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Übernahme

Französischer Online-Kiosk Cafeyn kauft Blendle auf

Der Online-Kiosk Blendle wurde vom französischen Konkurrenten Cafeyn aufgekauft – Foto: Blendle

Der niederländische Online-Kiosk Blendle wurde vom französischen Konkurrenten Cafeyn aufgekauft. Dies gaben beide Unternehmen am Donnerstag bekannt. Der bisherige Blendle-CEO wird seinen Posten in diesem Zuge abgeben.

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Über 1,5 Millionen aktive Nutzer, rund 2500 Titel (darunter L’Équipe und The Guardian) und fast ein Dutzend Länder wie Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Irland und Spanien, in denen die zusammengelegten Angebote verfügbar gemacht werden. Der französische Online-Kiosk Cafeyn übernimmt das Pendant Blendle. Cafeyn hält künftig 100 Prozent am niederländischen Unternehmen, in das in der Vergangenheit bereits die japanische Mediengruppe Nikkei, die New York Times und Axel Springer investiert hatten. Über die Höhe der Verkaufssumme haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart.

Der bisherige Blendle-Chef Alexander Klöpping wird seinen Posten abgeben und dafür in den Vorstand des französischen Unternehmens wechseln, wo er für die „journalistische Vision“ von Cafeyn verantwortlich sein wird. Dessen Gründer Ari Assuied wird die gesamte neu formierte Unternehmensgruppe mit etwa 150 Mitarbeitern leiten. Das tägliche Geschäft von Blendle steuert der aktuelle CCO Willem-Jan Lems im Hauptsitz in Utrecht.

Premium-Abo-Strategie ging wohl nicht schnell genug auf

In einem Blogpost teilt Klöpping mit, durch den Verkauf werde sein Traum wahr, das Angebot in mehr Länder verfügbar zu machen. Für die Nutzer werde es bald neue Funktionen geben, kündigte er an. Erst im Juni 2019 hatte Blendle mitgeteilt, dass man sich in den Niederlanden künftig auf das eigene Premium-Abo-Modell konzentrieren wolle. Der Strategiewechsel weg vom Artikel-Einzelverkauf hing vor allem mit der Geschäftsentwicklung zusammen. Nur so könne das Unternehmen mittelfristig profitabel werden, hieß es damals (MEEDIA berichtete).

Gegenüber deVolkskrant sagt Klöpping, dass die Abos gut angelaufen seien. Demnach nutzen derzeit rund 80.000 Menschen das Premium-Modell; 50.000 Abonnenten davon zahlen zehn Euro monatlich. Klöpping betonte im Vorjahr, dass es 100.000 zahlende Premium-Abos brauche, damit das Unternehmen profitabel sei.

Die Blendle-Spitze wollte aber über die Grenzen schauen und hat nach Investoren gesucht, heißt es zu den Motiven des Verkaufs. Bei Cafeyn, dem 2006 gegründeten Online-Kiosk, hat es dann gepasst, wie Klöpping erzählt. Statt die ähnlichen Ziele getrennt zu verfolgen, sei es sinnvoller, dies in einem Unternehmen zu tun. Gegenüber deVolkskrant sagt er, dass er den digitalen Übergang des Qualitätsjournalismus in einigen Ländern beschleunigen möchte – auch um letztlich den großen US-Firmen wie Facebook und Google einen Schritt voraus zu sein. Denn die hätten nicht wirklich gezeigt, dass ihnen die Interessen für Zeitungen und Zeitschriften wichtig seien. Sie haben alle Werbeeinnahmen verschlungen, sagt er.

tb

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