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Nielsen-Anzeigenbilanz:

Anzeigenmarkt der Zeitschriften kippt deutlich ins Minus

Für die deutschen Publikumszeitschriften hat sich die Corona-Krise im Mai erstmals sehr deutlich ausgewirkt. 22,2 Prozent weniger Brutto-Umsatz verzeichnete Nielsen, 31 der 50 Top-Titel liegen nach fünf Monaten nun unter dem Vorjahr

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Die drei ersten Monate des Jahres liefen für die Publikumszeitschriftenbranche noch recht normal: Im Januar lag sie laut der Nielsen-Anzeigenstatistik beim Brutto-Werbeumsatz noch 2,1 Prozent im Plus, auch das 4,8-Prozent-Minus aus dem Februar und das 0,6-Prozent-Minus aus dem März waren nicht dramatisch. Im April ging es durch die Corona-Krise dann schon 11,9 Prozent unter den Vergleichsmonat des Vorjahres, im Mai nun sogar 22,2 Prozent unter den Mai 2019.

Auf das Gesamtjahr gerechnet ergibt sich nach den fünf Monaten für die von Nielsen ausgewerteten Titel damit ein Minus von 8,1 Prozent. Der Blick auf die 50 umsatzstärksten Magazine zeigt, dass sich 31 der 50 im Vergleich zum Vorjahr verschlechterten, immerhin 19 liegen nach Ablauf des Mai noch im Plus.

Die größten Verluste verzeichnet das Supplement RTV mit einem Minus von 20,8 Prozent, um mehr als 15 Prozent ging es zudem für den Focus, Auto Motor und Sport, sowie Grazia nach unten. Deutliche Zuwächse verzeichnen gegen den Branchen-Trend vor allem TV Movie, die Apotheken Umschau A und Harper’s Bazaar.

Nielsen-Anzeigenstatistik 2020: Top 50 Publikumszeitschriften*

    Umsatz brutto Jan.-Mai vs. 2019 absolut vs. 2019 in %
1 Prisma (Gesamt) 53,61 -0,96 -1,8
2 Stern 43,49 -4,83 -10,0
3 RTV Plus 38,52 -10,14 -20,8
4 Der Spiegel 31,88 0,39 1,3
5 Bunte 31,79 -1,86 -5,5
6 Brigitte 30,32 -0,18 -0,6
7 Die Zeit 27,61 -4,10 -12,9
8 Bild am Sonntag 26,41 -3,97 -13,1
9 Bild der Frau 25,45 -1,35 -5,0
10 Focus 23,38 -4,35 -15,7
11 Freundin 19,47 -0,02 -0,1
12 Gala 17,31 -2,18 -11,2
13 Auto Bild 16,24 -1,58 -8,9
14 Hörzu 14,85 -1,16 -7,3
15 Wirtschaftswoche 14,52 -0,83 -5,4
16 Auto Motor und Sport 13,88 -2,57 -15,6
17 Apotheken Umschau A 13,53 1,27 10,4
18 TV14 13,47 0,29 2,2
19 TV Digital 13,17 -0,51 -3,7
20 Instyle 13,05 0,96 7,9
21 Tina 11,92 -1,20 -9,1
22 Vogue 11,84 0,05 0,4
23 Elle 11,51 0,19 1,6
24 TV Movie 11,43 2,63 29,9
25 Glamour 11,32 -0,96 -7,8
26 Apotheken Umschau B 10,66 0,66 6,6
27 Cosmopolitan 10,46 0,51 5,2
28 Superillu 9,71 0,19 2,0
29 Schöner Wohnen 9,68 0,33 3,5
30 TV Spielfilm 9,59 -0,87 -8,3
31 TV Hören und Sehen 9,19 -0,60 -6,1
32 Zeitmagazin 9,13 -0,36 -3,8
33 Landlust 8,55 0,33 4,0
34 Sport Bild 8,33 -1,27 -13,2
35 Für Sie 8,23 0,09 1,2
36 Freizeit Revue 7,29 -0,17 -2,3
37 Grazia 7,27 -1,31 -15,3
38 Auf einen Blick 6,97 -0,89 -11,3
39 C’T Magazin für Computer Technik 6,66 -0,04 -0,6
40 Lisa 6,65 -1,07 -13,8
41 Harper’s Bazaar 6,01 0,56 10,2
42 Geo 5,89 0,29 5,1
43 Motorrad 5,63 0,12 2,1
44 Barbara 5,63 0,35 6,6
45 Brigitte Woman 5,58 0,18 3,4
46 GQ 5,44 -0,27 -4,7
47 Intouch 5,37 -0,90 -14,3
48 Neue Post 5,30 -0,25 -4,5
49 Funk Uhr 5,13 -0,13 -2,4
50 Manager Magazin 5,06 0,40 8,6
*und Wochenzeitungen / Brutto-Werbeumsatz in Mio. Euro // Daten-Quelle: Nielsen, PZ-Online / Tabelle: MEEDIA

Wie immer muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass es sich bei den Nielsen-Zahlen um Brutto-Umsätze handelt. Eventuelle Rabatte, Austauschgeschäfte und Eigenanzeigen werden in diesen Zahlen nicht als solche, sondern als komplett nach Preisliste bezahlte Werbung gewertet. Über tatsächliche Umsätze geben die Nielsen-Zahlen also keine Auskunft. Ein wichtiges Indiz für die Entwicklung der einzelnen Branchen und Segmente und den Werbedruck sind sie dennoch.

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