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"TV Spielfilm Plus"-GfK-Studie "Screens in Motion"

82 Prozent der Unter-30-Jährigen nutzen Streaming-Abos – mehr als TV

Foto: Thomas Trutschel / photothek / imago images

Streamingdienste sind in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Laut der neuesten „TV Spielfilm Plus“-GfK-Studie „Screens in Motion“ nutzen bereits 54 Prozent der Über-14-Jährigen ein Video-Streaming-Abo, bei den 14- bis 29-Jährigen haben Netflix & Co. mit 82 zu 73 Prozent sogar das klassische TV überholt.

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Gegenüber den Vorjahren wuchs die Zahl derjenigen Über-14-Jährigen, die „zumindest einmal im Monat“ ein Streaming-Abo zum Schauen von Bewegtbildinhalten nutzen, noch einmal klar an. 2018 kam die „Screens in Motion“-Studie, die Burdas TV Spielfilm Plus zum dritten Mal von der GfK durchführen ließ, auf 41 Prozent, 2019 schon auf 49 Prozent und nun auf 54 Prozent.

Klassisches TV bleibt insgesamt weiterhin die Wahl Nummer 1 der Deutschen in Sachen Bewegtbild – mit 88 Prozent gegenüber 90 Prozent im Vorjahr gab es hier aber leichte Verluste. Deutlich negativer sieht es für das Fernsehen bei den 14- bis 29-Jährigen aus: Hier kommt das klassische TV nur noch auf 73 Prozent, die es „zumindest einmal im Monat“ nutzen, Streaming-Abos hingegen liegen bereits bei 82 Prozent. Im Vorjahr waren die Verhältnisse noch umgekehrt: mit 79 Prozent für das klassische TV und 75 Prozent für Streaming-Abos.

Noch deutlicher sieht es bei der Sehdauer aus: Während Über 50-Jährige laut der Studie noch 3 Stunden pro Tag klassisches TV schauen – und nur 22 Minuten Streaming-Abos, liegt das herkömmliche Fernsehen bei 14- bis 29-Jährigen nur noch bei 49 Minuten pro Tag, Streaming-Abo-Anbieter aber schon bei 1:38 Stunden.

Die großen Verlierer in Sachen Bewegtbildnutzung sind „Screens in Motion“ zufolge übrigens Medien wie DVDs und Blu-rays, die nach 38 Prozent im Vorjahr nun nur noch von 24 Prozent der Über-14-Jährigen genutzt werden, sowie die digitale Leihe und der digitale Kauf von Bewegtbildinhalten mit nur noch 11 statt 19 Prozent.

Bei den Anbietern von Streaming-Abos heißt die Nummer 1 in Deutschland eindeutig Netflix: 39 Prozent nutzen den Dienst „mindestens einmal im Monat“ – nach 33 Prozent im Vorjahr. Amazons Prime Video hat damit die Spitzenposition bei den Nutzern abgegeben: Aus 34 Prozent wurden hier 38 Prozent. Spannend: Disney+ belegt mit 12 Prozent direkt den dritten Rang:

  1. Netflix / 39 Prozent (+6 gegenüber 2019)
  2. Prime Video / 38 Prozent (+4)
  3. Disney+ / 12 Prozent (kein Vergleich mit 2019 möglich)
  4. Sky Ticket / 5 Prozent (-1)
  5. DAZN / 5 Prozent (kein Vergleich mit 2019 möglich)
  6. Apple TV+ / 2 Prozent (kein Vergleich mit 2019 möglich)
  7. Maxdome / 2 Prozent (-2)
  8. Sport1+ / 1 Prozent (kein Vergleich mit 2019 möglich)

Bei den 14- bis 29-Jährigen ist die Coolness von Netflix offenbar besonders ausgeprägt. Hier führt der Dienst mit einer monatlichen Nutzerzahl von 72 Prozent deutlich vor Prime Video (51 Prozent) und Disney+ (22 Prozent).

Leicht rückläufig ist „Screens in Motion“ zufolge die Nutzung von Mediatheken und Videoportalen. So kommen diese Angebote bei der „mindestens monatlichen“ Nutzung auf 51 bzw. 49 Prozent, im Vorjahr waren es noch 57 und 53 Prozent. Bei den Mediatheken sind ARD und ZDF mit 36 und 35 Prozent die klaren Marktführer, TV Now kommt auf 13 Prozent, Joyn auf 10 Prozent. Interessant: Laut der Studie verlor auch Youtube ein paar Nutzer, fiel von 52 Prozent im Vorjahr auf nun 48 Prozent.

Gut für die Bewegtbild-Abo-Branche: Die Nutzer entscheiden sich offenbar nicht nur für einen Anbieter, sondern abonnieren im Durchschnitt mehrere. So haben die Nutzer von Streaming- oder Pay-TV-Abos im Durchschnitt 2,14 Anbieter zur Verfügung, die 14- bis 29-Jährigen sogar 2,32.

Spannend sind auch die „Screens in Motion“-Ergebnisse im Bezug auf Bewegtbild-Werbung: Während viele Menschen bei Werbung im klassischen TV umschalten, aus dem Raum gehen, ein anderes Gerät nutzen oder sich unterhalten, gibt mit 45 Prozent ein extrem hoher Anteil an, Werbung auf Videoportalen wie Youtube anzuschauen und eben nicht etwas anderes zu tun. Die überschaubare Dosis der Spots dürfte hier ein Vorteil für die Aufmerksamkeit der Zuschauer sein.

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