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Diskussionen und "klimagerechte Sprache"

Klimaaktivisten übernehmen einen Tag die Chefredaktion der „taz“

Aktivisten von "Fridays for Future" demonstrieren am 11.09.2020 in Bonn, Foto: Imago Images / Dominik Bund

Anlässlich des „Globalen Klimastreiks“ am 25. September überlässt die „taz“ die Gestaltung ihrer Freitagsausgabe 50 Klimaaktivisten. Die Aktion ist Teil der „Klimaoffensive“ der Zeitung.

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In der entsprechenden Print-Ausgabe sollen die Aktivisten zum Thema schreiben und über die Social-Media-Kanäle der Zeitung zur Diskussion einladen. Unter den Teilnehmern der Aktion sind laut taz Schüler und Studenten, die über „Fridays for Futur“ politisiert wurden. Ebenso wie Aktivsten von Protestgruppen wie „Ende Gelände“ oder „Extinction Rebellion“, außerdem „langjährige Mitglieder von Initiativen, Umweltverbänden und Gewerkschaften“, wie es in einer Mitteilung heißt.

Verschiedene Fragestellungen stünden demnach auf der Agenda. Reicht es, zu fordern, die Politik möge der Wissenschaft folgen? Will man sich weiter „Aktivist*innen“ nennen – oder was sonst? Oder auch: Was ist der Unterschied zwischen Beteiligung und Mitbestimmung? Erwähnenswert: Auf prominente Gesichter der Bewegung, die „ohnehin von allen Medien zitiert werden“, will man dabei verzichten. Auch, wenn nicht namentlich genannt, sind hier wohl Aktivistinnen wie Luisa Neubauer gemeint, die zum Gesicht der deutschen „Fridays for Future“-Bewegung avanciert ist. Teile der Klimabewegung kritisieren die mediale Fixierung auf einzelne Personen seit längerem, ebenso wie die entsprechende Selbstinszenierung einzelner Aktivisten.

„Es ist spannend, wie selbstverständlich gewohnte Ressortgrenzen gesprengt werden“, so Beate Willms, die gemeinsam mit Kai Schöneberg das taz-Ressort Wirtschaft und Umwelt leitet und das Projekt koordiniert. Die Blatt-Übernahme sei Teil einer generellen Klimaoffensive der taz, wie es weiter heißt. Neben der Berichterstattung zum Thema gehört unter anderem auch die Einrichtung eines „Klimahubs“, mit dem die taz über Social Media eine eigene Zielgruppe ansprechen will. Ebenso wie eine „klimagerechte Sprache“, die etwa die Verwendung von Begriffen wie „Klimaerhitzung“ statt „Klimaerwärmung“ fordert.

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