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Rückzug

Beben bei Lobby-Agentur WMP: Chef und vier Aufsichtsräte gehen

Prominente Köpfe wie Hans Eichel und Wendelin Wiedeking ziehen sich aus dem WMP-Aufsichtsrat zurück. Der Grund ist ein handfester Streit. Foto: Imago.

Prominente Köpfe wie Hans Eichel und Wendelin Wiedeking ziehen sich aus dem WMP-Aufsichtsrat zurück. Der Grund ist ein handfester Streit.

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Die Berliner Kommunikationsagentur WMP Eurocom ist wegen eines internen Streits auf Führungsebene in die Schlagzeilen geraten. Mit einem Mal verabschieden sich gleich mehrere prominente Aufsichtsräte aus ihren Positionen, darunter Ex-Porsche Chef Wendelin Wiedeking und Ex-Bundesfinanzminister Hans Eichel. Laut Business Insider teilten alle drei ihr Ausscheiden in einer gemeinsamen zweiseitigen Erklärung mit, in der unter anderem zu lesen ist: „Für uns ist eine weitere Zusammenarbeit mit dem vorbestraften Geschäftsführer Ulrich Marseille (…) nicht mehr zumutbar.“

Fortdauernde Spannungen

Auch WMP-Vorstandschef Michael Inacker verlässt das Berliner Unternehmen. Laut BI bat er den Aufsichtsrat um die Auflösung seines Vertrags. Die „fortdauernden Spannungen im Gesellschafterkreis und in wachsendem Maße auch im Aufsichtsrat“ würden Inacker „enorm viel zusätzlichen Stress und Belastung“ verursachen, wie er in einem Schreiben an den Aufsichtsrat mitteilte, berichtet das Handelsblatt.

Als Hintergrund für die Rücktrittswelle wird eine Streitigkeit mit Aufsichtsratsmitglied Ulrich Marseille genannt. Er habe sich in dem Gremium das Vertrauen von Hans-Hermann Tiedje sichern können – der Ex-Bild-Chef ist WMP-Mehrheitsaktionär und Aufsichtsratsvorsitzender. Über ihn soll Marseille es geschafft haben, die Führung bei der Agentur zu übernehmen, wie das Handelsblatt schreibt.

Absetzung von Wiedeking und Fuchs auf Hauptversammlung geplant

Außer Wiedeking und Eichel wollen auch der frühere Chef des Handelskonzerns Metro, Eckhard Cordes, und der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Fuchs zum 31. August den Aufsichtsrat verlassen. Zu diesem Datum sei eine Hauptversammlung angesetzt, zu der Marseille und Tiedje die Abwahl der Aufsichtsräte Fuchs und Wiedeking geplant haben sollen, wie das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen erfahren hat. Mit ihrem Rücktritt sollen Fuchs und Wiedeking diesem Schritt zuvor gekommen sein.

ts/ dpa

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