk

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