Anzeige

Wegen Preiserhöhungen der Post

Burda-Vorstand Philipp Welte sieht Zustellung von Magazinen in Gefahr

Burda-Vorstand Philipp Welte Foto: Hubert Burda Media

Burda-Vorstand Philipp Welte hat die Preispolitik der Post massiv kritisiert. Die Preisanhebungen erschweren die wirtschaftliche Lage der Verlage erheblich. Er fordert Politik und die Post zu einem Dialog auf, um die Zustellung von Presseprodukten nicht zu gefährden.

Anzeige

Die Post ist in der Verlagsbranche derzeit ein Reizwort. Jüngste Äußerungen von Tobias Meyer haben die Medienunternehmen aufgeschreckt. Grund: Der Post-Vorstand stellt die Sechs-Tage-Zustellung infrage. Er überlegt, die Belieferung von Presseprodukten am Montag einzustellen. Das würde viele Magazinhäuser und vor allem Fachmedien schwer treffen.

Ein weiterer Dorn im Auge der Verlage sind die Preiserhöhungen der Post, um gedruckte Medien zuzustellen. Wenn die Post ihre Preisstrategie so fortsetze, würde dies die Situation der Verlage erschweren, rügt Burda-Vorstand Philip Welte. „Damit behandelt die Post als Staatsunternehmen den Journalismus sehr restriktiv bis destruktiv“, so der  Medienmanager. Er fordert deshalb die Politik und die Post zum Dialog auf, um die Zustellung von Presseprodukten nicht zu gefährden.

Die Post hatte die Zustellungspreise für gedruckte Medien je nach Gewichtsklasse im vergangenen Jahr um vier Prozent angehoben. Jetzt droht erneut ein Aufpreis von sieben Prozent je Titel für 2021. Zudem gelte die Preisanhebung nur für ein Jahr, so dass eine weitere Preiserhöhung bereits 2022 folgen könnte. Dass Welte die Preispolitik der Post nicht schmeckt, ist verständlich. Die Zeitschriftenbranche ist von den höheren Gebühren des Logistikriesen besonders betroffen, da die Verlage ihre Produkte größtenteils durch den Postboten zustellen lassen. Besonders gebeutelt von den Preisanhebungen sind die Fachmedien, die bei ihren Titeln meist mit dem spitzen Finger kalkulieren müssen. 

Belastend wirkt sich auch die Corona-Krise auf den Pressegroßhandel aus. Er schrumpfte im ersten Halbjahr auf 876 Millionen Euro. Welte erwartet für das Gesamtjahr einen Rückgang von vier Prozent. Sein Fazit für dieses Jahr: „Der Vertriebsmarkt bekommt einen Schlag ab. Er hat eine Delle bekommen, aber es wird nicht zu einem Erdrutsch kommen“.  

Anzeige