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Digitale Transformation

Condé Nast passt Produktportfolio an und trennt sich von 19 Mitarbeitern

CEO Jessica Peppel-Schulz – Foto: Gert Krautbauer

Condé Nast befindet sich mitten in der digitalen Transformation und muss diese nun wegen der Folgen der Corona-Krise weiter beschleunigen. In Folge der sogenannten Dynamisierung wird es auch betriebsbedingte Kündigungen geben.

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„Covid-19 hat unseren Fünf-Jahres-Plan dynamisiert, wir werden jetzt noch konsequenter den Fokus auf profitable Produkte und potenzielle Wachstumsfelder legen“, so Jessica Peppel-Schulz im großen Interview, das am Montag im neuen MEEDIA-Magazin erscheinen wird. Sie plant, dass das Produktportfolio reduziert und die Erscheinungsfrequenz der Titel ab 2021 angepasst wird.

Konkret wird die Vogue künftig acht Mal im Jahr erscheinen, GQ – Gentlemen’s Quarterly (dem Namen entsprechend) ab kommenden Jahr viermal. Glamour wird mit sechs Ausgaben jährlich erscheinen. Einzig die Erscheinungsfrequenz von AD bleibt unverändert bei zehn Ausgaben. Zur Preisgestaltung erklärt ein Sprecher auf Nachfrage von MEEDIA: „Über das Pricing der einzelnen Marken in 2021 werden wir in den kommenden Wochen entscheiden.“

Dass die Magazine abgeschafft werden, muss niemand befürchten, so die CEO von Condé Nast. Sie liebe Magazine, doch zur Wahrheit gehört auch: „Die Welt da draußen ist nun mal digital, und Condé Nast Germany muss aus seinem Dornröschenschlaf aufwachen.“

Stellenabbau: 19 Mitarbeiter bei Condé Nast betroffen

Schon zuletzt hat der Verlag bei den Magazinen etwa fünf Prozent des Personals abgebaut. Condé Nast Germany stehe wirtschaftlich eben nicht gut da, so Peppel-Schulz. Und Covid-19 mache die Lage noch schwieriger (MEEDIA berichtete). Für einen Teil der Belegschaft hat der angekündigte Schritt weitreichende Konsequenzen. „Das nun reduzierte Produktportfolio mit den neuen Erscheinungsfrequenzen haben zur Folge, dass wir auch mit Personalmaßnahmen agieren müssen.“

19 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind von betriebsbedingten Kündigungen betroffen. Die Belegschaft hat laut MEEDIA-Informationen am Donnerstagmorgen von dieser Maßnahme erfahren. „Alternativen gibt es aufgrund dieser aktuell verstärkten negativen Geschäftsentwicklung, aber auch der der letzten Jahre, nicht“, so die Geschäftsführerin.

Peppel-Schulz betont mit Blick auf die Zukunft, dass eine „signifikante Transformation“ noch vor dem Münchener Verlag liege. „Bis wir wieder wirtschaftlich erfolgreich sein können, haben wir auch eine Verantwortung gegenüber den noch rund 250 verbleibenden Mitarbeitern in Deutschland. Wir wissen aber schon auch, dass wir in neue Skills investieren müssen, um erfolgreich zu sein.“ Zu den Investitionen ins digitale Geschäftsmodell soll demnach unter anderem gehören, dass die Creative Consultancy CNX auf- und ausgebaut wird. Auch neue Jobs sollen bis Jahresende geschaffen werden.

Was Jessica Peppel-Schulz mit Condé Nast plant, mit welchen Herausforderungen sie konfrontiert ist und welche Chance sie im Digitalen sieht, lesen Sie am Montag im neuen MEEDIA-Magazin und auf unserer Website. Hier geht’s zum Interview.

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