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Erste Gimlet-Produktion für Deutschland

Wie Spotify aus „SANDRA“ „SUSI“ macht

Almila Bagriacik, Nilz Bokelberg und Bastian Pastewka arbeiten an "SUSI" – Foto: Spotify / Antonio Castello

Anfang 2019 kaufte Spotify das US-amerikanische Podcast-Label Gimlet für angeblich rund 230 Mio. Dollar. Jetzt erscheint mit „SUSI“ die erste deutschsprachige Adaption eines Gimlet-Podcasts. Mit prominenter Unterstützung

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Spotify startet den „fiktionalen Podcast“ SUSI am 7. Juli.

SUSI ist die erste Gimlet-Produktion, die Spotfiy für Deutschland adaptiert

Die Story folgt der Hauptfigur Sara, einer jungen Frau aus Plön, die inmitten einer Scheidung von ihrem Ehemann Ronny ihren neuen Job bei der Firma (fiktiven Orbital Teledynamics beginnt. Orbital Teledynamics ist eine Tech-Firma, die hinter einem Alexa-ähnlichen sprachgesteuerten Gerät steckt, das den Namen SUSI trägt. SUSI ist eine virtuelle Assistentin, die jedoch nicht auf Algorithmen und einer AI basiert. Stattdessen kümmern sich reale Menschen,  um die Herausforderungen und Probleme der SUSI-User in Echtzeit.

In der deutschen Version leiht die Komikerin Martina Hill SUSI ihre Stimme. Auch weitere Rollen sind mit Bastian Pastewka, Almila Bagriacik (4 Blocks) und Maximilian Mundt (How to Sell Drugs Online (Fast)) prominent besetzt. SUSI basiert auf dem erfolgreichen US-amerikanischen Podcast SANDRA, den Gimlet 2018 veröffentlichte. Zeitgleich zu SUSI in Deutschland feiern am 7. Juli auch SONIA in Mexiko, SOFIA in Brasilien und SARA in Frankreich Premiere, jeweils von lokalen Autorinnen umgesetzt und hochkarätig besetzt.

Die deutsche Adaption wurde von Spotify zusammen mit dem Podcast-Studio Pool Artists produziert. Hier gibt es den Trailer:

MEEDIA sprach mit Nilz Bokelberg von Pool Artists, der bei dem Podcast Regie führte:

SUSI wird als „fictional Podcast“ angekündigt. Nannte man das früher nicht einfach Hörspiel?

Es ist ja auch ein Hörspiel, aber eben in Podcast-Form. In mehreren Teilen, sehr angenehm konsumierbar, näher dran und irgendwie moderner als zum Beispiel Fünf Freunde. Aber ja: Formell ist das in diesem Fall einfach nur eine neue Bezeichnung, damit man neugierig wird. Comics wurden ja auch irgendwann mal in “Graphic Novels” umbenannt, damit Feuilletons
anfangen sich damit zu beschäftigen. 😉

Zumindest beim Reinhören in die erste Folge scheint es sich bei SUSI um eine Übersetzung des US-Originals SANDRA zu handeln. Worin bestand die Herausforderung bei der Adaption ins Deutsche, wo wurde vom Original abgewichen?

Die reine Übersetzung war nicht das Problem, weil das Original wirklich toll geschrieben ist. Die Anpassung an Deutschland hat mehr Zeit und Überlegungen verlangt. Zum Beispiel mussten wir Strecken finden, die weit genug auseinander liegen, damit die Protagonisten länger unterwegs sind oder Orte, aus denen man vielleicht wieder weg möchte. Das waren die Parts, die ein bisschen mehr Eintauchen verlangten. Es gab in der Tonalität der Figuren einige Abweichungen, um sie “deutscher” zu machen, vielleicht auch ein bisschen aufregender. Ehrlich gesagt weiß ich aber nicht mehr so genau, was Vorlage war und was ich groß verändert hab. Ich bin während der Arbeit sehr mit dem Stoff zusammen gewachsen.

Warum heißt SANDRA in der deutschen Version SUSI?

Die Grundüberlegung war: Es soll ein Frauenname sein, weil so eine Firma wie “Orbital Teledynamics”, wie sie in dem Podcast heißt, so einem Gerät auf jeden Fall einen “echten” Namen geben würde. Er durfte nicht zu modern sein, weil sonst in vielen Haushalten das Teil immer aus Versehen angehen würde. Deswegen fiel auch “Sandra” für uns weg, weil es in unserer Generation gefühlt ja noch unendlich viele Sandras gibt. Also ein Frauenname, der Vertrauen erweckt, vielleicht sogar ein bisschen niedlich ist und nicht mehr so oft vorkommt: Da kamen wir im Team mit Pool Artists und Spotify irgendwann auf Susi. Unser interner Arbeitstitel war übrigens lange Zeit “Petra”, aber dann wollten wir doch etwas mit “S” im Namen,

War es schwierig, prominente deutsche Stimmen für die Produktion zu gewinnen?

Es war auf jeden Fall ein interessanter Prozess. Wir haben jetzt mit u.a. Almila Bagriacik, Martina Hill und Bastian Pastewka ein absolutes Traumcast zusammen, mit den tollsten Stimmen, die man sich für so ein Projekt vorstellen kann. Selbst hochkarätig besetzte Nebenrollen – das war so eine tolle Arbeit als Regisseur, weil alle so Bock hatten und ich da saß und zusehen konnte, wie der Podcast langsam entsteht und wächst. Hammer. Als wir angefangen haben anzufragen, gab es tatsächlich noch eine größere Skepsis bei vielen Agenturen: Podcast, klar, hat man schon mal gehört, aber ist das auch interessant? Unser Glück war in diesem Fall, dass wir mit einem Namen wie Spotify anfragen konnten – da waren die meisten schon gleich beruhigter und offener. Aber, ganz ehrlich, manche haben uns auch einfach nur abgebügelt. Da hat man schon gecheckt, dass die uns nicht so ernst genommen haben. Was okay ist. Ich denke nur, dass sie sich bestimmt ärgern werden, wenn sie hören, was wir daraus gemacht haben. 🙂

Die Fragen an Nilz Bokelberg wurden schriftlich gestellt.

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