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„Die Verhöhnung der Presse“

„Selbstverliebte, pseudosachliche Stimmungsmache“: So rechnet die FAZ mit Rezo ab

In "Die Zerstörung der Presse" rechnete Rezo mit den dunklen Seiten der Medien ab – nur folgt der Konter der FAZ Foto: Screenshot Youtube

Es hat ein bisschen gedauert, aber nun ist die Antwort da: Die von Youtube-Star Rezo kritisierte Frankfurter Allgemeine Zeitung holt im halbstündigen Video „Die Verhöhnung der Presse“ zum Konter aus. FAZ-Redakteur Constantin van Lijnden wirft Rezo Meinungsmache in eigener Sache mittels „manipulativer Techniken“ vor. Das Echo ist positiv

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Der Treffer saß. Zehn Tage ist es her, dass Youtube-Phänomen Rezo mit seiner knapp einstündigen Medienkritik „Die Zerstörung der Presse“ ein mittelschweres Beben in der Branche auslöste. Bild-Chefredakteur Julian Reichelt war sofort auf Twitter mit einem Tweetstorm zustelle, während sich die als „unglaubwürdigste Quelle“ hart kritisierte Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) mit einer Antwort Zeit ließ.

Zehn Tage später wärmt die FAZ das fast schon abgehakte Thema nunmehr mit einem Konter in Wort und Bild auf: „Die Verhöhnung der Presse“ lautet die Retourkutsche von FAZ-Redakteur Constantin van Lijnden.

Der 35-Jährige geht den Youtube-Star dabei zunächst nicht weniger breitbeinig an als Rezo vor eineinhalb Wochen die Qualitätspresse. „Der coole Typ mit den blauen Haaren betreibt Propaganda in eigener Sache“, lautet van Lijndens Vorwurf.

Im Detail wirft van Lijnden Rezo dann konstruktiver vor, er hätte die betroffenen Medien vor seiner Kritik um eine Stellungnahme bitten können. Der Politik-Redakteur der FAZ hält Rezo weiter vor, mit „Strohmann-Argumenten“ vorzugehen und entkräftet zahlreiche Kritikpunkte zu journalistischen Standards in der Berichterstattung wie etwa bei Suggestivfragen in Überschriften.

Fehlende Stellungnahme von kritisierten Medien, „absurder“ Maßstab beim Factchecking

Kernkritikpunkt von van Lijnden wird Rezos Maßstab beim Factchecking, den er bekanntlich in der Berichterstattung über sich selbst anlegte. Nach Meinung von van Lijnden sei dies ein „haarsträubendes“ Unterfangen, denn der Schluss von der Berichterstattung über eine Person auf „die Qualität einer Zeitung als Ganzes“ sei „absurd“, „vermessen“ und „größenwahnsinnig, dass mir die Worte fehlen“. Die „tendenziös durchgeführte Untersuchung“ sei „vollkommen wertlos“.

Sein Fazit: „Der Youtuber Rezo verbrämt eine persönliche Abrechnung als aufklärerische Medienkritik und bedient sich dabei genau der manipulativen Techniken, die er zu entlarven vorgibt.“ Entsprechend watscht van Lijnden Rezos martialisch betitelte Youtube-Lehrstunde „Die Zerstörung der Presse“ nach seinem Dafürhalten als „Die Verhöhnung der Presse“ ab.

Das Echo – vor allem aus den etablierten Medien – fällt, nicht ganz überraschend, fast durchweg positiv aus. Die Spiegel– und Welt-Ressortleiter Jochen Leffers und Olaf Gersemann etwa applaudieren dem FAZ-Kollegen auf Twitter.

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