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Black Lives Matter

Plötzlich sind überall Anti-Rassisten

Auch Unternehmen wie McDonald's äußern sich zu "Black Live Matters" - aber wie glaubwürdig ist diese Äußerung? Foto: McDonalds_Twitter/ Collage MEEDIA

Erst das Klima, dann Corona und jetzt „Black Lives Matter“. Wird jetzt die nächste Werbesau durchs Dorf getrieben?

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Die Werbewelt kommt nicht zur Ruhe. Kaum hatten sich alle Marketingverantwortlichen der werbungtreibenden Unternehmen darauf eingestellt, dass sie zukünftig das Klima in den Augen haben müssen und ihre Kampagnenbotschaften darauf eingerichtet, kam COVID-19 um die Ecke. Auf einmal gab es kein Unternehmen, das nicht irgendwem danke sagte oder zumindest den einzuhaltenden Abstand in eine Botschaft eingebunden hat.

Kann man Unternehmen den Protest abnehmen?

Was aber am 25. Mai passierte, toppte alles. Das Video, das den Todeskampf des schwarzen US-Amerikaners George Floyd zeigte, ging um die Welt. Zu Recht folgte eine Welle nicht nur der Empörung, sondern echter Empathie. Weltweit gehen die Menschen auf die Straße, machen öffentlich, dass Rassismus kein orginäres US-Phänomen ist. Auf einmal ist das Thema in den Medien präsent. Das ist richtig so! Und ebenso schnell wie die werbungtreibenden Unternehmen bei den Themen Klima und Corona reagierten, reagierten sie auch jetzt. Die Frage ist nur, ob man das den Unternehmen abnehmen kann. Schließlich gibt es „Black Lives Matter“ (BLM) bereits seit 2013. Seitdem organisiert die internationale Bewegung regelmäßig Proteste gegen die Tötung Schwarzer durch Polizeibeamte, rassistisch motivierte Überwachung und Rassismus im Allgemeinen. Bislang hat sich darum – bis auf einige Ausnahmen – kein Unternehmen gekümmert. 

Nike ist eine Ausnahme

Nike ist so eine Ausnahme. Das Unternehmen mit dem ikonischen Swoosh verpflichtete bereits 2018 den NFL-Star Colin Kaepernick, der als erster Footballspieler seinen Protest gegen Rassismus zum Ausdruck brachte, indem er sich beim Abspielen der US-Nationalhymne niederkniete. Woraufhin sich nicht nur Kaepernick – wegen seiner Aktion – sondern auch Nike – wegen der Verpflichtung Kaepernicks – den Ärger der Kunden sondern auch von US-Präsident Trump einhandelte. Trotzdem wich Nike davon nicht ab und zeigte Haltung.

Was ist mit McDonald’s?

Jetzt glaubt man dem Sportriesen, der im Zuge der aktuellen BLM-Proteste seinen Claim „Just do It.“ durch „Just Don’t do It.“ tauschte.

Doch was ist mit McDonald’s? Die Fastfoodkette gehörte zu den ersten, die sieben Namen von durch Polizeigewalt ums Leben gekommener Schwarzer in einer Anzeige verewigte.

Oder – um nach Deutschland zu kommen – Vodafone, die mit einem Online-Video auf Hass und Gewalt im Social Web aufmerksam machten?

Oder den ganzen Unternehmen, die in ihren Stores für acht Minuten und 46 Sekunden Stillschweigen bewahrten – um ab acht Minuten und 47 Sekunden so weiterzumachen, wie bisher. Aber die Aktion natürlich medienwirksam in Szene setzten.

Mit #BLM wird die nächste Werbesau durchs Dorf getrieben.

Was wird davon übrig bleiben? Welcher Hahn kräht denn momentan nach dem Klima, derweil es wegen Corona keine „Fridays for Future“ gibt? Und wer kräht aktuell nach Corona? Jetzt, wo doch BLM die Medien und die Gemüter der Kunden bewegt. Da drängt sich einem die Frage auf, welcher der nächste Zug sein mag, auf den die Werbegemeinschaft aufspringt. Und das Gefühl, dass mit BLM die nächste Werbesau durch’s Dorf getrieben wird.

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