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"NSU 2.0"

Drohmails auch an Maybrit Illner und Taz-Kolumnistin

Maybrit Illner – Foto: Imago

Auch die ZDF-Moderatorin Maybrit Illner und die „Taz“-Kolumnistin Hengameh Yaghoobifarah haben Drohmails erhalten, die mit „NSU 2.0“ unterschrieben waren. Das berichten verschiedene Medien.

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Das Drohschreiben an Illner soll laut Hessischem Rundfunk im Stil eines Zuschauerbriefs verfasst sein. Darin werde vorgeschlagen, neben den Linkenpolitikerinnen Janine Wissler, Martina Renner und Anne Helm sowie der Kabarettistin Idil Baydar auch die Taz-Kolumnistin Hengameh Yaghoobifarah in eine Sendung mit dem Thema „Wann wird Deutschland endlich abgeschafft?“ einzuladen. Yaghoobifarah hatte vor einem Monat eine hoch umstrittene Kolumne in der Taz veröffentlicht, in der sie Polizisten mit Abfall gleichsetzte. Alle sechs Frauen werden laut HR in dem Schreiben mit dem Tod bedroht.

In dem Schreiben werde Maybrit Illner vorgeworfen, sich für die „Abschaffung der Scheißdeutschen, die Vernichtung der Kartoffelkultur und für den Bevölkerungsaustausch“ zu engagieren. Der Urheber des Schreiben deute an, Polizist zu sein, schon mehrere rechtsextreme Mails verschickt zu haben und kündigt weitere Drohschreiben an.

Es wurden bereits mehrere anonyme Drohmails mit der Autorenzeile „NSU 2.0“ an Personen des öffentlichen Lebens verschickt. Teilweise wurden dafür personenbezogene Daten verwendet, die von Computern der hessischen Polizei stammten. Weil der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) von den Vorgängen nicht unverzüglich informiert worden war, wurde der Polizeipräsident des Bundeslandes, Udo Münch, in einstweiligen Ruhestand versetzt.

swi

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