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Analyse zur LAE 2020

Massiver Shift von Print zu Online, Crossmedia stabil

Die Leseranalyse Entscheidungsträger bescheinigt den teilnehmenden Medien in diesem Jahr deutliche Nutzer-Verschiebungen. Fast alle Print-Titel verloren Leser, fast alle Online-Medien gewannen welche hinzu

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Von den 19 an der LAE teilnehmenden Printmedien verloren 17 im Vergleich zum Vorjahr Reichweite. Lediglich die Wirtschaftswoche verharrte auf ihrem 2019er-Niveau, das Handwerk Magazin gewann sogar 3.000 Leser pro Ausgabe hinzu.

Bei den Tageszeitungen ging es für alle vier Titel nach unten – um 17.000 bis 26.000 Leser. Prozentual gesehen verlor die Welt am deutlichsten: 12,5 Prozent. Relativ glimpflich davon gekommen sind die Süddeutsche Zeitung und die Frankfurter Allgemeine.

Bei den Wochenzeitungen büßten die VDI Nachrichten deutliche 14,4 Prozent ein, Die Zeit und die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung nur 4,0 und 4,4 Prozent. Bei den Wochenmagazinen gibt es den positiven Ausreißer Wirtschaftswoche, nur relativ geringe Verluste verzeichnet Der Spiegel, deutliche der Focus und sehr deutliche Focus Money.

Bei den monatlichen Magazinen gibt es mit dem Handwerk Magazin den einzigen Print-Gewinner, mit Capital, Markt und Mittelstand, der Creditreform, dem Handel und Brand eins aber auch fünf Titel, sie zwischen 15 und 20 Prozent ihrer Reichweite einbüßten.

LAE 2020: Print-Titel nach Leser pro Ausgabe

    2020 vs. 2019 vs. 2019 in %
  Tageszeitungen      
1 Süddeutsche Zeitung 380.000 -14.000 -3,6
2 Frankfurter Allgemeine Zeitung 287.000 -17.000 -5,6
3 Welt Print Werktag (Die Welt / Welt kompakt) 246.000 -35.000 -12,5
4 Handelsblatt 231.000 -26.000 -10,1
  Wochenzeitungen      
1 Die Zeit 359.000 -15.000 -4,0
2 VDI nachrichten 207.000 -35.000 -14,5
3 Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 196.000 -9.000 -4,4
  Wöchentliche Zeitschriften      
1 Der Spiegel 815.000 -30.000 -3,6
2 Stern 441.000 -38.000 -7,9
3 Focus 440.000 -64.000 -12,7
4 Wirtschaftswoche 268.000 0 0,0
5 Focus Money 98.000 -35.000 -26,3
  Monatliche Zeitschriften      
1 Manager Magazin 276.000 -28.000 -9,2
2 Handwerk Magazin 231.000 3.000 1,3
3 Capital 181.000 -36.000 -16,6
4 Markt und Mittelstand 165.000 -38.000 -18,7
5 Creditreform 117.000 -27.000 -18,8
6 Der Handel 114.000 -20.000 -14,9
7 Brand eins 99.000 -25.000 -20,2
Daten-Quelle: LAE e.V. / Tabelle: MEEDIA

Exakt umgekehrt sieht es bei den digitalen Angeboten der 19 Marken aus: Hier büßten nur drei Reichweite ein, die anderen 16 gewannen Leser bzw. Nutzer hinzu. Nach unten ging es für den Focus, Markt und Mittelstand und den Handel. Insbesondere das Focus-Minus ist bitter, gehört die Burda-Marke doch auch bei den Print-Zahlen zu den großen Verlierern.

Die prozentual gesehen größten Gewinne verzeichnen auf den ersten Plätzen die Süddeutsche Zeitung, sowie etwas weiter hinten das Handelsblatt, die Wirtschaftswoche, das Manager Magazin, die VDI Nachrichten und Brand eins.

LAE 2020: Online-Medien nach Nutzern pro Monat

    2020 vs. 2019 vs. 2019 in %
  Digitale Angebote (Online + Apps)      
1 Der Spiegel 1.333.000 34.000 2,6
2 Focus 878.000 -32.000 -3,5
3 Süddeutsche Zeitung 782.000 72.000 10,1
4 F.A.Z. 714.000 24.000 3,5
5 Die Zeit 664.000 59.000 9,8
6 Welt 661.000 40.000 6,4
7 Stern 592.000 13.000 2,2
8 Handelsblatt 568.000 66.000 13,1
9 Wirtschaftswoche 445.000 86.000 24,0
10 Manager Magazin 356.000 75.000 26,7
11 VDI Nachrichten 222.000 28.000 14,4
12 Capital 205.000 18.000 9,6
13 Markt und Mittelstand 116.000 -6.000 -4,9
14 Handwerk Magazin 115.000 6.000 5,5
15 Brand eins 98.000 12.000 14,0
16 Der Handel 83.000 -2.000 -2,4
Daten-Quelle: LAE e.V. / Tabelle: MEEDIA

Die Crossmedia-Reichweiten sind durch die Print-Verluste und die Online-Gewinne offenbar weitgehend stabil geblieben. Zumindest teilt der LAE e.V. dies so mit. Ein direkter Vergleich der Titel mit dem Vorjahr ist diesmal leider nicht möglich, da 2019 für die Crossmedia-Reichweite nur die Nutzer pro Woche ausgewiesen wurden, 2020 hingegen nur die Nutzer pro Monat.

Auf Platz 1 findet sich hier Der Spiegel – mit deutlichem Vorsprung vor dem Focus, dem Stern und der Welt. Betrachtet man die Welt ohne Welt am Sonntag, so lägen noch die Süddeutsche Zeitung und die Frankfurter Allgemeine davor.

LAE 2020: Crossmedia-Angebote nach Reichweite pro Monat

    2020 vs. 2019 vs. 2019 in %
  Crossmedia+App-Reichweite      
1 Der Spiegel + spiegel.de + Apps 1.840.000    
2 Focus + Focus Money + focus.de + Apps 1.332.000    
3 Focus + focus.de + Apps 1.286.000    
4 Stern + stern.de + Apps 1.151.000    
5 Welt Print Gesamt + welt.de + Apps 1.100.000    
6 Süddeutsche Zeitung + Süddeutsche.de + Apps 1.092.000    
7 F.A.Z. + F.A.S. + faz.net + Apps 1.064.000    
8 F.A.Z. + faz.net + Apps 992.000    
9 Welt Print Werktag + welt.de + Apps 978.000    
10 Die Zeit + zeit.de + Apps 929.000    
11 Handelsblatt + handelsblatt.com + Apps 790.000    
12 Wirtschaftswoche + wirtschaftswoche.de + Apps 710.000    
13 Manager Magazin + manager-magazin.de + Apps 517.000    
14 VDI Nachrichten + ingenieur.de + Apps 387.000    
15 Capital + capital.de 345.000    
16 Handwerk Magazin + handwerk-magazin.de 282.000    
17 Markt und Mittelstand + marktundmittelstand.de 254.000    
18 Brand eins + brandeins.de 176.000    
19 Der Handel + etailment.de 168.000    
Daten-Quelle: LAE e.V. / Tabelle: MEEDIA

Zur Methodik: Die Leseranalyse Entscheidungsträger ermittelt seit 1975 u.a. die Reichweiten von Medien innerhalb der Entscheider-Zielgruppe. Dazu gehören laut LAE-Definition Selbstständige (im Jahr 2020 waren das 569.000 Personen), Freiberufler mit mindestens einem zusätzlichen Beschäftigten (2020: 486.000), Leitende Angestellte (2020: 1,674 Millionen), sowie Beamte ab Besoldungsgruppe A14 (2020: 230.000). Diese Menschen werden via Feld-Interview befragt, die Befragung für die LAE 2020 fand vor der Corona-Zeit statt.

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