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Corona-Folgen

„Guardian“ verliert über 27 Mio. Euro und will bis zu 180 Jobs streichen

Foto: Imago

Die Folgen der Corona-Pandemie treffen den britischen „Guardian“ hart. Wie das Medienhaus mitteilt, wird der Umsatz fürs laufende Jahr um geschätzte 27,7 Mio. Euro niedriger ausfallen. Das Unternehmen reagiert mit einem drastischen Stellenabbau.

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Betroffen sind bis zu 180 Jobs, 110 in Verlagsabteilungen wie Anzeigenabteilung, Marketing und Live-Events, 70 bei der Redaktion. Chefredakteurin Katharine Vine und Annette Thomas, CEO der Guardian Media Group (dazu gehört auch die Zeitung Observer), erklärten, die Pandemie habe einen „unhaltbare finanzielle Prognose“ für den Guardian geschaffen.

Die Gruppe würde „unhaltbare jährliche Verluste in den kommenden Jahren“ erleiden, wenn keine Gegenmaßnahmen getroffen würden, so die beiden Verantwortlichen. Viner und Thomas wollen trotz der Probleme keine Paywall für die digitalen Inhalte einführen. Guardian und Observer bleiben grundsätzlich digital frei zugänglich. Das Medienhaus setzt auf ein Modell der Mitgliedschaften und freiwilligen Zahlungen.

Mit der Ankündigung der Sparmaßnahmen gab die Guardian Media Group auch ihr Ergebnis für das Geschäftsjahr 2019/20 bekannt, das bis Ende März ging. Die Zahlen zeigen, dass der Umsatz der Gruppe noch vor der Pandemie leicht zurückging auf knapp 246 Mio. Euro. Ein Wachstum bei den von Lesern generierten Umsätzen habe dabei einen Rückgang bei den Anzeigen ausgeglichen.

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