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Quartalszahlen

P7S1 macht Verlust – Werbemarkt zeigt Anzeichen der Besserung

Plötzlich wieder an der Börse gefragt: ProSiebenSat.1 aus Unterföhring bei München – Foto: P7S1

ProSiebenSat.1 hat seine Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt. Allen voran die Werbeerlöse sind stark gesunken. Der Konzernumsatz fiel um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

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Der Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 schreibt rote Zahlen. Die Zuschauer sahen in den vergangenen Monaten zwar wieder etwas mehr Fernsehen, aber die Werbekunden schalteten viel weniger Spots. Die Folge: Der Konzernumsatz fiel im zweiten Quartal um 25 Prozent auf 709 Mio. Euro. Der bereinigte Nettoverlust lag bei 52 Mio. Euro. Im Vorjahr hatte das Unternehmen im gleichen Zeitraum noch 85 Mio. Euro verdient. Das adjusted Ebitda schrumpfte auf 23 Mio. Euro zusammen (Vorjahr: 213).

Insgesamt schloss P7S1 das erste Halbjahr mit einem Umsatz von 1.634 Mio. Euro (Vorjahr: 1.860 Mio.Euro) ab. Damit lag der Wert 12 Prozent unter dem Vorjahr. Für die ersten sechs Monate verbucht die Gruppe einen Verlust von 30 Mio. Euro. Im ersten Halbjahr 2019 gab es noch einen Gewinn von 215 Mio. Euro (Gewinn- und Verlustrechnung hier einsehbar).

Vorstandssprecher Rainer Beaujean sah am Freitag jedoch ein wenig Licht am Ende des Tunnels: „In unseren Kernmärkten Deutschland, Österreich und Schweiz beginnen sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aufzuhellen.“ Hinsichtlich des Werbemarkts erläuterte er: „Wir erwarten im Juli bei den Werbeerlösen ein Minus von etwas weniger als 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und damit einen klar niedrigeren Rückgang als im abgelaufenen Quartal.“ Beaujean sagte auch, „im August zeichnet sich aktuell mit einem Minus von rund 10 Prozent eine weitere Verbesserung ab“.

September bis Dezember enorm wichtig für Geschäftsentwicklung

Allerdings werde es nicht möglich sein, die bis Herbst entstanden Rückgänge bis Jahresende aufzuholen. In normalen Jahren erwirtschafte ProSiebenSat.1 zwar etwa die Hälfte seines Betriebsgewinns zwischen September und Dezember. Aber angesichts der Unsicherheit über den Fortgang der Corona-Seuche könne der Vorstand keine Jahresprognose geben.

Bereits im April hatte das Unternehmen aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie die Prognose und den Dividendenvorschlag für 2019 zurückgenommen. Ein Ausblick, hieß es damals, sei wegen des Stillstands der Weltwirtschaft und der daraus resultierenden erheblichen wirtschaftlichen Unsicherheit nicht möglich (MEEDIA berichtete).

Konzerntochter Nucom steigert Umsatz leicht

Mit rund 1,2 Milliarden Euro in bar sei die Liquidität des Unternehmens gut. Kosteneinsparungen seien teilweise bereits im zweiten Quartal sichtbar, sollten aber vor allem in der zweiten Jahreshälfte wirken.

Der Quartalsumsatz im Kerngeschäft Unterhaltung und im Produktionsgeschäft brach um ein Drittel ein. Nur die Konzerntochter Nucom konnte ihren Umsatz dank der Partnervermittlung Parship Group und der Online-Parfümerie Flaconi leicht steigern. Der Außenumsatz ging im zweiten Quartal um 5 Prozent auf 209 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreswert von 198 Mio. Euro nach oben.

tb/dpa

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