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Unterlassungsbegehren verschickt

Streit zwischen Storymachine und PR-Rat geht weiter

Storymachine-Gründer Philipp Jessen, Kai Diekmann, Michael Mronz (v.li.)

Der Streit zwischen der Agentur Storymachine und dem PR-Rat geht weiter. Storymachine verlangt vom Rat-Mitglied Uwe Kohrs die Unterlassung einer Interview-Aussage. Der will die Unterlassung aber nicht abgeben

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Storymachine ist die Agentur des früheren Bild-Chefredakteurs Kai Diekmann, des früheren stern.de-Chefredakteurs Philipp Jessen und des Event-Managers Michael Mronz. Die Agentur begleitete die so genannte Heinsberg-Studie des Virologen Hendrik Streeck, in der es um die Verbreitung des Corona-Virus ging, auf Social Media.

Der PR-Rat (DRPR) rügte die Arbeit der Agentur. Die kommunikative Aufgabe bei der Veröffentlichung der Studie habe aus Sicht des Rates darin bestanden, die Studienergebnisse möglichst neutral zu vermitteln. „Doch stattdessen vermittelt das von Storymachine entwickelte und vorab an potenzielle Sponsoren verschickte Dokumentationskonzept den Eindruck, dass es sich hier um eine Maßnahme handelte, bei der ein vorformuliertes Narrativ in der Öffentlichkeit gesetzt werden sollte“, so der Rat (MEEDIA berichtete).

Der PR-Rat hatte außerdem untersucht, ob Storymachine die Absender- und Sponsoren-Transparenz beachtet hat. In diesen Punkten wurde freilich keine Rüge ausgesprochen. Laut Storymachine wurde die Agentur nur zu diesen beiden Punkten gehört, nicht aber zu dem Vorwurf, der letztlich zu einer Rüge führte. Darum kündigte die Agentur über ihren Anwalt, den Medienrechtler Christian Schertz an, rechtliche Schritte gegen den PR-Rat zu prüfen (MEEDIA berichtete).

Unterlassungsbegehren verschickt

Nun hat Schertz im Auftrag von Storymachine tatsächlich ein Unterlassungsbegehren an den PR-Rat und den Vorsitzenden des Trägervereins, Uwe Kohrs, verschickt. Dabei geht geht es aber gar nicht um die Rüge selbst, sondern um eine Interview-Äußerung von Kohrs. Dieser hatte gegenüber Horizont gesagt, dass Storymachine der Impressumspflicht erst korrekt nachgekommen sei, nachdem Kritik aufgekommen sei. Dies ist laut Schertz eine Falsch-Aussage. Gleichzeitig machte Schertz den DRPR darauf aufmerksam, dass das eigene Impressum nicht gesetzeskonform sei. Kurz darauf wurde das Impressum auf der Website des DRPR tatsächlich geändert. Wie Rat-Vorsitzender Lars Rademacher mitteilt aber nicht, weil das alte Impressum „nicht gesetzeskonform“ gewesen sei, sondern man habe nur der Einheitlichkeit halber eine Geschäftsstellenadresse rausgenommen. Das Impressum sei auch vor der Änderung „juristisch wasserdicht“ gewesen, so Rademacher.

Kohrs will die Unterlassung übrigens nicht abgeben. Gegenüber MEEDIA sagt er: „Ich sehe keine Veranlassung diese Unterlassungserklärung abzugeben. In dem Interview in Horizont hatte ich meinen damaligen Wissensstand wiedergegeben, so wie sich dieser vor Beginn der Prüfung dargestellt hat.“ Und weiter: „Diese Branche hat es verdient, dass sich alle an gewisse Regeln halten. Wenn Herr Schertz das vor Gericht gegen mich persönlich ausfechten will, soll er das tun.“

Freunde werden Storymachine und der PR-Rat in diesem Leben vermutlich nicht mehr.

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