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Social Media-Kontroverse

Facebook löscht Wahlkampf-Werbung von Trump mit NS-Symbol

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg Copyright: imago images / Christophe Morin

Und Facebook bewegt sich doch. Monatelang wurde das weltgrößte Social Network für die Laissez-faire-Haltung gegenüber Donald Trump kritisiert, nun zieht der drittwertvollste Internetkonzern der Welt doch Konsequenzen. Facebook löscht eine Wahlkampf-Werbung der Trump-Kampagne, die eine Symbolik zeigt, die bereits von dem NS-Regime in den 30er-Jahren verwendet wurde.

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Eine Werbeanzeige des Wahlkampfteams des US-Präsidenten („Team Trump“) auf Facebook wurde vom weltgrößten Social Network gelöscht. „Diese Werbeanzeige wurde entfernt, da sie gegen die Werberichtlinien von Facebook verstößt“, heißt es dazu in der Werbebibliothek bei Facebook. Die Werbung hätte gegen die Richtlinien gegen „organisierten Hass“ verstoßen, teilte ein Unternehmenssprecher mit.

Wie die Washington Post und CNN berichten, hat das „Team Trump“ im Werbe-Post auf Facebook ein auf den Kopf gestelltes rotes Dreieck abgebildet– ein politisches Symbol, das schon in den 30ern Jahren vom Nazi-Regime verwendet wurde, um politische Gegner (Kommunisten, Sozialisten und Liberale) zu brandmarken und das später in Konzentrationslagern von Gefangenen getragen werden musste.

In der Anzeige des „Team Trump“ hieß es, „gefährliche Banden ultralinker Gruppen laufen durch die Straßen und hinterlassen Chaos. Sie zerstören unsere Städte und randalieren – es ist absoluter Wahnsinn“. Explizit richtete sich die Werbung gegen die Antifa, die von Trump vor Wochen als terroristische Vereinigung eingestuft worden war.

Die bezahlte Anzeige wurde auf der Seite der Trump-Wahlkampagne, aber auch auf den offiziellen Facebook-Seiten von Donald Trump und Vizepräsident Mike Pence geteilt. Nach Angaben von Facebook wurde die Anzeige im Newsfeed von mehr als einer Million Mal Nutzern gesehen.

Facebook steht in der Kritik für Umgang mit US-Präsident

Die Löschung von insgesamt 88 Werbeposts – das Politikportal Vox wies auf diese weitere NS-Symbolik hin – markiert ein Umdenken beim weltgrößten Social Network, das in den vergangenen Monaten keine Anstalten gemacht hatte, gegen umstrittene Äußerungen von Donald Trump vorzugehen.

Anders hatten die Social Media-Rivalen Twitter und Snap auf die jüngsten Äußerungen des US-Präsidenten (etwa: „Wenn das Plündern beginnt, beginnt das Schießen“) reagiert und sich mit der Einführung von Faktenchecks (Twitter) bzw. der Verbannung aus dem Discover-Bereich (Snapchat) positioniert.

„Facebook sollte nicht Schiedsrichter über die Wahrheit bei allem sein“

„Ich glaube einfach fest daran, dass Facebook nicht der Schiedsrichter über die Wahrheit bei allem sein sollte, was die Leute online sagen“, erklärte Konzernchef Mark Zuckerberg dagegen Ende Mai ausgerechnet gegenüber dem konservativen TV-Sender Fox News seine Haltung.

Am vergangenen Wochenende ließ der Facebook-CEO indes erkennen, was er selbst von Trumps jüngsten Äußerungen zu den politischen Unruhen hielt. Mark Zuckerberg und Priscilla Chan seien persönlich „von Donald Trumps spaltender und brandstiftender Rhetorik tief erschüttert und angewidert“, erklärte das Ehepaar in einer Presseerklärung der Chan Zuckerberg-Stiftung. Es war das erste Mal, dass sich der Facebook-Chef in so deutlichen Worten vom US-Präsidenten distanzierte.

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