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ARD/ZDF-Onlinestudie 2020

Instagram überholt Facebook, Netflix und Mediatheken legen kräftig zu

Die neueste ARD/ZDF-Onlinestudie liefert wieder ein paar interessante Ergebnisse. So ist die Zahl der Internetnutzer insbesondere bei den Über-60-Jährigen Corona-bedingt deutlich gestiegen, bei den sozialen Netzwerken überholte Instagram erstmals Facebook – zumindest bei den täglichen Nutzern.

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Insgesamt ist die Zahl der Internetnutzer in Deutschland laut der Studie um überraschend deutliche 3,5 Millionen Menschen angewachsen. Für dieses Plus sorgte insbesondere ein weiterer Anstieg bei den Über-60-Jährigen. Bei den Unter-50-Jährigen liegt die Rate derjenigen, die das Internet „mindestens selten“ nutzen, ohnehin schon bei 100 Prozent. Bei den 50- bis 59-Jährigen stieg sie nun zwischen 2019 und 2020 von 95 auf 96 Prozent, bei den 60- bis 69-Jährigen von 85 auf 93 Prozent und bei den Über-70-Jährigen von 58 auf 75 Prozent.

Die Studienmacher schreiben zum deutlichen Zuwachs bei den älteren Menschen: „Möglicherweise bedingt durch die Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie, hat insbesondere die ältere Zielgruppe, die nach Aussage des RobertKoch-Instituts durch das Virus besonders gefährdet ist und auf Kontakt zu anderen Personen verzichten sollte, Zugang zum Internet gefunden. Damit hatte diese Altersgruppe trotz der Empfehlung für Kontaktbeschränkungen die Chance, eine Verbindung zur Außenwelt über moderne Kommunikationstechnik aufrechtzuerhalten.“

Womöglich ebenfalls wegen Corona stieg auch die Zahl der WhatsApp-Nutzer noch einmal deutlich: Der Anteil der täglichen Nutzer der Kommunikations-App unter der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren stieg im Vergleich zu 2019 noch einmal von 63 auf 68 Prozent. Bei den Über-70-Jährigen ist WhatsApp die einzige relevante Anwendung, die im weiteren Sinne zur Social-Media-Gattung gehört. Facebook & Co. werden hier – zumindest täglich – kaum genutzt.

Spannend: Bei der täglichen Nutzung fiel Facebook sogar erstmals hinter Instagram zurück: 14 Prozent der Menschen nutzen Facebook täglich, 15 Prozent Instagram. Zum Vergleich: 2019 lag Facebook noch bei 21 Prozent, Instagram bei 13 Prozent. Snapchat folgt mit 6 Prozent vor Twitter mit 2 Prozent. Bei der „mindestens einmal wöchentlichen“ Nutzung bleibt Facebook mit 26 Prozent zwar noch vor Instagram (20 Prozent), verlor aber auch hier deutlich gegenüber 2019 (31 Prozent). Snapchat kommt hier auf 9 Prozent, Twitter auf 5 Prozent, Xing und Linkedin auf 4 Prozent, Twitch und Tiktok auf 3 Prozent.

Deutliche Zuwächse gab es auch bei der medialen Internetnutzung: 50 Prozent der Befragten nutzen täglich Medienangebote. Den größten Sprung machte dabei das Musikhören via Spotify und Youtube: Aus 13 Prozent im Vorjahr wurden hier 20 Prozent. Das Lesen von Artikeln und Berichten im Internet fiel bei den täglichen Nutzern hingegen von 20 auf 17 Prozent zurück, liegt nun gleichauf mit dem Schauen von Bewegtbildinhalten bei Netflix, Amazon & Co., das sich von 14 auf 17 Prozent steigerte.

Bei der täglichen Nutzungsdauer von medialen Inhalten kommen Bewegtbild-Inhalte auf 55 Minuten pro Tag (2019: 43), Audio-Inhalte auf 51 Minuten (2019: 38) und Text-Inhalte auf 17 Minuten (2019: 25). Ein klarer Trend weg vom Text hin zu Audio und Video. Treiber sind hier die Unter-50-Jährigen und dabei vor allem die 14- bis 29-Jährigen. Sie nutzen täglich 257 Minuten lang Medieninhalte im Netz, 30- bis 49-Jährige immerhin 138 Minuten, 50- bis 69-Jährige 68 Minuten und Über-70-Jährige nur 23 Minuten.

Schaut man auf die laut ARD/ZDF-Onlinestudie meistgenutzten Mediatheken und (Video-)Streamingdienste, so führt Netflix das Feld souverän an. 28 Prozent der Gesamtbevölkerung nutzen den Dienst täglich oder einmal/mehrmals pro Woche. Allein bei den täglichen Nutzern kommt Netflix schon auf 11 Prozent. Die Mediatheken von ARD und ZDF folgen mit 21 bzw. 20 Prozent Leuten, die sie täglich oder einmal/mehrmals pro Woche nutzen, Amazon Prime Video folgt mit 17 Prozent.

Alle großen Anbieter steigerten sich dabei klar im Vergleich zum Vorjahr. So sprang Netflix bei der mindestens wöchentlichen Nutzung von 22 auf 28 Prozent, die Mediatheken von ARD und ZDF von 15 auf 21 und von 14 auf 20 Prozent, Prime Video immerhin von 16 auf 18 Prozent. Vor all diesen Diensten landet aber wie gehabt die Video-Plattform Youtube, die von 43 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal wöchentlich genutzt wird.

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