Anzeige

US-Medienwelt

Jeff Jarvis: „Die besten Geschichten meines Lebens passieren gerade jetzt“

Der US-Journalist Jeff Jarvis, Foto: Imago Images / El Mundo

Im Rahmen der Innovationskonferenz “Scoopcamp” wird der US-Journalist Jeff Jarvis mit dem Scoop Award ausgezeichnet. Ein Gespräch über die US-Medienlandschaft, den Kampfbegriff “Cancel Culture” und warum er glaubt, dass die goldene Ära des Journalismus noch gar nicht begonnen hat.

Anzeige

Gesellschaftliche Verwerfungen, schmerzhafte Sparrunden und Fake News: Der Journalismus erlebt einen massiven Wandel, nicht nur hierzulande, sondern auch in den USA. Doch es gibt sie noch, die Granden ihrer Branche. Der US-Journalist Jeff Jarvis gehört dazu. Berühmtheit erlangte er vor allem durch seine Kritik am Kundendienst von Dell und nicht zuletzt durch sein viel beachtetes Buch What would Google do?. Jarvis ist Mitgründer des Magazins Entertainment Weekly, unterrichtet in New York Journalismus und schreibt für Medien wie den San Francisco Examiner, die Chicago Tribune und The Guardian. In den sozialen Medien tritt er zudem als scharfer Kritiker des US-Präsidenten Donald Trump auf und als Unterstützer von „Black Lives Matter“. Ein Gespräch über Cancel Culture, neuen Journalismus und die Frage, wer der nächste Präsident der USA wird.

MEEDIA: Herr Jarvis, wie haben Sie die Corona-Krise erlebt – sowohl privat als auch aus der Journalisten-Perspektive?

Jeff Jarvis: Aus privater Sicht, bin ich privilegiert. Ich wohne in einem Vorort und meine Frau kümmert sich darum, dass alles läuft. Meine Schüler unterrichte ich derzeit online. Als Journalist waren die vergangenen Monate vor allem sehr lehrreich für mich. Auf unterschiedliche Weise. Zum einen ist die strukturelle Ungleichheit in unserer Gesellschaft auf eine Art sichtbar geworden, wie sie von den Medien bisher nicht ausreichend gezeigt wurde. Denken Sie an George Floyd und die „Black Lives Matter“-Bewegung. Ich bin überzeugt, dass wir den Journalismus im Lichte dieser gesellschaftlichen Ungleichheiten neu denken müssen. Zum anderen war es spannend zu sehen, wie Wissenschaft und Medizin Teil des öffentlichen Informations-Ökosystems geworden sind. Durch Covid-19 wurde das große Thema Desinformation – Sorry für Donald Trump übrigens – durch neue Herausforderungen abgelöst. Plötzlich, also im Rahmen von Covid-19, war weniger Desinformation das Problem, sondern Ignoranz. Deshalb wäre es unser Job als Journalisten gewesen, der Ignoranz gegenüber dieser Krankheit zu begegnen, indem man den Stimmen jener eine Plattform gibt, die über die nötige Expertise verfügen. Ich habe eine Twitter-Liste veröffentlicht mit 600 Epidemiologen, Virologen und anderen Experten, und war fasziniert davon, wie diese Leute die Menschen da draußen über die Pandemie via Social Media informierten. Eine solch geballte Kraft an Information und Expertise habe ich in den Medien in Jahrzehnten nicht erlebt.

Höre ich da auch Kritik an der Corona-Berichterstattung der US-Medien heraus? Oder anders: Wie bewerten Sie deren Arbeit bei dem Thema?

Okay, würde ich sagen, aber sie hätten noch besser sein können. Journalisten neigen leider dazu, zu glauben, dass das, was zuletzt gesagt wurde, auch das letzte Wort ist. Ein Beispiel: Veröffentlicht jemand eine Studie, dass Rotwein tötet, dann heißt es in der Schlagzeile “Rotwein tötet!”. Veröffentlicht ein anderer eine Studie, dass Rotwein gesund ist, steht in der Schlagzeile “Rotwein ist gesund!”. Dabei wird gerne vergessen, dass Wissenschaft keine finalen Aussagen trifft, sondern dass Forschung ein additiver Prozess ist. Dieses Missverständnis wurde auch in der Berichterstattung über Covid-19 immer wieder sichtbar. Es gab eine neue Theorie oder eine neue Erkenntnis, und in den Medien wurde das dann so dargestellt, als handele es sich um finale Aussagen oder Erkenntnisse. Die Wissenschaftler in meinem Twitter-Feed hat diese Art und Weise der Berichterstattung wahnsinnig gemacht, weil sie immer wieder erklären mussten, dass das Puzzle nicht gelöst ist, sondern vielleicht nur ein weiteres Puzzle-Teil hinzugefügt wurde. Und dann hat die Corona-Berichterstattung auch wirklich seltsame Blüten getrieben. In einem US-Sender kam beispielsweise jeden Morgen “Doctor Dave” zu Wort, der über Corona sprach. Nur, dass “Doctor Dave” eben hauptberuflicher Wirbelsäulenchirurg ist. Ich bin mir sicher, “Doctor Dave” ist ein großartiger Wirbelsäulenchirurg, aber warum zur Hölle klärt er die Menschen dann über Covid-19 auf? 

Gab es auch positive Entwicklungen? 

Durchaus. Die Fernsehsender haben verstanden, dass sie ihre Quellen diverser gestalten müssen. Während der Corona-Pandemie sind ganz viele unterschiedliche Menschen zu Wort gekommen, die Sender haben also ihre Quellen erweitert. Die New York Times wiederum hat eine Geschichte über die “Helden der Pandemie” veröffentlicht, und dafür über Protagonisten auf der ganzen Welt geschrieben, auch über den deutschen Virologen Dr. Drosten. Leider waren die Protagonisten alle weiße Männer. Als Reaktion darauf haben Wissenschaftlerinnen einen wundervollen Brief verfasst, in dem sie die Auswahl der Protagonisten kritisierten. Sie sehen schon, das eine Thema „Corona-Berichterstattung der US-Medien“ ist eigentlich ein bunter Blumenstrauß an Themen.

Ein weiteres großes Thema – neben Covid-19 – ist das gesellschaftliche Klima im politischen Sinne. In den USA scheinen sich die politischen Flügel immer mehr zu radikalisieren, die Linke wie die Rechte. Wir haben in Deutschland teilweise eine ähnliche Situation, aber bei weitem nicht in dem Ausmaß, wie es in den USA zu beobachten ist. Haben Sie in ihrer langen Karriere als Journalist schon etwas Ähnliches erlebt? Oder anders gefragt: Ist diese Radikalisierung wirklich neu?

Ich glaube, dass sie vor allem sichtbarer ist als früher. Wir nehmen heute Stimmen wahr, die wir früher nicht wahrgenommen haben. Ich arbeite derzeit an einem Buch über das Gutenberg-Zeitalter. Bei meinen Recherchen ist mir bewusst geworden, dass es derlei Verwerfungen, wie wir sie gerade diskutieren, schon immer gegeben hat, ebenso wie Misstrauen in Medien oder Fake News; denken Sie nur an die “Hexenverfolgung”. Aber die größte Herausforderung heute sind diese neuen Stimmen und die Frage, wie man mit ihnen umgeht. Denn lange Zeit waren es ja vor allem weiße Männer wie ich, die sich Gehör verschafften. Infolge der sozialen Medien fließen heute aber auch Bewegungen wie „Black Lives Matter“ oder „Occupy Wallstreet“ in den öffentlichen Diskurs ein. Plötzlich haben schwarze Amerikaner eine Möglichkeit, ihre Geschichte zu erzählen. Darüber, was sie beobachtet und selbst erlebt haben. Das ist das Gute an den sozialen Medien. Das Schlechte ist, dass sie auch von der AfD, von Donald Trump und vielen weiteren Verrückten, vor allem aus dem rechten Lager, genutzt werden. 

Wo wird uns diese Entwicklung ihrer Meinung nach hinführen? 

Wir wissen nicht, wo uns das hinführen wird. Aber ich glaube, dass es in all den Diskussionen eigentlich darum geht, unsere Werte und Normen neu zu verhandeln. Ich hoffe zudem, dass wir wieder lernen werden, eine ordentliche Konversation zu führen. Klar ist auch, dass sich unterschiedliche Institutionen verändern müssen, um dem, was gerade geschieht, gerecht zu werden. Ansonsten wird es sie bald nicht mehr geben, weil sie durch neue Institutionen ersetzt werden. Auch hier zeigen sich meiner Meinung nach Parallelen zum Gutenberg-Zeitalter. Bedenken Sie: Print hat anfangs niemand vertraut, etwa, weil keiner wusste, wer dahintersteckt. 

Ich habe im Moment aber nicht das Gefühl, dass es besser wird, sondern eher schlechter. Auch für Journalisten. Konkretes Beispiel: die New York Times. Der Ressortleiter James Bennet wurde entlassen, weil ein umstrittener Meinungsbeitrag eines republikanischen Senators gedruckt wurde. Auch die Redakteurin Bari Weiss hat die Zustände bei der renommierten Zeitung beklagt.  

Was meinen Sie mit “es” wird schlechter? Welches “es”?

Ich meine die Radikalisierung der politischen Ränder und dass diese Radikalisierung nun offenbar auch ihren Weg in Redaktionen wie die der New York Times gefunden hat. Eine Zeitung, die eigentlich immer ein gutes Beispiel für Objektivität und verschiedene Perspektiven war. 

Ich bin der Meinung, dass die Entlassung Bennetts gerechtfertigt war. Er hat Vertrauen verspielt, weil er eine Vielzahl – nicht nur eine – also eine Vielzahl an falschen Entscheidungen getroffen hat. Er hat Kolumnisten ins Boot geholt, die die Leser provoziert und verärgert haben (“driving nuts” im Original – Anm. d. Red.). Er dachte, er würde die Leserschaft irgendwie herausfordern, dabei hätte er erstmal bessere Kolumnisten engagieren müssen. Sein Glaube, dass Kontroversen allein schon Diskussionen ausbalancieren, war schlicht falsch. Finde ich, der republikanische Senator Tom Cotton sollte zu Wort kommen? Ja, aber doch bitte in einem nachrichtlichen Kontext, in dem seine Aussagen eingeordnet werden können. Das ist Journalismus. 

Und Bari Weiss? 

Der Beitrag von Bari Weiss war einfach nur weinerlich. Genauso weinerlich wie die Beiträge anderer Leute sind, die eine „Cancel Culture“ beklagen. Was andere „Cancel Culture“ nennen, ist doch zuvorderst eine Debatte über unsere Werte und Normen, wie sie schon immer geführt wurde. Sehen Sie: Als ich jung war, war es völlig normal, dass Männer Frauen „Girl“ nannten, was offenkundig nicht in Ordnung war. Soll heißen: Was derzeit doch eigentlich passiert, ist dies: Diese Leute – diese “Status-Quo-Warriors” – hatten lange genug das Mikrofon in der Hand, und beschweren sich nun, dass es ihnen entrissen wird, weil andere auch zu Wort kommen wollen. Derzeit greifen viele nach dem Mikrofon, die lange keine Stimme hatten – und das finde ich großartig. 

Die negativen Aspekte sehen Sie etwa nicht? 

Natürlich gibt es in diesem Zusammenhang auch Schattenseiten. Von denen berichten mir beispielsweise auch Journalisten aus Deutschland. Ja, die gibt es. Aber ich würde schon argumentieren, dass die positiven Effekte die negativen überwiegen. 

Das gesellschaftliche Klima ist das eine. Das andere sind die ökonomischen Zwänge, denen der Journalismus heute unterworfen ist. Oder das Problem, dass unsere Branche noch keine finale Antwort gefunden hat, wie sie mit der Digitalisierung umgehen soll. Sie sind mittlerweile 66 Jahre alt, richtig? 

Das stimmt. Herzlichen Dank auch, dass Sie das erwähnen müssen. (lacht)

Sorry dafür. Jedenfalls: Ich bin 34 Jahre alt. Als ich mich entschieden habe, Journalist zu werden, hatte ich einige alte“ Vorbilder vor Augen – Journalisten wie Peter Scholl-Latour oder Tiziano Terzani – die es in der Form heute nicht mehr gibt. Und bei allen Problemen, mit denen der Journalismus heute zu kämpfen hat, und die sich relativ klar benennen lasse, verstehe ich manchmal trotzdem nicht, was da gerade vor sich geht. Dann frage ich mich, oder, ich frage Sie jetzt: Ist das goldene Zeitalter des Journalismus vorüber? 

Im Gegenteil. Ich glaube, es hat noch gar nicht begonnen. 

Bitte? 

Sehen Sie: Das Internet beerdigt das Geschäftsmodell der Massenmedien, und damit auch die Idee, es gäbe so etwas wie eine “Masse”. Wir lernen gerade, Menschen als Individuum zu sehen und im Kontext ihrer Communities zu betrachten. Wir lernen gerade, diesen Menschen zuzuhören. Ich denke, der Journalismus verändert sich. Darüber spreche ich auch im Rahmen des Scoopcamps: Manche Leute finden, ich bin radikal, ich finde, ich war nie radikal genug. Das Problem ist, dass ich heute 66 Jahre alt bin und gerade erst dabei, meine Sicht auf den Journalismus komplett zu verändern. Ich bin aber zu spät dran und eben aufgewachsen in den “alten” Medien. Deshalb liebe ich es auch, zu unterrichten. Ich sage meinen Schülern: Ihr seid die Generation, die den Journalismus neu erfinden kann. Ich sage, hört zu und lernt, was wir euch beibringen, aber dann hinterfragt alles, was wir euch gesagt und beigebracht haben. Ich weiß nicht, wie lange dieser Prozess, diese Veränderung im Journalismus andauern wird. Vielleicht werde ich das Ende dieser Veränderungen auch gar nicht mehr erleben, aber klar ist doch: Der Journalismus ist an einem Punkt angekommen, an dem es an der Zeit ist, ihn neu zu verhandeln als ein Journalismus, der in den Dialog tritt mit der Gesellschaft. 

Ihren Optimismus kann ich beim besten Willen nicht teilen. Was ich sehe, sind gesellschaftliche Verwerfungen einerseits und Journalisten andererseits, die sich nicht mehr als objektive Berichterstatter begreifen, die nicht mehr ausreichend erklären, sondern sich als Aktivisten verstehen – und entsprechend handeln. 

Ich war schon immer der Meinung, dass Objektivität nicht möglich ist. Jay Rosen, Professor für Journalismus an der New York University, spricht in dem Zusammenhang von einer “View from nowhere”. Es gibt aber auch einen wundervollen Beitrag des Journalisten Wesley Lowery, in dem er sich mit dem Begriff der Objektivität auseinandersetzt. Er sagt: Objektivität ist in den meisten Newsrooms rassistisch. 

Gewagte These.

Sehen Sie: Diejenigen, die in den Newsrooms das Sagen haben, sind meistens alte weiße Männer wie ich einer bin. Sie entscheiden, was objektiv ist, und was nicht. Wenn ein schwarzer Journalist eine Geschichte über afroamerikanisches Leben schreiben will, heißt es dann, nein, du kannst das nicht tun, weil du nicht objektiv bist. Dabei schreiben Weiße aber ständig über Weiße. Und dieser Rassismus führt dazu, dass wir dumme Dinge machen. Nehmen Sie die unsägliche Headline “Buildings matter, too” im Philadelphia Inquirer, die den Chefredakteur den Job kostete. Und zwar zu Recht: weil es eben rassistisch ist, das “Leben” von Gebäuden über das Leben schwarzer Menschen zu stellen. Und es gibt viele Menschen, die dem Journalismus nicht vertrauen, weil ihnen eben lange nicht ausreichend zugehört wurde. Das müssen wir reparieren. 

Ihre Keynote beim Scoopcamp trägt den Titel „Journalism rebuilt from the Ashes“. Um im Duktus zu bleiben: Wann hat der Journalismus zu brennen begonnen? Und wie hoch schlagen die Flammen bereits?

Die Probleme, denen sich der Journalismus derzeit stellen muss, haben unterschiedliche Ursachen. Manche haben mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs zu tun oder der Monopolisierung regionaler Medienangebote in den USA. Wissen Sie, die USA sind ein so großes Land, dass es nationale Medienangebote lange kaum gegeben hat. Andere Probleme – wie der Vertrauensverlust in Medien – haben ihre Ursachen in den Siebzigern, im Watergate-Skandal und anderem. Und natürlich haben die Probleme auch mit dem Siegeszug des Internets zu tun. Die Medien haben viel zu lange gebraucht, um zu verstehen, welch enormen Einfluss das Internet auch für ihre Geschäftsmodelle haben wird. Wir haben zum Beispiel Newsrooms verkleinert und damit an der falschen Stelle gespart. Wir haben angefangen, Click-Baiting über Katzen und die Kardashians zu machen, und damit stark an Vertrauen eingebüßt. Verlage geben ja gerne den großen Plattformen die Schuld an ihrer Misere. Dabei sind sie es, die ihre Misere selbst verschuldet haben.

Sie unterrichten Journalismus in New York. Können Sie jungen Leuten – mit Blick auf diese Misere – heute noch besten Gewissens raten, Journalist zu werden?

Also, wenn ich glauben würde, dass junge Leute nicht mehr Journalisten werden sollten, würde ich Journalismus nicht unterrichten. Ich glaube, für meine Studenten ist es die richtige Zeit, Journalist zu werden. Sie sind diejenigen, die den Journalismus ändern können. Und das haben sie, denke ich, auch verstanden. Aber ja, während der Corona-Pandemie sind manche von ihnen auf mich zugekommen, um mich zu fragen, ob es nicht sinnvoll wäre, erstmal ein Jahr Pause zu machen. Ich habe ihnen gesagt, dass sie das furchtbar bereuen würden. Wir erleben derzeit eine ethnische Reformation („Racial Reformation“ im Original – Anm. d. Red.), Covid-19, Donald Trump im weißen Haus: Die größten Geschichten meines Lebens – und ich bin alt – passieren doch gerade jetzt. 

Letzte Frage: Wird Joe Biden der nächste Präsident der USA – oder erleben wir bald die nächste Überraschung?

Trump hat gerade erst Tiktok und WeChat aus den App-Stores verbannt, und das ist für mich ein klarer Verstoß gegen den 1. Zusatzartikel der Verfassung der Vereinigten Staaten (Redefreiheit, Versammlungsfreiheit, etc. – Anm. d. Red.). Als Bürger und Journalist, der an Meinungs- und Pressefreiheit glaubt, erlebe ich gerade eine gefährliche Zeit. Ich hoffe deshalb, dass Joe Biden gewinnen wird. Aber ich denke auch, das Schlimmste, was Journalisten im Wahlkampf tun sollten, ist, Vorhersagen zu treffen. Zum einen sind wir miserabel darin. Und zum anderen haben Vorhersagen rein gar nichts damit zu tun, die Öffentlichkeit zu informieren. Eine Vorhersage kann ich Ihnen also nicht anbieten, nur meine Hoffnung.

Zur Person: Jeff Jarvis ist Journalist sowie Journalistik-Professor und gilt als einer der renommiertesten Medienexperten in den USA. Seit 2005 lehrt Jarvis an der City University of New York und berät Medienunternehmen bei Digitalisierungsprozessen, nachdem er selbst jahrelang als Redakteur und Format-Entwickler arbeitete. Weltweit bekannt machte ihn 2009 sein Buch „What would Google do?“, das aufzeigt, wie Unternehmen von den Geschäftsstrategien des Internet-Giganten profitieren können. Beim diesjährigen Scoopcamp wird er mit dem Scoop Award ausgezeichnet. Unter dem Titel „Journalism, rebuilt from the ashes“ hält der Preisträger im Anschluss an die Ehrung eine Keynote, in der er aufzeigt, wie sich der Journalismus neu aufstellen muss, um gegenwärtige Herausforderungen zu meistern.

Zur Veranstaltung: Das Scoopcamp ist die Innovationskonferenz für Medien. Seit 2009 lädt [email protected] – und seit 2014 nextMedia.Hamburg – jährlich zusammen mit der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH mehr als 250 Experten, Entscheider und Innovatoren der IT- und Medienbranche zur Diskussion über Trends und aktuelle Themen an der Schnittstelle zwischen Redaktion, Programmierung und Produktentwicklung ein. Im Fokus stehen Themen wie „Data Journalism“, „Social Media“ und „New Storytelling“ in digitalen Medien. Das Scoopcamp 2020 – das MEEDIA als Medienpartner begleitet – wird am 24. September 2020 erstmals als hybride Veranstaltung stattfinden, und kann sowohl analog als auch digital besucht werden. Die Innovationskonferenz für Medien der Standortinitiative nextMedia.Hamburg und der Deutschen Presse-Agentur (dpa) bringt so auch in diesem Jahr nationale und internationale Größen der Medienbranche zusammen – im kleinen Kreis in der Hamburger Hafen City, im größeren online per Livestream ab 13 Uhr auf www.scoopcamp.de.

Anzeige