Anzeige

Pitch-Kultur

Kommentar: Und die Moral von der BMW-Pitch-Geschichte …

BMW hat neue Agenturen festgelegt Foto: BMW-Group

BMW hat sich bei seinem großen, kürzlich beendeten Pitch zeitweise von Thomas Strerath beraten lassen. Jetzt wird er Co-Chef von einer der Pitchgewinner-Agenturen.

Anzeige

Die Branche hat wieder einen Aufreger, und wie so oft geht es um einen Pitch. Der sei ungerecht verlaufen, zumindest für die Pitchverlierer, und sein Procedere und Ergebnis könne doch eigentlich vor der Compliance-Abteilung von BMW keinen Bestand haben. Um den großen BMW-Pitch geht es nämlich, kürzlich entschieden zugunsten von Serviceplan, der zu Martin Sorrells S4-Gruppe gehörenden Agentur MediaMonks sowie der Beratung Beryll Strategy.

Als Berater am Pitch beteiligt war Thomas Strerath, der diese Woche bekannt gab, dass er zusammen mit seinem früheren JvM-Kollgen Till Eckel Mediamonks Germany aufbauen wird – eben für den BMW-Etatgewinn. Insofern war Strerath aus heutiger Sicht Berater in einem Pitch, den seine Firma gewann – zumindest einen Teil im neuen Betreuungsmodell „Engine“. Das ist freilich ganz und gar nicht koscher. Strerath sagt zu seiner Verteidigung, dass seine Beratertätigkeit für BMW Ende Mai endete (Horizont). Mindestens ein Geschmäckle aber bleibt hier an BMW und dessen Compliance-Beauftragte haften.

BMW aber und nicht Strerath wäre eher die Adresse für Beschwerden, dass sich der Autobauer einen neuen Betreuer ins Haus holt mit einem Geschäftsführer, der zuvor beim Pitch beraten hat. Nur, wenn Markenchef Jens Thiemer (von Forbes gerade in die Top 5 der einflussreichsten CMOs weltweit gewählt) an Strerath einen Narren gefressen hat, wer will sich zwischen eine Zusammenarbeit der beiden stellen?

Dass es im Business und damit auch in Pitches nicht vorrangig um Moral geht, wissen wir alle. Und so hat es auch wenig Sinn, wenn das Magazin w+v Streraths Kolumne zum Sepp-Blatter-Gedächtnis-Pitch heranzieht, in dem sich Strerath vor etwa fünf Jahren über den Pitch um Mercedes (den die heutige Agentur Antoni gewann) sehr kritisch einließ. Der Autokonzern BMW hat seine Prioritäten, mit welchen Agenturen und Personen er zusammenarbeiten möchte. Und Thomas Strerath erfüllt diese Anforderungen für einen Teil des Engine-Modells. Warum sollte er nicht zugreifen? Nicht mehr und nicht weniger sagt uns dieser Aufreger über die Branche und über Pitches.

Anzeige